X.pose: Studentin lässt sich von eigener Datensammlung entblößen

x-pose

Das Oberteil der Künstlerin Xuedi Chen ist modisch und stammt aus dem 3D-Drucker. Je mehr personenbezogene Daten von ihr gesammelt werden, desto mehr Flächen ihrer Kleidung werden durchsichtig - die mutige New Yorkerin entblößt sich selbst. Ihre mobile Kunstaktion x.pose kritisiert den naiven und gleichgültigen Umgang mit persönlichen Daten.

“Unsere Generation ist in ihrer vernetzten Welt an Geräte gebunden, die ständig Daten erzeugen und selbst verbrauchen”, schreibt Chen auf der Seite des ITP, dem Internationalen Telekommunikationsprogramm der Tisch School of Arts in New York. Dazu gehören Theoretiker, Ingenieure, Designer aber auch Künstler, die gemeinsam lernen und daran arbeiten, die Grenzen der digitalen und realen Welt einander anzunähern. Chens diesjährige ITP-Abschlussarbeit wollte aber nicht nur zeigen, was möglich ist. Sie gibt einen Denkanstoß, indem sie die Entwicklung der Privatsphäre eindrucksvoll visualisiert.

“Meine elektronischen Geräte lassen mich an dem Datenzyklus teilhaben, dabei ist mir nicht bewusst, wie meine Metadaten benutzt werden. Kann jemand daraus ein klares Bild von mir erstellen? Wie würde es aussehen? X.pose untersucht die verletzliche Natur der Beziehung, die wir mit unseren Daten teilen”, schreibt Chen weiter.

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[Die Aufenthaltsorte ließen ein Netz entstehen, aus dem Chen das Kleidungsstück modellierte. Bild: xc-xd.com]

Sie begann Daten über sich selbst zu sammeln, indem sie mit Node.js und Phonegap eine mobile App entwickelte. Deren Daten wertete Chen anschließend aus, um daraus das Kleidungsstück zu modellieren. Mit der Software Rhino 3D fertigte sie den Entwurf, den ein 3D-Drucker in die Realität übersetzte. Die einzelnen Flächen des Kunststoff-Tops repräsentieren jeweils einen Ort, an dem sich Chen in den letzten Monaten wiederholt aufgehalten hatte.

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[Je mehr Haut zu sehen ist, desto weniger kann man noch verstecken. Dabei ist man selbst mit dem Tragen von x.pose schon größtenteils entblößt. Wie in echt. Bild: xc-xd.com]

Diese Flächen bestehen aus einem elektrochromatischen Material, das, je nach Spannung, durchsichtig oder trüb weißlich ist. Die einzelnen Segmente werden von einem Arduino gesteuert, der die Daten über Bluetooth erhält. Abhängig vom Aufenthaltsort und den vom Smartphone übermittelten Daten der Trägerin werden Teile des Oberteils durchsichtig.

Chen möchte das symbolisieren, was die meisten von uns ihrer Ansicht nach schon lange sind. Nackt. Den bloßen Tatsachen in die Augen zu sehen wird durch diese mobile Kunstinstallation aber sehr viel einfacher – und schöner.


[Quelle: Vimeo]

[xc-xd, Bild: Vimeo]

Die peinlichsten Bilder von Obama, Putin und alten Diktatoren.

  1. “[…] die mutige New Yorkerin entblößt sich selbst.”

    Erm, ja. Wo tat sie das?
    Die Dame auf den Bildern ist ein Model. Das kann man recht einfach auf den verlinkten Seiten herausfinden.

    “In collaboration with Pedro G. C. Oliveira
    Photography By: Roy Rochlin
    Model: Heidi Lee
    Makeup: Rashad Taylor ”

    Ich bezweifle ernsthaft, dass die Dame ihre Klamotte selbst angezogen hat.

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