Test: Samsung Galaxy Tab S mit zauberhaftem Display

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Samsung schien in den letzten Jahren so ziemlich jede vorstellbare Tablet-Größe auszuprobieren, um herauszufinden was beim Kunden am besten ankommt. Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen gab es nur marginal, nun versucht das Samsung Galaxy Tab S aus dieser Routine auszubrechen. Gelingt es?

Mit dem Samsung Galaxy Tab S bringt das südkoreanische Unternehmen ein neues Flaggschiff unter die Tablets, bei dem sich der Endkunde zwischen zwei Größen – 8,4 Zoll und 10,5 Zoll – entscheiden darf. Auf ihm läuft Android 4.4.2 mit Samsungs Benutzeroberfläche TouchWiz. Im Gegensatz zu den alten Samsung-Tablets, die, bis auf Ausnahmen wie dem geschätzten Galaxy Note 10.1, ihren Erwartungen nicht durchgehend gerecht wurden, macht man mit dem Galaxy Tab S nun, vor allem dank des beeindruckenden Displays, einen großen Sprung nach vorne.

Design

Wirklich innovativ ist das Design des Samsung Galaxy Tab S nicht, vielmehr reiht es sich erneut in die bekannten Tablet-Modelle Samsungs ein. Es besitzt nach wie vor den Home-Knopf sowie kapazitive Buttons außerhalb des Displays, wobei das Menü durch Multitask ersetzt wurde. Das Galaxy Tab S hat quasi dieselbe Rückseite wie das Galaxy S5, bestehend aus Plastik mit angedeuteter Perforation.

[Links: Nexus 7 2013, Rechts: Galaxy Tab S 8.4]

[Links: Nexus 7 2013, Rechts: Galaxy Tab S 8.4]

Display

Dennoch fanden einige Verbesserungen statt. Der Rand ist beispielsweise sehr dünn, wodurch Samsung größere Displays auf die Tablets packen konnte, ohne sie, abgesehen vom 10.5, für gewöhnliche Hände zu groß werden zu lassen. Das unterstreichen auch die knappen 6,6 Millimeter, die das Galaxy Tab S in seiner Dicke, beziehungsweise Dünne misst. Damit liegt das Tablet zwischen dem etwas dünneren Sony Xperia Z2 Tablet und dem iPad Air. Die beiden Samsung-Tablets sind natürlich nicht nur dünn, sondern auch leicht. Das 8,4-Zoll-Modell wiegt 298 Gramm, die 10,5-Zoll-Variante 465 Gramm.

Viel wichtiger als zehntel Millimeter und zwei, drei Gramm sind aber die Displays der neuen Samsung-Tablets. Hier setzten die Koreaner zum ersten Mal seit dem Galaxy Tab 7.7 auf Super AMOLED Displays mit einer WQXGA-Auflösung von 2.560 mal 1.600 Pixel. Das beschert dem Galaxy Tab S bessere Kontraste (100.000:1, also 100 Mal höher als bei LCDs) sowie Farbgenauigkeit gegenüber der Konkurrenz. Um auch die Auflösung vergleichbar zu machen: Das 8,4-Zoll-Modell kommt auf eine Pixeldichte von 359 ppi, das 10,5-Zoll-Tablet auf 288 ppi. Das ist für diese Bildschirmgröße eine echt ordentliche Auflösung. Das iPad Mini erreicht dagegen 324 ppi und das iPad Air 264 ppi.

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Kamera, Anschlüsse und mehr

Ansonsten fügt sich das Galaxy Tab S größtenteils in die Erwartungen. Rückseitig filmt und fotografiert man mit einer 8-Megapixel-Kamera mit LED-Blitz und schafft Full-HD-Videoaufnahmen, vorne löst die Kamera 2,1 Megapixel auf. An Anschlüssen findet man einen microSD-Kartenslot, einen microUSB-Port, einen 3,5 Millimeter-Kopfhörerausgang sowie eine Infrarotschnittstelle, um das Tablet als Fernbedienung für Fernsehgeräte oder ähnliche Produkte zu verwenden.

Darüber hinaus fand auch der Fingerabdruckscanner im Home-Button, den man vom Samsung Galaxy S5 kennt, im Tab S Verwendung. An den Seiten des Tablets sitzen Stereo-Lautsprecher, die man normalerweise nicht verdeckt, wenn man das Galaxy Tab S im Querformat hält.

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Cover

Aktuell sind zwei verschiedene Cover für das Galaxy Tab S verfügbar. Ein dünneres, leichteres, das hauptsächlich den Bildschirm schützt sowie ein größeres, das beide Seiten abdeckt. Eine Bluetooth-Tastatur wird es ebenfalls geben.

Früher integrierte man seine Samsung-Hülle, indem man die Rückseite abnahm und eine neue, mitsamt der Hülle, wieder einbaute. Nun hat die Rückseite vorn vorneherein zwei kleine Knöpfe, in die man das Cover hineindrückt. Wer sich kein Cover zulegt, wird demzufolge zwei nutzlose Buttons an der Hinterseite haben – und bestimmt trotzdem gerne und ständig draufdrücken. Bei Mobilgeräten sind wir schließlich fast alle Zwangsneurotiker.

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[Oben: Nexus 7 2013, Unten: Galaxy Tab S 8,4 Zoll]

Bildschirm-Krönung

Zurück zum Display, der wahren Hauptattraktion des Galaxy Tab S. Es ist schlichtweg das beste und schönste Display, das man derzeit auf einem Tablet findet – überwältigend. Das Schwarz ist dank dem Super AMOLED wunderbar kräftig und tief, das Bild hell genug für Außeneinsätze, wenngleich es nicht das allerhellste Display ist – aber fast.

Die Farben decken einen sehr großen Farbraum ab und schreien wie aus einer fantastischen Welt in die begeisterten Augen eines jeden Betrachters. Ganz zu schweigen von der Auflösung. Mit diesem Display setzt Samsung tatsächlich einen neuen Maßstab.

Haptik

Das Galaxy Tab S liegt gut in der Hand, wenngleich das kleinere 8,4-Zoll-Modell natürlich noch komfortabler gehalten werden kann. Wer bereits das, in den Bildern verglichene, Nexus 7 (2013) hatte, wird das 8,4-Zoll-Tab S wahrscheinlich als leichter empfinden, obwohl es eigentlich geringe sieben Gramm schwerer ist. Da das Galaxy Tab S aber größer ist, verteilt sich das ohnehin geringe und gut ausbalancierte Gewicht besser.

Das 10,5-Zoll-Modell ist ebenfalls angenehm zu halten, doch nicht ganz so beeindruckend wie das federleichte Sony Xperia Z2 Tablet, das nur 440 Gramm wiegt.

Sound

Beim Sound hinkt das Galaxy Tab S etwas hinterher. Auch wenn die beiden Lautsprecher, wie bereits erwähnt, nicht so leicht verdeckt werden, lässt die Qualität dennoch zu wünschen übrig. Der leider etwas dünne und blecherne Sound könnte gerne etwas überzeugender und kräftiger hervorkriechen. Da klafft schon eine große Lücke zwischen Bild und Ton, aber halb so wild, den Klang kriegt man zur Not schließlich auch über Kopfhörer rein.

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Betriebssystem und Performance

Samsungs Benutzeroberfläche TouchWiz ähnelt dem vorhandenen Android bezüglich Optik und Verhalten deutlich mehr. Das ist unserer Meinung nach das bislang beste Android Skin von Samsung. Trotz alledem wurden aufseiten der Performance immer noch nicht alle Schwächen beseitigt. Der Wechsel zwischen den Homescreens und im App Drawer ist nach wie vor etwas am Stottern und Hinken, obwohl die hauseigene CPU eigentlich besseres leisten kann. Zu sehen ist das bei Third-Party-Apps. Demgegenüber steht allerdings, dass die Lags geringer sind als je zuvor. Ernsthaft daran stören wird sich wohl kaum jemand.

Apps

Natürlich hat Samsung auch wieder eine ganze Menge Software in seine Geräte gepackt. Dazu gehört beispielsweise „Adaptive Display“, das erkennt, was man gerade betrachtet und den Bildschirm sofort daran anpasst. Das heißt, dein Tab S erkennt wenn du etwas auf einer komplett weißen Seite liest und justiert daraufhin den Weißabgleich, um die Augen nicht zu sehr anzustrengen.

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Darüber hinaus versorgen Galaxy Gifts und Galaxy Essentials mit einem Gratis-Jahr GoGo In-Flight, das für Internet in zahlreichen Flugzeugen sorgt. Ein Test-Abonnement der NY Times, Bloomberg und anderen Medien ist ebenfalls darin enthalten. Der Fingerabdruck-Scanner scheint in dem Tab S übrigens besser zu funktionieren, als im Galaxy S5. Das kann aber auch daran liegen, dass man das S5 nur mit einer Hand hielt.

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Vorinstalliert ist  zudem das neue Milk Music. Die intuitiv bedienbare und aufmerksam konzipierte Anwendung unterstützt auch den Internet-Radio-Dienst Slacker Radio. Die kostenlose App ist auf Galaxy-Geräten sogar werbefrei.

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Andere Software-Bemühungen vonseiten Samsungs scheinen allerdings weniger von Erfolg gekrönt. Wie gewohnt überfüllt Samsung seine Geräte mit mehr oder minder überflüssigen und geringwertigen Apps. Dazu zählen wir beispielsweise Samsungs „Browser“, der ebenso wie Chrome vorinstalliert ist, aber deutlich weniger Features bietet. Die vielen Panels, die man auf den Home Screens hat und alle möglichen, eventuell relevanten Informationen beinhalten, sind letztendlich nur kleine Scheiben von Google Now, das ja ebenfalls vorinstalliert ist.

Programme wie Side Sync verbinden das Tablet mit deinem Samsung Handy und leiten Anrufe sowie SMS ans Galaxy Tab S weiter. Nett, aber wirklich aufmerksam wäre es, wenn diese Funktion mit allen Android-Smartphones klappen würde.

Akku

Der 7.900- (10.5) beziehungsweise 4.900-mAh-Akku (8.4) machte einen soliden Eindruck, auch dank der sparsamen big.LITTLE-Technologie des Achtkern-Prozessors. Laut Samsung sind bis zu elf Stunden Videowiedergabe in 1080p, also Full-HD möglich. Das gilt wohl für beide Tablets, schließlich gleichen sich ein größerer Bildschirm und ein größerer Akku bei der permanenten Videowiedergabe wieder aus.

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Like

plus

Der Bildschirm!

plus

Die geringe Dicke der Tablets

plus

Gute Performance bei Apps

plus

Intuitive Software, wie beispielsweise Milk Music

Dislike

minus

Fader Sound

minus

Samsungs TouchWiz

minus

Vielzahl redundanter Apps

minus

Wenig erfinderisches Design

minusStolzer Preis

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Preis und Verfügbarkeit

Das Samsung Galaxy Tab S bietet vor allem dank seines erstaunlichen Displays große Kaufanreize. Voraussichtlich mindestens 400 Euro für das 8.4 sowie etwa 500 Euro für das 10.5 sind aber dennoch eine ganze Menge Geld, verglichen mit dem Preis für andere Top-Geräte, wie dem kleineren Googles Nexus 7 (2013), das derzeit für 180 Euro in den Läden steht.

Die beiden Tablets werden ab Anfang/Mitte Juli erhältlich sein. Im Laufe des Jahres wird in beiden Größen auch eine LTE-Version gegen einen Aufpreis von etwa 100 Euro erscheinen.

Fazit

Die Mäkel des Samsung Galaxy Tab S sind größtenteils verkraftbar und teilweise auch umgänglich, beispielsweise beim Einsatz von Kopfhörern oder der Deinstallation überflüssiger Apps. Letzten Endes bleibt ein sehr starkes Tablet mit einfachem Design aber dem besten Display, das man derzeit findet. Toll, aber nicht perfekt. 4,5 von 5 Sterne in unserem Gizrank!

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Technische Spezifikationen

Display: Super AMOLED Display (2.560 mal 1.600 Pixel)

Prozessor: Exynos 5 Octa-Core (5420) mit ARM Big.LITTLE (Vier 1,9 GHz Cortex-A15-Kerne für leistungsintensive Anwendungen und vier 1,3 GHz Cortex-A7-Kerne für weniger leistungsintensive Anwendungen) / In manchen Märkten auch ein Qualcomm Snapdragon 800-Prozessor mit 2,3 GHz

Arbeitsspeicher: 3GByte

Verbindungen: WLAN 802.11 a/b/g/n/ac samt MIMO und WiFi Direct, Bluetooth 4.0, UMTS, HSPA+, Glonass, Infrarot-LED, (LTE-Version im Laufe des Jahres)

Betriebssystem: Android 4.4.2 mit Samsungs TouchWiz UI

Kamera: 8 MP Rückkamera mit LED-Blitz und Full-HD-Videoaufnahmen/ 2,1 MP Frontkamera

Interner Speicher: 16 (wahlweise 32) GByte + microSD-Kartenslot für bis zu 128 GByte

Akku: 4.900 mAh (8.4) / 7.900 mAh(10.4)

Anschlüsse: microUSB, microSD, 3,5 Millimeter-Audioausgang

Ausmaße: 8.4:  213 x 125 x 6,6 Millimeter / 10.5: 247 x 177 x 6,6 Millimeter (H x B x T)

Gewicht: 298 Gramm (8.4) / 465 Gramm (10.5)

Farben: Weiß und Bronze

[Via Gizmodo.com/Samsung/CNET.de, Bilder: Gizmodo.com]

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  1. Passt gut zu ikea wegwerf möbeln!

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  2. Dann doch lieber das „Samsung Galaxy TabPRO 12.2 T9000“, mit doppeltem Speicher und gegenwärtig 20€ günstiger. Vorausgesetzt man kann mit 1,35mm (Dicke) mehr leben.

  3. Ich verstehe nicht so ganz, weshalb immer wieder die Performance der Oberfläche bemängelt wird, wenn eine der Stärken von Android die Tatsache ist, dass es unzählige Alternativen gibt welche dann allesamt butterweich laufen.

    Bisher hatte ich noch auf keinem Smartphone länger als die ersten 10 Minuten eine Originaloberfläche.

    Sicher, man kann das erwähnen aber direkt als negativen Punkt die Touchwiz Oberfläche anzugeben ist doch etwas übertrieben.

    Wenig erfinderisches Design ist noch so ein herbeifantasierter Negativpunkt.

    Seit ich meinen ersten Palm in der Hand hatte, hat sich das Design von Tablets praktisch gar nicht geändert. Sie sind jetzt ganz flach ohne Rahmen mit vertieft eingesetztem Display, sie haben vier Seiten wovon jeweils zwei gleich lang sind. Das wars.

    Egal ob iPad oder Samsung oder Asus, ob Android oder iOS oder Windows, das Design ist immer das selbe wie bei allen Notebooks auch seit Jahrzehnten.

    Man kann das Design einfach nicht neu erfinden. Mal eine Kante schärfer, mal weicher, mal einen runden Lautsprecher, mal einen rechteckigen.

    Da zum Design auch massgeblich die Dicke beiträgt ist die Bewertung auch noch ein Widerspruch in sich.

    Ich persönlich muss sagen, dass mir zwei bis drei Milimeter dicker lieber wären. Inzwischen versuchen alle Hersteller so dünn als möglich zu sein, damit die Marketingabteilung etwas auf die Plakate zu schreiben hat.

    Meine Finger verkrampfen sich aber bei so dünnen Geräten. Das Note 1 lag mir immer am besten in der Hand, das aktuelle 3, ist mühsamer zu halten. Der Wulst bei den Xperia Tablets fand ich grandios, weil man das Tablet sicher in der Hand halten konnte.

    Bei der Leistung und dem Display mit der grandiosen Farbraumabdeckung finde ich den Preis durchaus okay.

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