England: Amazon will zukünftig Bücher eigenständig nachdrucken

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Amazon lässt in den Verhandlungen mit Buchverlagen nicht locker. Ein aktueller Bericht der britischen The Bookseller bringt nun neue Details ans Tageslicht.

In den vergangenen Monaten haben wir bereits schon öfters über Amazons Verhandlungsmethoden mit Buchverlagen berichtet. Wie The Bookseller nun berichtet, habe der US-Versand-Riese jetzt eine neue Idee, die Verlage unter Druck zu setzen.

Demnach wolle sich Amazon das Nachdruckrecht von britischen Buchverlagen übertragen lassen. So soll zukünftig kein Käufer mehr auf sein Buch warten müssen, denn Amazon druckt diese einfach selber.

Amazon stellt zwei Forderungen im neuen Vertrag

Die neuen Regelungen bieten Amazon dabei ein leichtes Spiel: Sollte ein Verlag ein bestimmtes Buch nicht selber rechtzeitig liefern können, druckt Amazon die Bücher eben selbst. Über die Vergütung bei diesem mehr als merkwürdigem Vertragsvorschlag wurde noch nichts bekannt gegeben. Aus der Erfahrung heraus wird sich Amazon aber höchstwahrscheinlich den größten Teil des Gewinns sichern. Dadurch würde Amazon noch mehr Macht auf dem Buchmarkt erlangen. Und das Resultat für britische Verlage wäre einleuchtend: Weniger Macht sich gegen den Versand-Riesen behaupten zu können.

Des Weiteren fordert der amerikanische Konzern noch eine Tiefpreisgarantie von den britischen Verlagen. Egal auf welchen anderen Plattformen die Buchverlage also noch agieren, bei Amazon müssen die billigsten Preise angeboten werden. Bei dieser Regelung wird sogar die eigene Website der Verlage für niedrigere Preise ausgeschlossen. Und auch hier liegt das mögliche Resultat auf der Hand: Amazon könnte so in Zukunft in England den Buchpreis nach eigenem Ermessen diktieren, denn die günstigsten Angebote müssen beim Versand-Riesen bleiben.

Amazon kennt die Gesetze der einzelnen Länder und agiert bewusst

Warum ausgerechnet England? Gegenüber anderen Ländern der EU besteht in Großbritannien keine Buchpreisbindung für den Einheitspreis. Dies würde vollkommen neue Preise bei Printausgaben ermöglichen. Zudem verlange Amazon laut The Bookseller schon heute einen gewissen Einheitspreis für E-Books. Und eben jener Einheitspreis könnte so manchen Verlag in die Bredouille führen, denn bis 2015 wird eine Steuer von 20 Prozent auf britische E-Books erhoben werden. Somit schrumpft die Gewinnmarge für britische Verlage, die E-Books herausgeben, auf Peanuts.

In den USA, Schweden und Deutschland haben sich die ersten Verlage bereits zur Wehr gesetzt. Wie Gizmodo berichtete werden seitdem Buchtitel der betroffenen Verlage Hachette und Bonnier quasi nicht mehr angeboten.

Tags :Quellen:The BooksellerderStandard

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