Internetpionier Lanier warnt vor Übermacht der Computerkonzerne

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Internet-Unternehmen sind eine größere Gefahr für unsere Freiheit als die Nachrichtendienste, behauptet Internet-Pionier Jaron Lanier. Das größte Problem: In diesem Bereich gibt es keine Whistleblower, die ausplaudern, was Google, Facebook und Co. mit unseren Daten machen.

Jaron Lanier, Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, hat vor einer Übermacht der großen Computerkonzerne gewarnt. „Wir erschaffen gerade eine feudale Gesellschaft, in der die Schlösser die größten Computer sind. Jeder, der so einen besitzt, kann das Verhalten von allen anderen lenken“, sagte der Internetpionier im Interview mit dem Handelsblatt.

Lanier warnt deshalb davor, die Privatsphäre im Netz aufzugeben. „Wer sagt, dass die Privatsphäre im Internet altmodisch ist, der unterstützt kein neues System der totalen Offenheit und der vollkommenen Freiheit. Der unterstützt vielmehr Unternehmen wie Google und Facebook, die äußerst geheimnisvoll sind“, sagt Lanier, der für sein Buch „Wem gehört die Zukunft“ den Friedenspreis 2014 erhalten hat.

Es gebe keinen Edward Snowden, der uns sage, was die Unternehmen so treiben. „Wir wissen nicht, was sie in ihren Computern gespeichert haben“, sagt Lanier weiter. „Sie sind die verschwiegensten Organisationen auf der Welt. Wir wissen mehr über die kommunistische Partei in China, die NSA und jede andere Organisation der Welt, als wir über diese Unternehmen wissen.“ „Diese Unternehmen“, sagt Lanier, „wollen mehr über dich wissen als irgendein Anderer – sogar mehr als du selbst. Und sie haben damit ein Geschäftsmodell kreiert, das uns manipuliert und die Macht bei ihnen konzentriert.

Bild: Luca Vanzella /CC BY 2.0

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