NoIP Kunden fragen: Darf Microsoft das?

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Microsoft hat die Umleitung für 22 Domains des DynDNS-Service NoIP zugesprochen bekommen. Die Aktion wurde von einem Gerichtsurteil unterstützt und diente laut Angaben von Microsoft der Bekämpfung von Cyberkriminalität. Tatsächlich kamen dabei auch viele nichtkriminelle NoIP-Nutzer zu Schaden.

In einem Blogeintrag vom Montag rechtfertigt sich Microsoft damit, die eigenen Interessen schützen zu müssen. 93 % aller beim Konzern gemeldeten Infektionen mit der Malware Bladabindi (NJrat) und Jenxcus (NJw0rm) seien von den besagten Domains ausgegangen.

NoIP ist ein DynDNS-Dienst, der an die 18 Millionen User bedient. Eigentlich wollte Microsoft nur jene Hostnamen herausfiltern, die die Malware auch wirklich im Netz verbreiten. Die Webanfragen anderer NoIP-User funktionierten dann aber plötzlich nicht mehr. „Anscheinend ist die Microsoft-Infrastruktur nicht in der Lage, die Milliarden von Anfragen unserer Kunden zu bewälten“, so Natalie Goguen von NoIP in einem Statement.

Diese Kunden protestierten prompt auf Twitter unter dem Hashtag #FreeNoIP gegen die Microsoft-Aktion. Auch in den Kommentarbereichen auf der NoIP-Website häuften sich die Beschwerden. Viele der Nutzer verloren z.B. durch den Wegfall der Fernwartung ihrer Kundenrechner bares Geld, vereinzelt war sogar von Sammelklagen gegen Microsoft die Rede.

Zwar behauptete Microsoft, die Störungen seien nur aufgrund eines technischen Fehlers aufgetreten und schnell behoben, die Beschwerden im Netz rissen jedoch nicht ab. Wie diverse Quellen berichteten, funktionierte der Dienst gestern bei einigen Nutzern wieder störungsfrei, bei anderen sei jedoch immer noch Funkstille.

Vor allem die rigorose Vorgehensweise von Microsoft stieß bei NoIP und Kunden auf Unverständnis. So habe der Konzern aus Redmond ihr Unternehmen nicht einmal kontaktiert, hieß es in dem Statement des DynDNS-Providers. Auch wenn die Maßnahme bei der Bekämpfung von Cyberkriminalität Erfolg gehabt haben dürfte, bleibt also der fahle Beigeschmack einer WildWest-Aktion.

Bild: Microsoft.

Tags :Quellen:NoIP, Microsoft Blog, Caschys Blog, CHIP

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