Telekom-Falle bei Spotify-Flatrate?

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Für knapp zehn Euro bietet die Telekom eine Music Streaming Option, bei der man unbegrenzt alle Vorteile von Spotify Premium genießen kann. Das bedeutet: Musik streamen und Playlists offline synchronisieren ohne das eigene Datenvolumen zu belasten. Allerdings scheint man hier deutliche Abstriche zu machen und Spotify-Inhalte, wie Alben-Cover trotzdem zu berechnen. Einigen Kunden schmolz dabei unwissentlich das Datenvolumen.

Schon vor neun bis zehn Monaten machten Kunden die Feststellung, das ihnen zuviel Internetvolumen von der Telekom berechnet wurde. In dem Feedback-Center der Deutschen Telekom sammelten sich die Fragen und es schien an der Music Streaming Option für Spotify zu liegen. Abgesehen vom Call-Tarif können Kunden hier alle Spotify-Premium-Vorzüge genießen, ohne sich Gedanken über das eigene Datenvolumen machen zu müssen. Das wird bei der Spotify-Nutzung nämlich nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Doch dem ist leider nicht immer so. Philipp Purchert wandte sich vor einigen Wochen mit diesem Text an die Deutsche Telekom:

Volumen von Spotify wird seit Update zum Teil berechnet
Seit dem großen Update von Spotify (neue App musste installiert werden) habe ich den Eindruck, dass zum Teil Volumen berechnet wird. Es sind 50 MB zu viel berechnet worden (abgelesen auf pass.telekom.de: 110MB, Datennutzung vom Smartphone gesamt: 222MB, davon 160MB Spotify (macht nach Adam Riese eigentlich 62MB verbrauchtes Volumen).
So große Unterschiede dürfte es eigentlich nicht beim nutzen der Datennutzung geben. Ich habe keine Multicard und auch mein SIM nicht in einem anderen Gerät genutzt. Könntet ihr das mal prüfen?

Später räumt er ein, dass das Problem zu einem anderen Zeitpunkt nicht mehr eintrat. Dennoch: Schon länger sei dieses Problem bekannt, geändert hat sich aber scheinbar nichts. Einem Mitarbeiter zufolge, der den „Telekom-Hilft“-Blog betreut, könnte das Problem an einer Serveränderung bei Spotify liegen, die Inhalte wie Album-Cover oder Ähnliches von einer anderen Adresse aus als bisher verschickt. Dass dieses, eigentlich einfache Problem, binnen all dieser Zeit nicht in den Griff zu bekommen ist, scheint aber wenig plausibel und ist für viele sehr frustrierend, zumal sich Inhalte wie Spotify Alben-Cover und Künstler-Infos eigenständig herunterladen.

Der Telekom-Mitarbeiter schrieb zu einem anderen Zeitpunkt: „[…] unsere Beschreibung bezüglich des Traffics bei Spotify ist ja die folgende:
„Musik streamen und Playlists offline synchronisieren ohne Belastung des Datenvolumens“. Der Traffic, der durch das Surfen mit der App oder Zusatzfunktionen der App anfällt, wird somit also berechnet.“

Keine gute Werbung für die hochpreisige Telekom, auf deren Stellungnahme wir noch warten. War diese Falle wissentlich platziert, mangelt es ihr an entsprechender Kennzeichnung. Unter „Musik streamen und Playlists synchronisieren“ steht zwar freilich nichts von jeglichen Inhalten, beispielsweise Bildern in der App. Doch wer extra Geld für diesen scheinbar unbegrenzten Dienst ausgibt, möchte sich ungern übers Kreuz gelegt fühlen.

Einer der Kunden schreibt von bis zu 10 MByte binnen 30 Minuten Spotify-Nutzung . Wirklich benutzerfreundlich sollte ein Angebot sein, dass das eigene Datenvolumen tatsächlich nicht belastet. Wir sind gespannt, welche Rückmeldung wir von der Deutschen Telekom erhalten werden. Habt ihr bereits ähnliche Erfahrungen gemacht?

Vielen herzlichen Dank an Pascal Wirth, der uns auf das Problem aufmerksam machte.

Update:

Pascal Wirth, selbst Opfer des Spotify-Datenvolumens, verhärtete uns gegenüber die Annahme, dass die Alben-Cover nicht in den Spotify-Tarif mitinbegriffen sind. Nachdem sein Datenvolumen gedrosselt war, luden jene, wenn überhaupt, „erst nach längerer Zeit.“ Weiter rechnete er vor, dass bei einer täglichen Spotify-Nutzung von vier Stunden die Alben-Cover, die einzeln 0,1 bis 0,2 MByte verbrauchen, etwa 300 MByte des monatlichen Datenvolumens verschlingen würden. Da das Spotify-Streaming ohne die Anzeige der Cover nicht möglich ist, wird ein wichtiges Versprechen seitens der Telekom nicht eingehalten.

Bestätigung der Telekom

Die Deutsche Telekom antwortete zwar nicht auf unsere Fragen, bestätigte dafür aber einem betroffenen Kunden die Vermutungen. So schrieb man:

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Der Verbrauch ist für uns “nachvollziehbar”. Spotify hat laut unserer Sicht 36,8 MB durch Streaming verursacht. Ziemlich genau 12 MB wurden durch das Laden von Covern erzeugt und auch AGB-konform angerechnet. Diese Spotify Funktionen belasten nicht das Inklusiv-Volumen des Tarifs:
Suchen, Abspielen (Streamen), Herunterladen von Titeln und Playlisten (= Bestandteil des Musik-Datenvolumens).
Diese Spotify Funktionen belasten das Inklusiv-Volumen des Tarifs:
Entdecken, Cover (Bilder), Browsen. Alle Cover, egal in welcher Funktion sie in der Spotify App genutzt werden, gehen zu Lasten des tariflichen Inklusiv-Volumens (= geringe Mengen von KBit/s).

Eine Warnung für potentielle Neukunden, die nun auch bei dem entsprechenden Angebot darauf hingewiesen werden, wurde also erreicht. Altkunden der Spotify-Option bleiben dennoch auf dem unglücklichen Tarif sitzen. Schlussendlich hat die Telekom einfach die Preisliste des Angebots geändert.

Tags :Quellen:Bild: Shutterstock
  1. Natürlich ist das absichtlich so gestaltet worden, als ob die Telekom diese App nicht genau unter die Lupe genommen hätte. pfff! wieso sollte man bei solchen Schlampereien keine Absicht vermuten? schliesslich ist es ja längst die Regel das Fehler zu Gunsten eines Unternehmens oftmals ewig Bestand behalten. Ich frage mich immer was es solche Konzerne für Unsummen kosten würde, wenn diese die Kundenperspektive ab und zu als die eigene begreifen müssten um damit den Begriff Service leben einzuhauchen. Ich habe den Eindruck das man lieber knallhart ganze Konzerne gegen die Wand steuert als einem Kunden den Regenschirm über den Kopf zu halten wenn es mal nieselt. Nur weil dies EiTi Fuzzis sich gegenseitig mittels Anwälten kanibalisieren sollte man dieses kranke Spiel nicht auch auf seine Kunden projizieren.

    1. So, muss jetzt gut überlegen was ich schreibe, da mir sonst rechtliche Schritte drohen. (Rechtlicher Disclaimer: Dieser Kommentar spiegelt nur meine eigene Meinung wieder und soll keine feste Aussage darstellen) Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen das die Telekom nicht zum ersten mal solche Spitzfindigkeiten nutzt um seine Kunden zu schröpfen. Der Telekom wird bewusst sein das hier falsch abgerechnet wird. Jedoch lässt sie es wieder mal darauf ankommen. Wo kein Kläger, da kein Richter. Es ist nicht das erste und wird auch nicht das letzte mal sein das sie falsch abrechnet. Jedoch wagen die wenigsten Kunden den Weg der Reklamation. Die paar „einzelfälle“ (ja schönes Wort) die doch reklamieren, bekommen höchstwahrscheinlich ihr Volumen wieder freigeschaltet (die Telekom kommuniziert zwar das ein Zurücksetzen des Volumens nicht möglich ist, ist aber durchaus möglich). Da sieht man mal wieder was blinde Profitgier für auswüchse annehmen kann. P.s. Der Service der Telekom hat nur einen einzigen Zweck: Noch mehr Produkte verkaufen. (Wie bereits am Anfang erwähnt: Dieser Kommentar spiegelt nur meine eigene Meinung wieder und ist keine Feste Aussage).

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