HelloFresh – Das kann die Fress-Flatrate

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HelloFresh liefert komplette Mahlzeiten direkt an die Haustür. Zubereitet werden müssen sie jedoch selbst. Wir haben den Lieferservice für das leibliche Wohl ausprobiert.

HelloFresh machte die letzten Monate von sich reden, weil sie in einer Finanzierungsrunde 50 Millionen Dollar abstaubten. Damit baute der New Yorker Fonds Insight Venture Partners und Phenomen Ventures ihren Anteil nach dem Einstieg noch einmal deutlich aus.

Vielleicht nicht die schlechteste Entscheidung wenn man bedenkt, dass HelloFresh nach eigenen Angaben der weltweit führende Kochbox-Lieferservice ist. Angeblich liefern sie über eine Million Mahlzeiten pro Monat aus und sind bisher im Jahr 2014 rentabel.

HelloFresh Probierbox Classic

Um zu prüfen, ob sie neben rentabel auch lecker sind, ließen wir uns die Probierbox Classic zuschicken. Wir hätten auch die Wahl zwischen einer Probierbox Veggie und einer Probierbox „Gesund & Fit“ gehabt, aber die Redaktion verlangte nach Fleisch.

Unsere große Probierbox kostet 66 Euro inklusive Versand per UPS. In ihr sollen sich 3 Mahlzeiten zu je vier Portionen befinden. Ergo: Mit einer Box sollen sich 12 Mäuler stopfen lassen.

Diese Probierbox heißt Probierbox, weil sie nur ein einziges Mal geliefert wird. Denn eigentlich verkauft HelloFresh seine Kochboxen im Abo – eine Fressflatrate so zu sagen. Wer sich für ein solches Abo entscheidet bekommt dann wöchentlich ein Paket zugeschickt. Die Kündigungsfrist beträgt 8 Tage.

HelloFresh Bestellung

Der Bestellvorgang geht einfach von der Hand. Hat man sich für eine optisch ansprechend präsentierte Box entschieden, wird die Postleitzahl gecheckt. Schon hier entscheidet sich wohl, ob der Kunde in einem Liefergebiet wohnt oder nicht. Danach müssen die üblichen persönlichen Daten angegeben und eine Zahlungsmethode gewählt werden.

Wer vor Mittwoch 23:59 Uhr bestellt bekommt sein Essen in der Folgewoche am Donnerstag, dem allwöchentlichen Lieferdonnerstag. Schön: Es können Notizen für den Lieferservice hinterlassen werden. In unserem Fall: „Bitte in den zweiten Stock vor die Glastür stellen falls niemand aufmacht.“

Vorbestimmte Mahlzeiten

Die in der jeweiligen Box enthaltenen Mahlzeiten sind übrigens nicht frei wählbar. Diese Entscheidung übernimmt HelloFresh. Zwar verständlich, um das Essen in großen Mengen einkaufen zu können und rentabel zu bleiben. Aber auch schade, schließlich gibt es immer wieder Vorlieben und Abneigungen gegenüber einzelnen Zutaten. („Iiiih, Rosenkohl!“)

Umso gespannter waren wir auf das Fresspaket. Unser erster Gedanke als es dann pünktlich vor uns stand: „Wow, ganz schön groß.“ Und auch ganz schön voll. Beim Auspacken zeigte sich dann, dass vieles vom Volumen dem Verpackungs- und Dämmmaterial geschuldet ist.

Optimale Dämmung

Gerade die temperaturkritischen Zutaten wie Fleisch wurden in einer Art Isolierfilzteppich eingewickelt und mit Kühlakkus auf Temperatur gehalten. Das hat uns richtig gut gefallen! So kann die HelloFresh Kochbox auch mal einen warmen Tag vor der Tür überstehen, ohne dass die Kühlkette der Ingredienzien unterbrochen wird.

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Enthalten waren alle Zutaten für folgende drei Mahlzeiten:
– Cajun-gwürzte Hähnchenbrust mit knusprigen Kartoffelwedges und gedünsteten Bohnen, dazu feine Kräuter Creme fraiche
– Käse-Spätzle „Zigeuner“ mit Tomaten und Schnittlauch in delikater Paprika Emmentaler Soße
– Steakhouse Caesar Salat mit zarten Rinderfiletstreifen, Avocado und Ciabatta-Croutons in cremigem Dressing

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HelloFresh Voraussetzungen

Ein normal ausgestattete Küche setzt HelloFresh voraus. Dazu gehört neben einem Ofen und einer Herdplatte auch entsprechende Töpfe, Pfannen, Backbleche und so weiter. Auch Öl, Salz, Zucker und ähnliche Basics gehören zur Grundausstattung.

Die Rezepte befinden sich auf schicken DIN-A5 Kärtchen mit Bildchen und einer Schritt für Schritt Anleitung. Dort steht dann auch ein Schwierigkeitsgrad in drei Stufen. Natürlich darf die obligatorische Nährwertstabelle nicht fehlen.

Die Zeitangabe für die Zubereitung fanden wir beim Kochen jedoch etwas zu optimistisch – wir haben fast die doppelte Zeit gebraucht. Wobei man ehrlich dazu sagen muss, dass sie wohl für jeden ambitionierten Hobbykoch einzuhalten wären. Wir bei unserer mangelnden Kochexpertise haben den Zeitrahmen jedoch deutlich gesprengt.

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Trotz unserer überschaubaren Kocherfahrung waren die Resultate auf den Tellern aller Kollegen dann durchaus ansehnlich und bekömmlich. Das lag in erster Linie an der wirklich sehr guten Schritt für Schritt Kochanleitung. Die zwölf Portionen verschlangen wir übrigens (abgesehen von den misslungenen Kartoffelwedges) problemlos zu acht.

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Fazit

HelloFresh liefert perfekt isolierte frische Nahrung mit genau abgestimmten Rezepten direkt vor die Haustür und stellt interessierte Köche am Herd bei der Zubereitung vor machbare Aufgaben. Der Dienst bietet sich vor allem für Berufstätige mit engem Terminkalender an, die kaum zum Einkaufen kommen und dennoch selbst kochen wollen.

Trotzdem sollte jedem klar sein, dass der Warenwert der 66 Euro Kochbox geschätzt vielleicht 30 Euro beträgt. Auch verständlich, HelloFresh will schließlich rentabel bleiben. Wenn man die 66 Euro dann allerdings auf die 12 Mahlzeiten runterrechnet kommt man auf 5,50 Euro pro Mahlzeit. Das klingt doch schon wieder deutlich vernünftiger.

Wer in der Küche eher kreativ agiert, gerne einkauft und sich nicht vorschreiben lassen will, was auf den Teller kommt, der sollte einen weiten Bogen um HelloFresh machen.

Allen anderen könne wir HelloFresh empfehlen! Der Dienst liefert genau das ,was man erwartet. Mit den Probekochboxen ohne Aboverpflichtung kann das jeder mal selbst ausprobieren. (Tipp: Einfach mal „HelloFresh Gutschein“ googlen, 10 Euro bis 20 Euro Rabatt gibt es eigentlich immer.)

Hier gehts zur Website von HelloFresh.

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  1. Schöner Artikel, hat mir richtig Lust gemacht, das mal auszuprobieren – man muss die Autoren hier auch mal loben und nicht immer nur rummeckern!

  2. Hallo , sehr schön geschrieben und bestätigt alles was ich schon wuste.
    Ich bin mit meiner Familie seit der Grünen Woche Stammkunde bei Hello Fresh sie waren dort Vertreten mit einem 50% Rabatt auf die erste Box. Mittlerweile bekommen wir die Box wöchentlich und Schätzen sehr die Zeit Ersparnis. Und zum Thema enthaltener Warenwert, ich hab mal versucht die Zutaten für ein Rezept zu kaufen hat glatt den Wert der Box gesprengt, einfacher Grund dafür ist das es die Meisten zutaten nicht in den entsprechenden Mengen gibt. Außerdem sparen wir enorm beim einkaufen, wir benötigen weniger Zeit fürs einkaufen. Auch die Rezepte sind wunderbar abwechslungsreich, bei bis jetzt 16 Boxen war nur einmal etwas dabei was ich nicht mochte. Und der Kundensupport ist auch super gut. Ich kann euer Fazit also nur bestätigen.

    1. Naja, wer so viele Rechtschreibfehler macht, kann wahrscheinlich auch nicht richtig rechnen.
      Es gibt keine Vorschrift, zuviel eingekaufte Zutaten aufgrund von zu großen Packungseinheiten zu vernichten. Wie wärs einmal mit Grips anstrengen und von den „Resten“ etwas Schmackhaftes kreieren?

  3. Meine Frau und ich haben auch mit der Probierbox, auf Empfehlung, angefangen. Bisher sind wir eigentlich nicht enttäuscht worden.
    Wie hier schon treffend steht, es ist schon relativ teuer. Je mehr Mahlzeiten (drei oder fünf) und Personen man hat, kann man den Preis pro Mahlzeit etwas drücken.
    Was hier auch schon geschrieben wurde, ab und an sind die Portionen doch ein wenig klein, aber mit jeder erfolgreichen Bestellung kann man die Gerichte bewertet und so hoffe ich doch, dass Verbesserungsvorschläge angenommen werden.
    Bisher kenne ich niemanden, der die vorgegebene Zeit wirklich einhalten kann.

    Was ich nicht ganz nachvollziehen kann… wie kann man nur die Wedges nicht hinbekommen? Die sind doch wirklich einfach zu fertigen :)

    1. Unsere Büroküche ist schlecht ausgestattet. Uns fehlt zum Beispiel ein Backblech. Und ohne Backblech sind sogar Kartoffelwedges eine echte Herausforderung. ;)

  4. Ich möchte mal behaupten, dass ich eine Cajun-Hähnchenbrust mit Kartoffelecken und Bohnen für deutlich unter 5,50 € p.P. hinbekommen kann.

      1. Und wer sagt, dass bei HelloFresh Bio-Qualität geliefert wird? Bei 30 € Warenwert für 12 Portionen bleiben noch 2,50 € pro Mahlzeit über. Dafür gibt’s kein Bio, sondern bewährte Discounter-Qualität inklusive Massentierhaltung. Guten Appetit, da gehe ich lieber zum Händler meines Vertrauens und kann mir die Ware vor Ort aussuchen.

  5. Unglaublich dämlich und dekadent.
    Müll produzierender Drecksmist .
    Ich finde kaum Worte für diese Scheiße.
    Ihr, die ihr so etwas im Abbo kauft, sollt echt daran verrecken, habt ihr überhaupt keinen Anstand mehr?

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    1. Ich kann zwar deinen Punkt verstehen dass man durch Versand, Verpackungen etc. die Umwelt um noch einiges mehr belastet, aber so beleidigend wie du das hier preisgibst, fällt es schwer dich nachzuvollziehen. Und dann auch noch zu sagen, dass andere keinen Anstand hätten… Erstmal Manieren lernen Freundchen

      1. Wieso fällt es dir schwer mich nachzuvollziehen?
        Für eine alte Oma oder einen bettlägerigen Kranken kann ich es durchaus noch akzeptieren Essen doppelt und dreifach verpackt zu bestellen, aber der normale Mensch, der unter Garantie die Möglichkeit hat, sich per Pedes, Fahhrad, Bus, Bahn oder Auto sein Essen normal, was auch ja meist auch schon unsinnigster Weise oft mehrfach verpackt ist, zu besorgen, dem spreche ich einfach jegliche Intelligenz ab, wenn er dies als Dauereinrichtung (Abbo) tut und wünsche ihn mir von dieser, unserer Erde zu verbannen. Lest euch doch mal bitte über das globale Müllproblem ein wenig schlau. Vielleicht werdet ihr es dann verstehen und so einen Mist nicht unterstützen!!!

        1. Ja also, jetzt gehts doch mit der Ausdrucksweise. Und das nächste mal nicht sofort losstänkern sondern sachlich und strukturiert deine Meinung schreiben, dann kann dich jeder nachvollziehen und vielleicht sogar von dir überzeugt werden. Sehr gut! Großes lob.

  6. Hallo zusammen,
    wir arbeiten mit HelloFresh zusammen und haben durchweg gute Erfahren mit HelloFresh gemacht. Auch die Erfahrungsberichte von Kunden, die wir an HelloFresh vermittelt haben, sind durchweg positiv – von Qualität, über Rezepte und Service. Einziger Kritikpunkt mancher Kunden ist der Preis. Aber das ist ja meistens der Hauptkritikpunkt bei Kunden. Wenn man sich den Preis pro Gericht effektiv runterrechnet, wie das hier Matthias gemacht hat, dann geht das schon in Ordnung. Man spart sich ja noch eine Menge Zeit, Arbeit und muss auch nichts wegwerfen, da alles optimal für die Gerichte portioniert ist.

    Zusätzlich bekommt man noch im HelloFresh Club zusätzliche Gimmicks für treue Kunden. Alle Infos und auch dauerhaft verfügbare 50 % Gutschein-Codes findet ihr hier: http://www.cupoco.com/companies/884-hellofresh-gutscheine

    @Redman:
    Du hast recht, es fällt Müll an. Man sollte es aber meiner Meinung nach relativieren und die Alternativen betrachten.

    Wenn Du im Supermarkt shoppen gehst, wirst Du schnell feststellen, dass die Lebensmittel wie z.B. Fleisch oder Kräuter normalerweise auch separat verpackt werden. Zudem wird Bio-Gemüse in Supermärkten, die nicht ausschließlich Bio verkaufen, zusätzlich verpackt, um sie als Bio zu ettiketieren – das entfällt beispielsweise bei HelloFresh. Die Verpackungen fallen einmal Wöchentlich an, da die Kochboxen auch für mehrere Mahlzeiten konzepiert sind.

  7. Den Punkt dass die eigentlich 66€ Box nur 30 kostet kann ich nicht nachvollziehen. Klar im Discounter gibt man vielleicht so viel aus, aber allein für das Fleisch zahlt man bei einem guten Metzger mehr…

  8. Ihr glaubt echt das ihr bei HelloFresh ein gutes Stück Fleisch von nem guten Metzger bekommt xD da bin ich aber skeptisch…
    Ansich find ich die idee gut aber nur wenn der service von meinem Lokalen laden kommt, das spart lieferwege und schafft mehr Auswahl bei den einzelnen Artikel.
    Aber die arme Tante Emma kann sich das nicht leisten weil wir geiz ja geil finden & die Rewevögel zu faul sind. (Nur in meinem Dorf, im nächsten Dorf der Rewe bringt :..() )

  9. Hellofresh gibt selbst an das 60 % der Artikel Bio sind. Und beim Fleisch handelt es sich definitiv um sehr gute Qualität .

    1. Wir haben jetzt schon 20 Boxen bekommen, und die Qualität der Ware kann man nicht mit der Ware im Discounter vergleichen. Das merkt man beim Fleisch als erstes – wenn man es in der Pfanne zubereitet tritt keine Flüsssigkeit aus, oder es wird auch nicht deutlich kleiner. Es ist top Qualität. Und zu der Verpackungsproblematik kann ich nur sagen das es verbesserungwürdig ist. Man hat die Möglichkeit die Kühlakkus nach jeder 4 Sendung kostenfrei zurückzusenden – das ist ein Anfang! Was ich nicht verstehe ist warum die Kartons nicht wieder verwertet werden. Sie sind von super Qualität und könnten neu befüllt werden, warum nicht einfach Mehrwegverpackung verwendet wird. Amazon in den USA liefert z.B. in Kunststoffbeuteln die mehrfach verwendet werden können.
      @REdman – was denkst du eigentlich wie die Waren in den Supermarkt kommen? Dort ist alles auch 3 bis 4 mal verpackt damit nicht zerstört wird – das siehst du nur nicht weil viele fleissige Hände das schon ausgepackt haben und fein säuberlich ins Regal einsortiert haben. Man sollte doch immer ein wenig über den Tellerrand sehen :). HelloFresh ist total lecker und sehr kreativ bei den Rezepten. Diese Sachen würde man nie zu Hause selber kochen – da fehlt einfach die Idee, und so sollte man auch HelloFresh verstehen – als Ideengeber und Frischelieferant – mein Fazit „Daumen hoch“ , sehr lecker, pünklich und Top Qualität.

  10. Hello Fresh hat das Rad an dem Punkt nicht neu erfunden, sie sind einfach auf einen fahrenden Zug aufgesprungen. Gegründet wurde Hello Fresh 2011. Seit 2010 existiert das Kochhaus mit einer Filiale in Berlin Schöneberg, Tendenz Wachsend. Filialen gibt es inzwischen in mehreren Großstädten und einen Lieferdienst haben sie auch.

    Hier hat einfach nur einer ein Erfolgsmodell aufgegriffen und bietet es nun Bundesweit mit Lieferung an. Für mich ist es aber deutlich bequemer in ein Kochhaus zu gehen wo ich meine Rezepte selber aussuchen kann anstatt eine Woche vorauszuplanen bis mein Essen geliefert wird. Da würd ich ja glatt verhungern ;-)

    Die Preise dürften untern Strich recht ähnlich sein. Man sollte beim Biofleisch aber nicht vergessen, dass dieses auch recht teuer ist und somit die Preise schnell hochtreibt.

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