Motorola Moto X und Moto G: Mögliches Verkaufsverbot

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Motorola könnte den Vertrieb von Moto X und Moto G einstellen müssen. Zusätzlich müsste Motorola dann auch alle fraglichen Geräte aus dem Handel zurück rufen. Grund dafür ist ein Urteil bezüglich einer Patentverletzung von LPKF Laser & Electronics. So soll es jetzt an einer Entscheidung seitens LPKF liegen, ob Motorola den Verkauf der Geräte einstellen muss, oder nicht. Eine Berufung von Motorola ist ebenfalls noch möglich.

Patentblogger Florian Müller, der schon Microsoft und Oracle in Patentfragen beraten hat, schreibt in einem Blogeintrag: “Wenn LPKF das Urteil durchsetzen will, droht ihm ein wirtschaftliches Risiko. Sollte LPKF Motorola zwingen, Produkte zurückzuziehen, könnte es später, wenn Motorola in Berufung geht und siegt, für wirtschaftliche Schäden haftbar gemacht werden.”

In dem Fall geht es um ein von LPKF weltweit patentiertes Verfahren zur Herstellung komplexer Antennen für Mobiltelefone und Tablets. Das Unternehmen hat laut BBC das Laser Direct Structuring (LDS) genannte Verfahren mitentwickelt. Mithilfe eines Laserstrahls werden Vertiefungen in ein Kunststoffgehäuse gebrannt, in denen dann Metallbeschichtungen befestigt werden können. Dieses Verfahren biete vor allem bei komplexen 3D-Antennen Kostenvorteile, so die BBC weiter.

“Je attraktiver ein Patent ist, desto härter muss man es verteidigen”, wird Ingo Bretthauer, CEO von LPKF, in der Pressemitteilung zitiert. Ein konsequentes Vorgehen gegen Patentverletzer gehöre für ein Technologieunternehmen inzwischen zum Tagesgeschäft.

Allerdings wurde das LDS-Patent von LPKF im vergangenen Jahr in China für ungültig erklärt, was das Unternehmen auch in seiner Pressemitteilung einräumt. “LPKF hat ein Wiederaufnahmeverfahren beantragt. Dieser Antrag wurde vom Obersten Chinesischen Volksgericht in Peking zur Prüfung angenommen. Weiterhin geht LPKF konsequent gegen Mobilfunkhersteller vor, die gefälschte LDS-Bauteile außerhalb von China in Umlauf bringen”, sagte LPKF.

Google verkauft Motorola an Lenovo

Ende Januar hatte Google Motorola Mobility für 2,9 Milliarden Dollar an Lenovo verkauft. Die Transaktion ist allerdings noch nicht abgeschlossen. “Wir sind von dem Urteil enttäuscht, aber Motorola hat Maßnahmen ergriffen, um Lieferunterbrechungen zu vermeiden”, sagte ein Sprecher des Handyherstellers dem britischen Fernsehsender.

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Tags :Quellen:LPKF.deVia:Stefan Beiersmann / ZDNet.de

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