ISEE-3-Schubdüsen ausgefallen: Kracht der kürzlich reaktivierte Satellit bald gegen den Mond?

ISEE3-ICE-trajectory

Vor ein paar Monaten übernahmen Hobby-Astronomen die Kontrolle des Satelliten ISEE-3, der bereits seit Jahrzehnten ohne Aufgabe im All unterwegs ist. Sie hatten es geschafft, eine Kommunikation zu dem Satelliten aufzubauen, seine Schubdüsen zu starten und so seine Flugbahn zu korrigieren. In den kommenden Wochen jedoch besteht die Gefahr, dass ISEE-3 auf der Mondoberfläche zerschmettert.

Wie die Los Angeles Times berichtet, seien die Schubdüsen des Satelliten ausgefallen, was eine weitere Kontrolle von ISEE-3 unmöglich mache. Die Ingenieure vermuten, es handele sich um ein (womöglich winziges) Gasleck. Die Folge: Für die Einspritzung des flüssigen Treibstoffs ist zu wenig Druck vorhanden. „Wenn man alles versucht hat, muss man sich irgendwann eingestehen, dass nichts mehr geht“, sagte Keith Cowing, Sprecher des ISEE-3-Projekts, welches von privaten Astronomen und Ingenieuren in einem umgebauten McDonalds-Restaurant auf dem NASA-Gelände in Mountain View, Kalifornien gestartet wurde.

Ohne die Schubdüsen können die Astronomen den Kurs von ISEE-3 nicht weiter korrigieren. Sie haben den Satelliten deshalb zurück in den sogenannten „Wissenschaftsmodus“ versetzt, in dem er ohne weitere Kontrolle Daten sammelt. Leider besteht die Wahrscheinlichkeit, dass er auf seiner jetzigen Flugbahn in absehbarer Zeit gegen den Mond kracht.

Doch einen Vorteil hätte die Kollision: Bei einem Aufprall würde ISEE-3 mehr Daten sammeln können als bei einem (normalerweise üblichen) Vorbeiflug.

Ursprünglich wollten die Astronomen ISEE-3 zurück in ein erdnahes Orbit bringen.

[LA Times, via Technabob.com]

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