Handy durchsucht: Cyberattacken auf Geheimdienst-Kontrolleure

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Ausländische Geheimdienste scheinen Smartphones deutscher Politiker und ihrer Helfer auszuspähen. Jetzt kam eine besonders dreiste Ausforschung ans Tageslicht, bei der ein Handy durchsucht sein soll. Doch der Fall ist mysteriös.

Im Berliner Regierungsbetrieb hat es nach Spiegel-Informationen weitere Fälle mysteriöser Handy-Ausspähungen gegeben. Betroffen war auch ein für die Kontrolle der Geheimdienste zuständiger Bundestagsabgeordneter.

Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass es einen Zusammenhang zur amerikanisch-deutschen Spionageaffäre geben könnte. Die engste Mitarbeiterin des Linken-Politikers Steffen Bockhahn bemerkte demnach am 30. Juli 2013 Manipulationen an ihrem Handy. Unbekannte sollen den gesamten SMS-Verkehr zwischen ihr und Bockhahn durchforstet, außerdem gezielt nach Dienst-Mails mit Bezug zum Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestages gesucht haben.

In der gedruckten Ausgabe des Spiegels wird erwähnt, dass es sich hierbei um ein Windows Phone 8.x-Gerät handelte. Es fragt sich nur was die Geheimdienste da gemacht haben. Eine normale Windows-Phone-Funktion zur Remotesteuerung des Smartphones existiert so nicht. Der Angreifer müsste sie schon in irgend einer Weise darauf installieren – beispielsweise durch kurzzeitiges Entwenden des Smartphones. Warum aber die Eingabe des fremden Benutzers dann sichtbar ist für den Eigentümer ist sehr seltsam.

Bockhahn gehörte dem Gremium in der vergangenen Legislaturperiode an. Er zählte zu den entschiedensten Kritikern der NSA, nachdem deren Aktivitäten in Deutschland durch Edward Snowden bekannt wurden. Das Bundeskriminalamt und das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern ermitteln seit August 2013 wegen des Verdachts auf Computersabotage und das Auskundschaften von Staatsgeheimnissen.

Hochrangige Regierungsbeamte vermuteten, „dass es sich um eine Geheimdienstoperation handelt„, sagte Bockhahn dem Spiegel. Auch der Obmann der Union im NSA-Untersuchungsausschuss, Roderich Kiesewetter, teilte mit, eine technische Überprüfung seines Handys habe ergeben, dass unbekannte Dritte darauf Zugriff hätten. Der Ausschuss-Vorsitzende Patrick Sensburg (CDU) sagte, nach den jüngsten Spionagefällen fürchte er einen „Dominoeffekt“: „Ich bin mir sicher, dass in den nächsten Wochen und Monaten noch mehr rauskommen wird und dass dabei nicht nur Amerika im Fokus stehen wird.

Bild: Shutterstock

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