Apple und IBM wollen gemeinsam Business-Markt erobern

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Apple möchte über eine Partnerschaft mit IBM verstärkt im Business-Markt mitmischen. Wie die einstigen Rivalen ankündigten sollen mehr als 100 neue Apps für iPhone und iPad erscheinen, die IBMs Know-how und Software aus den Bereichen Big Data und Analytik auf Mobilgeräten nutzbar machen. IBM plant außerdem iPhones und iPads zu verkaufen sowie Cloud-Dienste anzubieten, die speziell auf Apple-Geräte angepasst sind.

Während Apple also in erster Linie seine Endgeräte einbringt, besitzt IBM vor allem mit seinen Angeboten im Bereich Mobile Device Management und Enterprise Mobility Management (EMM) Kompetenzen. Zukünftig wird man sich seinen eigenen Firmenkunden selbst empfehlen. Dazu passt auch, dass die Angebote des wahrscheinlichen Joint Venture ausschließlich auf iOS verfügbar sein sollen und IBM iPhones und iPads mit den branchenspezifischen Lösungen an Unternehmenskunden weltweit verkaufen wird. Diese sollen dann auch auf neue Apple-Care-Service-Pakete und Apple-Support-Angebote zurückgreifen können, die sich an den Anforderungen von Firmen orientieren. IBM ergänzt den Service durch einen lange vermissten Vor-Ort-Service und optimierte Cloud-Angebote für die Anforderungen. Bereits im Herbst, also mit dem Start des neuen Betriebssystems iOS 8, könnten erste Angebote verfügbar sein. Im Laufe des Jahres 2015 sollen weitere folgen.

Gemeinsam gegen den Rest

Die Kooperation von Apple und IBM ist ein Angriff auf mehrere Konkurrenten. Während Microsoft mit seinem Business-Tablet Surface Pro 3 Marktanteile gut machen will und sich Samsung mit Knox an einer eigenen Business-Lösung versucht, stößt Apple aber gleichzeitig auch vielen anderen Management-Software-Anbietern, die bisher iOS-Geräte unternehmenstauglich machten, vor den Kopf. Mit der neuen Freundschaft zwischen Apple und IBM, die mit ihren „Made-for-Business-Apps“ unter anderem im Einzelhandel, Gesundheitswesen, bei Banken und Versicherungen, im Reise- und Transportwesen sowie der Telekommunikationsbranche Einzug halten soll, baut man also auch Barrieren zu einstig Kooperierenden.

“Zum ersten Mal überhaupt bringen wir IBMs bekannte Big Data Analytics in die Hände von iOS-Anwendern, was Apple eine große Marktchance eröffnet. Dies stellt einen grundlegenden Schritt für Unternehmen dar und ist etwas, das nur Apple und IBM liefern können”, sagt Apple-CEO Tim Cook in einer Pressemitteilung.

“Die Allianz mit Apple wird auf unserem Schwung aufbauen, mit dem wir diese Innovationen weltweit zu unseren Kunden bringen und wird von IBMs führender Rolle bei Analytik, Cloud, Software und Services profitieren. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Apple, dessen Innovationen unser Leben in einer Art und Weise verändert hat, die wir für selbstverständlich halten, aber ohne die wir uns nicht mehr vorstellen könnten zu leben”, wird Ginni Rometty, Präsidentin und CEO von IBM, in derselben Mitteilung zitiert. Die Allianz bringt ihrer Ansicht nach ähnlich weitgreifende Veränderung für das Berufsleben der Menschen, ganze Industriezweige und die Leistungsfähigkeit von Unternehmen. Auch wenn die Kooperation noch nicht unter Dach und Fach ist, bei dieser Vorfreude zweifelt wohl kaum noch jemand an der Verwirklichung.

Früher große Feinde

Man war sich nicht immer so grün wie aktuell. Als Apple ab Mitte der 70er Jahre seinen ersten Personal Computer entwickelte, galt IBM noch als übermächtiger Rivale und Microsofts Dominanz in der PC-Industrie war noch gar nicht abzusehen. Vor 30 Jahren richtete sich dann Apples legendärer „1984“-Werbespot gegen eine IBM-Diktatur. Der junge Steve Jobs ließ sich mit Stinkefinger unter einem IBM-Logo ablichten.

Tags :Quellen:Tagesschau Bilder: ShutterstockVia:Peter Marwan / ZDNet.de

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