Gericht: Spam-Ordner muss täglich kontrolliert werden

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Der Spam-Filter eines geschäftlichen E-Mail-Accounts kann nicht mehr länger als Ausrede dienen, wenn eine E-Mail nicht zur Kenntnis genommen wurde. Die Entscheidung des Bonner Landgerichts begründet sich auf einem Verfahren gegen einen Rechtsanwalt.

Jener Rechtsanwalt hatte die Klägern in einem Gerichtsverfahren vertreten, es aber versäumt, seiner Mandantin eine E-Mail der Gegenseite weiterzuleiten. Die hierdurch gescheiterten Vergleichsverhandlungen verursachten einen erheblichen Schaden bei der Klägerin. Der angeklagte Rechtsanwalt begründete sein Versäumnis damit, dass die E-Mail versehentlich “in den Spam-Ordner seines E-Mail-Kontos” gelandet sei. Erst drei Tage nach Eingang der E-Mail habe er Kenntnis von ihr genommen, weitergeleitet habe er sie erst nach über einer Woche. Das Landgericht Bonn akzeptierte diese Umstände nicht und verurteilte den Juristen am 10. Januar 2014 zu 90.000 Euro Schadensersatzzahlungen, was jedoch erst kürzlich an die Öffentlichkeit drang. Der Angeklagte habe die erforderliche Sorgfalt nicht beachtet, da er seinen Spam-Ordner nicht täglich kontrolliert habe, so Heise Online.

Damit muss nach Meinung des Gerichts jeder Inhaber eines geschäftlichen E-Mail-Accounts mit aktiviertem Spam-Filter die Nachrichten, die in den Spam-Ordner rutschen, täglich überprüfen, um auf versehentlich aussortierte Nachrichten reagieren zu können. Die Begründung lag im Falle des verurteilten Rechtsanwalts darin, dass seine E-Mail-Adresse auf seinem Briefkopf steht und dadurch als Kontaktmöglichkeit angeboten wird. Damit sei er auch dafür verantwortlich, “dass ihn die ihm zugesandten E-Mails erreichen”. Dass ihn die Nachricht, die in den Spam-Ordner rutschte, erreicht habe, sei zumindest im vorliegenden Fall unstrittig.

Tags :Quellen:Joerg Heidrich / Heise Online Bild: Shutterstock

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