NSA überwacht hauptsächlich normale Internetnutzer

(Bild: Shutterstock)

Vier Monate lang wertete die Washington Post eine Datensammlung des Whistleblowers Edward Snowden aus. Was viele vermuteten bestätigt sich nun in deren Erkenntnissen: Die NSA überwacht weitaus mehr normale Internetnutzer als solche, die man zielgerichtet und legal überwachen dürfte.

Laut Washington Post seien neun von zehn Opfern der NSA-Überwachung im In- und Ausland nicht die eigentlichen Ziele der jeweiligen Operation und deshalb illegal überwacht worden. Obwohl die Zeitung nicht auf Details der ausgewerteten Berichte eingeht, um unter anderem die anhaltenden Untersuchungen nicht zu gefährden, wird ein deutliches, wenn auch wenig überraschendes Bild gezeichnet. Neben E-Mail-Adressen, Namen und anderen Details bei den meisten der nicht freigegebenen Überwachungsziele ließen sich Informationen “voyeuristischer Qualität” erschließen. Dabei ginge es um Geschehnisse und Geschichten aus dem Alltag der unbescholtenen Überwachungsopfer. Diese ganz normalen Konversationen zwischen Freunden und Familien über persönliche Probleme und Hoffnungen wurden von mehr als 11.000 Accounts, trotz ihrer “Nutzlosigkeit” für Ermittlungen, katalogisiert und gespeichert.

Allerdings konnte die Post aus den Dokumenten auch ersehen, dass in mehreren Fällen, so zum Beispiel beim in Pakistan lebenden Bombenbauer Muhammad Tahir Shazad und einem Verdächtigen der Bombenanschläge auf Bali von 2002, Umar Patek, die Überwachungsergebnisse direkt zur Festnahme der Ziele führte.

Die Untersuchungen der Washington Post umfassten rund 160.000 E-Mails und Instant-Messenger-Konversationen, die teilweise mehrere hunderte Seiten lang waren, und 7.900 Dokumente von über 11.000 Accounts. Das betrachtete Material stammt aus dem Zeitraum von 2009 bis 2012.

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Tags :Quellen:Washington PostVia:Anja Schmoll-Trautmann / CNET.de

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