Schulen – IT-Ausstattung ist oft zum Fürchten

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Habt ihr Kinder oder seid selbst noch in der Schule? Wie siehts mit dem Fach Informatik und der Ausstattung der Schule mit PCs aus? In vielen Fällen ziemlich übel, wie eine Umfrage jetzt ergeben hat.

Bei der Qualität der IT-Ausstattung gibt es große Unterschiede zwischen den Schulen. Etwas mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Bundesbürger mit schulpflichtigen Kindern sagt, die technische Ausstattung an Schulen mit Computern und Internetzugängen sei mittelmäßig (31 Prozent), schlecht (17 Prozent) oder sogar sehr schlecht (7 Prozent).

Rund jeder Vierte (27 Prozent) hält die technischen Voraussetzungen dagegen für gut, rund jeder Sechste (16 Prozent) für sehr gut. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Bitkom.

„Wir müssen unsere Anstrengungen erhöhen, um die Kreidezeit in unseren Schulen zu überwinden. Unsere Kinder brauchen Medien- und IT-Kompetenz in praktisch allen Berufen sowie im Alltag. Eine entsprechende Ausstattung der Schulen ist dazu die notwendige Voraussetzung“, so Achim Berg von Bitkom.

Der Bitkom fordert für jeden Schüler ein mobiles Endgerät wie ein Tablet oder ein Notebook sowie ein interaktives Whiteboard oder Smartboard für jeden Klassenraum. Wie das finanziert werden soll, steht auf einem anderen Blatt.

Auch der Kenntnisstand der Lehrer rund um Computer und Internet wird von den Eltern mehrheitlich kritisch bewertet. Etwa jeder Zweite (52 Prozent) sagt, die Lehrer hätten in diesem Bereich nur mittelmäßiges (38 Prozent), schlechtes (9 Prozent) oder sogar sehr schlechtes (5 Prozent) Wissen. Demgegenüber hält rund ein Viertel (26 Prozent) die IT-Kenntnisse der Lehrer für gut, 17 Prozent sogar für sehr gut.

„Wir wissen, dass es viele sehr gute und sehr engagierte Lehrer im Bereich IT und Informatik gibt. Medienkompetenz muss aber ab der Grundschule in allen Fächern vermittelt werden. Systematische und verbindliche Weiterbildungsangebote sind für alle Lehrer besonders wichtig“, so Berg.

Was haltet ihr von den Forderungen, jedem Schüler Mobiltechnik an die Hand zu geben? Sind eure Lehrer auch so schlecht im IT Bereich oder gibt es löbliche Ausnahmen? Schreibt eure Erfahrungen einfach in die Kommentare.

Bild: Shutterstock

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  1. Das ist ja leider nicht nur in den Schulen so. Ich sitze seit 6 Jahren an uralt Windows XP Rechnern, in einem Laden, bei dem die IT auch nur für die Anwesenheit bezahlt wird. Wechsel auf anderes Betriebssystem? Neue Rechner? Tja, das “erlaubt” die Leitung vom Hauptstandort angeblich nicht. Na klar, so wird’s sein und als ITler hat man auch keine Argumente, wie man mit solchen Personen wenigstens mal ein Gespräch führen könnte, Stichwort “keine Unterstützung mehr von XP”. Traurig sowas.

    Und Thema Schulen… naja, die jungen Lehrer sind in der Minderheit und die älteren wissen meist gerade einmal, wie sie den PC anschalten sollen. Und zu Hause ist es doch meist nicht anders. Viele wissen nicht ,wie sie den PC richtig bedienen (lest mal in diversen Mutti-Foren) und entsprechend haben sie auch keine Ahnung, was ihr Kind da eigentlich am PC treibt. Die erhoffen sich, mit dem Installieren einer “Kinderschutzsoftware” ist alles gut und der Junior surft dann fein, brav und anständig auf den Seiten, die für ihn vorgesehen sind. Dass die Kids aber nicht so blöd sind (und entsprechend niedliche Schutzsoftware mit ein paar Klicks aushebeln), wie viele Eltern meinen, wissen aber leider nicht…

  2. Ich arbeite in einer Schule als ITler und bin dort dafür zuständig, dass man mit den Geräten arbeiten kann. Aus meiner Erfahrung kann ich nur bestätigen, dass die Ausstattung in den meisten Fällen mehr als mittelalterlich ist. Bei uns werden im täglichen Betrieb Geräte eingesetzt die inzwischen bis zu 11 Jahre alt sind. Die neusten Geräte sind von 2007, die gab es vor einem Jahr als Spende, da die Geräte zu alt waren, um beim Spender eingesetzt zu werden.

    Der Schulträger hat das letzte Mal vor 9 Jahren eine sehr begenzte Anzahl von (damals) mittelmäßigen Geräten finanziert. Neue Geräte können beantragt werden. Die Mindestwartezeit ist zwei Jahre (nachdem der Antrag bewilligt wurde). Dann wird die Schule ggf. mit Geräten ausgestattet, die wiederum in der unteren Mittelklasse liegen.

    WLAN gibt es nicht, das hat der Schulträger verboten. Dieser zwingt die Schulen inzwischen auch mittelfristig sämtliche eigene Infrastruktur aufzugeben und sich der Stadt zu unterstellen. Daraus resultieren eine Reihe von vollständig abgeschotteten Geräten, auf denen nur lizensierte Software aus dem Hause MS genutzt werden kann. Vorausgesetzt die Schule hat die nötigen Mittel, um die Lizenzkosten zu bezahlen, denn diese werden nicht vom Schulträger übernommen. Zusätzliche pädagoschie Software (auch freie Software) kann dann bei dem zuständigen Amt beantragt werden. Nach entsprechenden Fristen wird diese dann vielleicht installiert.

    Innerhalb der Schule werden die Geräte nur von einer begrenzten Anzahl der Kollegen genutzt. Dazu hat die Schule Notebooks, die Lehrer für den Unterricht benutzen können. Leider werden diese von den Kollegen durch schlechte Behandlung beschädigt (“ist ja nicht mein eigenes Gerät”). Im Schnitt gehen max. acht von zehn Geräten. Mäuse, Netzteile und Netzwerkkabel verschwinden wöchentlich.

    Private Geräte dürfen von Lehrer mitgebracht und im Schulnetz auch verwendet werden. Schüler dürfen das bisher nicht bzw. nur sehr eingeschränkt. Tablets und Smartphones können da es kein WLAN gibt auch nur sehr eingeschränkt genutzt werden.

    Seit neustem ist nach einer initiative aus dem Kollegium eine Ergänzung in der Schulordnung, die Schülern die Verwendung von Geräten wie Smartphones, Tablets und Notebooks auf dem Schulgelände untersagt, auch außerhalb des Unterrichts wie etwa in Freistunden.

    Der Lehrplan sieht den Informatikunterricht als Wahlpflicht Fach in der Oberstufe vor. In der siebten Klasse wird an meiner Schule ein verpflichtender Medienkompetenz Unterricht gehalten (Officeanwendungen, Bildbearbeitung, … eben das übliche). Früher, etwa ab der Fünften Klasse, ist dies laut Aussage der Schule nicht möglich, da die Kinder hier noch garnicht mit den Geräten um gehen können.

    Insgesamt mangelt es dem Kollegium leider sehr an Veständnis und Wissen in diesem Bereich. Leider besteht auch eine vehemente Ablehnung einer Auseinandersetzung damit. Das sieht man auch sehr schön daran, dass die Beamer, die in jedem Klassenraum hängen, pro Schuljahr im Durchschnitt weniger als 50 Stunden benutzt werden.

  3. Dem ist so, aber dann wäre auch die Bitcom gefordert. Bei vielen Kantonen und Gemeinden sind die Steuereinnahmen rückläufig, es wird an allen Ecken und Ende gespart. Für viele Schulen wird es immer schwieriger neue Budgetposten im ICT Bereich durchzubringen.
    Neben der Infrastruktur, braucht es auch den technischen und pädagogischen Support. Der Bitcom soll sich für bessere Schulpreise, Sponsoring oder kostenloses schnelles WLAN einsetzen.

  4. Die IT-Ausstattung der Schüler ist durchweg sehr gut, denn fast jeder besitzt heute ein Smartphone. Wichtiger als irgendwelche Notebooks und Tablets wäre ein flächendeckendes schnelles WLAN in der Schule.

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