Microsoft ermöglicht Sperrung von Bing-Suchergebnissen

Radiergummi

Das Internet vergisst nie. Aber ab und zu hätte man doch gerne einen Radiergummi für bestimmte Inhalte. Microsoft gibt Nutzern der Suchmaschine Bing jetzt die Möglichkeit, die Sperrung von Suchergebnissen zu beantragen.

Nachdem Google diesen Service bereits seit einigen Wochen anbietet, hat Microsoft für Bing nun ein entsprechendes Formular online gestellt. In dem kann die Blockierung einzelner Seiten verlangt werden, falls diese die eigene Privatsphäre nachweisbar verletzen. Dazu sind möglichst ausführliche Angaben zur eigenen Identität und zum Grund der Sperrung erforderlich.

Gesperrt werden können nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes insbesondere Informationen, die „inadäquat, irrelevant … oder exzessiv“ sind. Auch „veraltete“ Informationen können aus den Suchmaschinen entfernt werden. Das Verfahren wurde 2010 von einem spanischen Anwalt angestoßen. Dieser klagte auf Verletzung seiner Privatsphäre, nachdem Google eine Meldung zur Pfändung seines Hauses als prominentes Suchergebnis in Verbindung mit seinem Namen angezeigt hatte. Die Entscheidung ging bis vor den Europäischen Gerichtshof, der am 13. Mai auf „das Recht vergessen zu werden“ für europäische BürgerInnen entschied.

Dabei behält Microsoft sich vor, dem Antrag erst nach sorgfältiger Prüfung stattzugeben. Beim Einführen der Google-Variante war es nämlich umgehend zu Missbrauchsfällen gekommen, in denen unter anderem einige Artikel des Guardian und des BBC Blog aus den Ergebnissen gestrichen worden waren.  Solche Zwischenfälle möchte der Konzern aus Redmond vermeiden und fragt deshalb auch, ob es sich beim Antragsteller um eine Person des öffentlichen Lebens handelt. So soll beispielsweise der Zensur kritischer Artikel durch einen Betroffenen vorgebeugt werden.

Bing Logo: Microsoft. Bild: Iurii Kachkovskyi @ shutterstock.com.

Tags :Quellen:Bing, Bing AntragsformularVia:Reuters

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