Oliver Samwer: Regierung muss Risikokapital bereitstellen

image

Der Chef von Deutschlands größter Internet-Beteiligungsgesellschaft Rocket-Internet, Oliver Samwer, fordert von der Berliner Politik eine andere Form der Gründer-Förderung. Sie solle selbst Risikokapital bereit stellen, fordert der Unternehmer.

Ein Schritt in die richtige Richtung wäre es, das Thema Risikokapital im großen Stil anzugehen und zu verändern: Die Bundesregierung könnte zum Beispiel zwei Milliarden Euro in die Hand nehmen und damit als eine Art Co-Investmentfonds für Zukunftsthemen agieren“, sagte Samwer dem Handelsblatt

Investiert ein Privatunternehmen 20 Millionen, investiert der Staat zehn und so weiter. Da kein Investor gern eigene Millionen verliert, wäre das Geld bestmöglich abgesichert. Mit einem ‧solchen Anreiz würde viel mehr ins Digitale investiert werden“, so Samwer weiter.

Die deutsche Bundesregierung will am Montag über eine neue Digital-Strategie beraten. Nach Ansicht von Samwer ist frisches Geld derzeit das Hauptproblem für deutsche Gründer. Auch die Geldflut an den Märkten hätte daran nichts geändert: „Es ist wirklich zu wenig. Der Staat könnte die notwendige Entwicklung anschieben. Auch Airbus wäre nie gegründet worden ohne staatliche Unterstützung. Da könnte Berlin mit überschaubaren Mitteln sehr viel erreichen“, sagte Samwer dem Handelsblatt.

Bild: Heisenberg Media from Vienna, Austria / Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 2.0 generisch“

  1. wichtiger wär’s, wenn Regierung und Justiz gegen windige Gestalten, deren Geschäftsmodell aus Abzocke (Jamba) und dem Kopieren fremder Ideen (ebay/Alando; youtube/MyVideo; facebook/whateverVZ; Zappos/Zalando; Groupon/citydeal; etc.) besteht, in wirksamer Weise vorgingen

  2. Weshalb sollte der Stadt grundsätzlich Investoren mit viel Geld im Hintergrund bei der Unternehmensgründung finanziell unterstützen, damit diese Investoren möglicherweise ihr eingesetztes Kapital nicht verlieren?

    Wenn ich das Modell der Samwer-Brüder richtig verstehe, geht es doch dabei um:
    1. Kopiere ein Geschäftsmodell und investiere möglichst viel, möglichst fremdes Geld (sei es Risikokapital von anderen Unternehmen, Banken oder privaten Investoren unter Ausnutzung aller möglichen öffentlichen Fördertöpfe), möglichst schnell in den Aufbau eines riesigen, den Markt erschlagenden Kopisten.
    2. Verkaufe deinen Kopisten möglichst teuer, wenn er laut Geschäftsbericht so groß geworden ist, dass er aufgrund optimistischer Geschäftsprognosen kurz oder in Bälde davor steht, aus der Verlustzone herauszukommen.
    3. Behalte wenigstens einen vorgeblich signifikanten Teil der Anteile des verkauften Unternehmens, um nach Außen darstellen zu können, dass Du an das Unternehmen glaubst.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising