Microsoft verabschiedet sich von Android-Reihe Nokia X und 18.000 Mitarbeitern

Nokia-X2-Dual-SIM-hero-3

Im Rahmen der gestern angekündigten Umstrukturierung wird Microsoft mehrere Gerätesparten von Nokia einstellen. Damit verkündete man das Aus für einige Smartphone-Reihen, die man erst im April übernommen hatte. Nicht nur die Nokia-X-Serie mit Googles Betriebssystem Android, auch etwa jeder siebte Angestellte wird aus dem Konzern austreten müssen.

Auch die S40-Feature-Phones und die Asha-Geräte wird Microsoft laut The Boy Genius Report India aufgeben. Wie Stephen Elop, Vizepräsident und Chef der Nokia-X-Gerätesparte, in einem Rundschreiben an die Microsoft-Mitarbeiter verkündete, konzentriere man sich „insbesondere darauf, den Markt für Windows Phone zu bereiten. Kurzfristig werden wir die Windows-Phone-Verkaufszahlen ankurbeln, indem wir mit Lumia günstigere Smartphone-Segmente ansprechen, den am schnellsten wachsenden Bereich im Markt. Zusätzlich zu dem bereits geplanten Portfolio werden wir weitere Low-Cost-Lumia-Geräte abliefern, indem wir ausgewählte künftige Nokia-X-Designs und -Produkte auf Windows-Phone-Geräte übertragen. Diese Änderungen setzen wir sofort um, während wir die vorhandenen Nokia-X-Produkte weiterhin verkaufen und unterstützen.”

Darüber hinaus kündigte Elop weitere organisatorische Veränderungen an. So will Microsoft die früheren Nokia-Sparten Smart Devices und Mobiltelefone zusammenlegen. Der Geschäftsbereich Phones werde künftig von Jo Harlow, der für Smart Devices verantwortlich war, geleitet. Das Team sei nicht nur für den Erfolg der Lumia-Produkte, sondern auch für den Übergang bestimmter künftiger Nokia-X-Produkte zu Lumia und den laufenden Geschäftsbetrieb verantwortlich.

Noch im April, also nach Abschluss der Übernahme von Nokias Handysparte, hatte Elop die Entscheidung verteidigt, auf Android basierende Smartphones auf den Markt zu bringen. Zugleich widersprach er zu dem Zeitpunkt der Vermutung, Microsoft werde die erst im Februar vorgestellte Produktfamilie Nokia X wieder aufgeben.

Im Juni stellte das Unternehmen dann sogar mit dem X2 einen Nachfolger des Nokia X vor. Trotzdem ist das Ende des Android-Experiments keine große Überraschung, denn Microsoft hat Nokia nicht gekauft, um Android voranzubringen. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob es sich in aufstrebenden Märkten, in denen Android sehr erfolgreich ist, mit Windows Phone durchsetzen kann. Das Update Windows Phone 8.1, das derzeit an die entsprechenden Geräte verteilt wird, schürt aber durchaus die Erwartungen.

Etwa jeder Siebte muss gehen

Gleichzeitig ist das Ende mancher Nokia-Reihen nicht die einzige weitreichende Veränderung, die beschlossen wurde. Bis Mitte 2015 will Microsoft weltweit 18.000 Arbeitsplätze streichen – die größte Entlassungswelle in der fast vierzigjährigen Geschichte des Softwarekonzerns. Dabei werden 12.500 Mitarbeiter der finnischen Handysparte Nokia das Unternehmen verlassen müssen – also jeder Zweite, der im April zu Microsoft übergegangenen Mitarbeiter. Insgesamt setzt Microsoft damit 15 Prozent seiner 127.000 Beschäftigten vor die Türe, um den Konzern strategisch neu auszurichten, so CEO Satya Nadella, der auch Abfindungen und Unterstützung bei der Jobsuche für alle betroffenen Mitarbeiter versprach. Wie Spiegel Online berichtet, kostet der Stellenabbau über die nächsten vier Quartale zwischen 1,1 und 1,6 Milliarden Dollar vor Steuern.

Tipp: Wie gut kennst du Nokia? Überprüfe dein Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de

Tags :Quellen:Larry Dignan, ZDNet.com Andre Borbe, Silicon.de Bild: MicrosoftVia:Stefan Beiersmann, ZDNet.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising