Pd.id soll K.O.-Tropfen in Drinks erkennen

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Die Indiegogo-Kampagne Pd.id sucht Financiers für einen Sensor, der erkennt, ob sich Drogen im Getränk befinden, um einer nicht gerade seltenen Gefahr entgegenzuwirken. Manche Substanzen, wie beispielsweise K.O.-Tropfen, werden dann sogar auf dem Smartphone angezeigt. Ganz neu ist die Idee aber nicht.

„Die Arbeit am Pd.id wurde vorangetrieben, weil es in meinem Freundeskreis 18 Fälle gibt, in denen jemand unter Drogen gesetzt wurde und weil meine Kinder mittlerweile selbst Teenager sind“, sagte David Wilson über die Gründe seiner Erfindung. Tatsächlich sprach beispielsweise die Staatsanwaltschaft Leipzig bei „25 bis 30 Prozent aller Anzeigen bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ von einem Hintergrund, der auf K.O.-Tropfen hindeutet. Auch in Nordamerika, der Heimat Wilsons, geht man von 25 Prozent aus – viele Fälle werden dabei gar nicht zu Anzeige gebracht. Um sicher dagegen vorzubeugen basiert Pd.id auf der Technologie, die von Drogenvollzugsbehörden jahrelang eingesetzt wurde. Weiterführende Arbeiten an deren Technologie sollen den Pd.id benutzerfreundlich und bezahlbar machen.

Die letztendliche Anwendung soll den Herstellern zufolge tatsächlich recht simpel werden. Wird der acht Zentimeter lange Pd.id mit der dafür vorgesehenen Seite voraus in den Drink gehalten, füllt sich eine kleine Kammer mit Flüssigkeit. Binnen weniger Sekunden misst der Pd.id Lichtspektrum, elektrische Leitfähigkeit und Temperatur, um das Getränk und seine Komponenten zu identifizieren. Erkennt der Pd.id Drogen, leuchtet die rote LED am Ende des Sensors. Wer den Pd.id mit seinem Smartphone verbindet wird nicht nur über den unnormalen Inhaltsstoff informiert, sondern hält den Sensor mit einer umfangreichen Datenbank, die das Team um neue Substanzen permanent ergänzen möchte, aktuell. Der Pd.id erkennt grundsätzlich gängige, verbreitete Drogen. Dazu zählen Alkohol, Zolpidem, Rohypnol und andere Benzodiazepine oder benzo-ähnliche Drogen.

Ein Test vor jedem Schluck

Da der Pd.id eine kleine Probe der Flüssigkeit nimmt, sollte er mit Wasser gespült, am besten sogar mit antibakterieller Seife gereinigt werden. Nach etwa 30 bis 40 Tests muss auch der Lithium-Ionen-Akku des Sensors wieder aufgeladen werden. Hierüber wird man aber durch die LED beziehungsweise das User Interface am Smartphone informiert. Ach ja, á propos Smartphone: Der Pd.id wird mit dem iPhone ab Version 4, neueren Android-Geräten und Blackberry 10 kompatibel sein. Schade also, dass Besitzer von Windows-Phone-Geräten wieder einmal außer Acht gelassen werden. Hundertprozentige Sicherheit kann man aber auch mit dem Pd.id nur schwer erreichen, schließlich können fremde Substanzen auch ins Glas gelangen, wenn man schon die Hälfte seins Drinks getrunken hat, ihn aber für ein paar Momente nicht im Auge behielt. Doch wer möchte wirklich vor jedem Schluck einen Sensor ins Getränk stecken? Praktischer wäre beispielsweise ein am Glas befestigter Strohhalm, der in jedem Lokal standardmäßig eingesetzt wird. Eine ähnliche Strohhalm-Idee hatten bereits zwei Professoren der Uni Tel Aviv. Die Kosten trügen dann allerdings nicht die potentiellen Opfer, sondern die Barbetreiber.

Hier geht´s zur Crowdfunding-Kampagne

Mit der aktuellen Indiegogo-Kampagne, die bis 29. August 2014 läuft, möchte man mindestens 100.000 Dollar sammeln, um den Sensor für 75 Dollar pro Stück (etwa 55 Euro) an den Mann und die Frau bringen zu können. Sollte man mehr Geld aquirieren, hat man bereits entsprechende Pläne geschmiedet. Mit 500.000 Dollar im Rücken würden die Entwickler eine separate Datenbank implementieren und damit Nährstoffe sowie Kalorienanzahl des Drinks verfügbar machen. Wird der Pd.id mit 750.000 Dollar unterstützt, integriert man eine Notalarmfunktion in der App, die auf einer Karte entsprechende Einrichtungen darstellt, obwohl das eigentlich nach einem Feature klingt, das auch unter relativ geringem Aufwand hinzugefügt werden könnte.

Um solche Summen vielleicht tatsächlich zu realisieren, bietet man im Rahmen der Crowdfunding-Kampagne auch Angebote für Schulen, Sportvereine oder Betriebe an, die sich in fünf verschiedenen Gruppengrößen von fünf bis hin zu 1.000 Pd.ids für 50.000 Dollar sichern können. Ab April 2015 könnten Barbesuche für den Ein oder Anderen dann wieder ein bisschen sicherer werden.

Tags :Quellen:Bild: Pd.id/Twitter Indiegogo YouTube
  1. Wieso werden eigentlich manche Kommentare nicht veröffentlicht und wenn ich sie nochmal abschicke steht das dieser Kommentar schon vorhanden ist. Oder hab nur ich dieses Problem?

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