Gaming-Headset selber bauen? – Alle Vor- und Nachteile

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Für eine optimale Spieleerfahrung braucht man verschiedenste Komponenten: Ein knackiges Game, eine leistungsfähige Kombination aus Computer und Bildschirm, einen bequemen Sessel und ein ausgereiftes Headset. Die Modelle der Anbieter haben hierbei zwar ihren Reiz, für den Ein oder Anderen könnte sich aber auch ein Gaming-Headset der Marke Eigenbau auszahlen. Wir haben analysiert.

Für jede Komponente des Spieleerlebnisses bieten Hersteller wie Logitech, Corsair und Creative die richtige Hardware an. Vor einem Jahr veröffentlichte Logitech mit dem G430 das neueste Modell im Produktportfolio und wir stellten uns die Frage, ob Gaming-Headsets tatsächlich die beste Wahl sind. Ein Headset für Spieler besteht aus zwei bis drei Komponenten. Zuerst haben wir natürlich die Kopfhörer. Diese lassen sich nach verschiedenen Kriterien, wie dem Tragekomfort, Schallisolierung und selbstverständlich dem Klang in verschiedenen Frequenzbereichen, bewerten. Direkt integriert, ob fest installiert oder abnehmbar, befindet sich am Headset ein Mikrofon. Dieses ist leicht in einer guten Distanz zum Mund des Trägers justierbar und häufig mit einem einfachen Tastendruck zu deaktivieren. Je nach Budget bieten teurere Modelle integrierte 5.1- oder 7.1-Surround-Sound Module, die keine entsprechende Soundkarte voraussetzen.

Surround-Sound ist gerade bei Shootern, aber auch bei Spielen wie League of Legends ein wichtiges Mittel um Gegner schnell zu lokalisieren. Wer sich über eine Neuanschaffung Gedanken macht, muss sich darüber im Klaren sein, welche Spiele er vermutlich spielen wird. Ist man primär bei FPS Titeln im Multiplayer-Modus unterwegs, ist ein Headset, das 5.1- oder 7.1-Surround-Sound bietet, Pflicht. Für andere Genres wie Strategie, RPGs oder Adventures reicht bisweilen auch Stereo-Sound. Headsets wie das Logitech G430 und das Corsair Vengeance 1500 bieten den vollen Funktionsumfang in einem Gerät. Preislich bewegen sich diese Geräte zwischen 79€ und 91€.

Test: Turtle Beach Ear Force Shadow – Das Gaming-Headset zu Call of Duty Ghosts

Eigentlich alles gut, oder? Gaming-Headsets werden überdies umfangreich von Spielemagazinen getestet und der Favorit für den persönlichen Stil so relativ leicht identifizierbar gemacht. Dennoch, wer nicht an einem Laptop, sondern einem PC spielt, ist unter Umständen erst mit einem selbstgebauten Gaming-Headset vollends zufrieden. Dann hat er nämlich selbst die Kontrolle über die Komponenten, kann – sofern vorhanden – seinen Bastler-Trieb ein klein wenig ausleben und sich außerdem größere Reparaturkosten ersparen. Der große Nachteil bei Gaming-Headsets liegt schließlich in einem ihrer scheinbaren Vorzüge: Das System ist komplett. Bei manchen Modellen lässt sich womöglich das Mikrofon entfernen, aber spätestens das Soundmodul ist unausweichlich fest integriert. Hardware hat allerdings die lästige Angewohnheit, nach einiger Zeit ihre Funktionalität einzubüßen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es ein Kabelbruch, ein defekter Kopfhörerbügel oder irgendein anderes Problem ist. In der Regel wird mit dem Versagen einer Komponente das gesamte Headset nutzlos, weil es nur noch für einen der eigentlichen Einsatzbereiche zu verwenden ist, oder schlimmstenfalls für keinen. Hat man dann noch das Pech, dass solche Probleme nach dem Gewährleistungszeitraum auftreten, steht meist eine Neuanschaffung an.

Diese beiden Herrschaften demonstrierten die Vorzüge eines Gaming-Headsets mit 7.1-Surround-Sound. Bild: YouTube

Diese beiden Herrschaften demonstrierten die Vorzüge eines Gaming-Headsets mit 7.1-Surround-Sound. Bild: YouTube

Wählt man die benötigten Komponenten vollständig selbst, bleibt einem dieses Schicksal zumindest in seinem vollen Ausmaß erspart. Durch Kombination eines HiFi Kopfhörers mit einem günstigen Clip-On Mikrofon und einer Soundkarte die in der Lage ist, 5.1 Sound zu simulieren, hat man sein eigenes Headset schnell zusammen. Bei der Auswahl eines passenden Kopfhörers hilft zum Beispiel kopfhoerer.com. Preislich bewegt man sich im Falle der ersten Anschaffung ungefähr im gleichen Bereich wie bei der Anschaffung eines Gaming-Headsets. Eine entsprechende Soundkarte schlägt mit rund 50 Euro zu Buche, erste taugliche Kopfhörer und Clip-On Mikrofone bewegen sich zusammen im Rahmen von etwa 30 Euro. Gute Gaming-Headsets müssen für den Einzelnen bei der Erstanschaffung aber nicht zwingend teurer sein, wie beispielsweise dieses Produkt beweist.

Herr des eigenen Gaming-Headsets

Die Vorteile einer eigenständigen Zusammenstellung liegen auf der Hand. Ist eine Komponente defekt, kann sie ausgetauscht werden, ohne das komplette Gerät neu anschaffen zu müssen. Außerdem hat man auf diese Weise eine deutlich größere Auswahl bei der verwendeten Hardware. Gaming-Headsets sind darüber hinaus gerade für Menschen mit etwas größeren Köpfen häufig zu unbequem. Angenehmen Tragekomfort findet man aber gerade dort, wo die Kopfhörer für langes Tragen optimiert worden sind, also im HiFi-Bereich. Die Klangqualität ist dazu in der Regel besser, auch wenn das natürlich eine Geschmacksfrage ist. Hier nochmal die Vor- und Nachteile auf einen Blick:

Gaming-Headset

Pro:

  • Alles in einem Gerät
  • Dank USB im Grunde überall einsetzbar
  • Zusätzliche Funktionen, wie das Deaktivieren des Mikrofons per Tastendruck

Contra:

  • Totalausfall bei Komponentendefekt
  • Qualität der verbauten Hardware

Eigenbau-Headset

Pro:

  • Freie Wahl der Komponenten ermöglicht höhere Qualität der Hardware
  • Größere Möglichkeit der Feinabstimmung auf Klangansprüche
  • Komponenten können einzeln ersetzt werden
  • Bessere Chancen auf individuellen Tragekomfort

Contra:

  • Spätestens für FPS wird zusätzliche Soundkarte nötig
  • Mit Laptops nicht immer realisierbar
Quellen:Bild: YouTube / Shutterstock

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