Google Now schlägt Apples Siri

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Sprachassistenten haben einiges drauf, werden aber, sofern man seinen Augen und Ohren trauen kann, trotzdem nur von den wenigsten regelmäßig benutzt. Der Piper-Jaffray-Analyst Gene Munster hat nun erneut die Sprachassistenten von Google und Apple verglichen und festgestellt, dass Google Now mittlerweile sogar mehr Fragen richtig beantwortet als Siri.

Google-Now-Werbung flimmert diese Tage auf zahlreichen Sendern über die Fernseher des Landes. Siri hat das schon hinter sich und bekam darüber hinaus auch schon eine tragende Rolle in der Big Bang Theory-Episode, in der gleichzeitig die bayerische Tracht samt Brezen von Sheldon und Amy im Zuge einer neuen „Spaß mit Flaggen“-Folge zelebriert wurde. Wie auch immer, Sprachassistenten wie Google Now, Siri, Microsofts Cortana und jüngst auch der Blackberry Assistant könnten sich langsam zu einer Schlüsselfunktion für Mobilgeräte entwickeln. Die Genauigkeit und Performance eines Sprachassistenten kann zukünftig also vermehrt ein Kaufkriterium für ein spezielles Mobilgerät und dessen Betriebssystem sein. Gene Munster hat deshalb Google Now und Siri 800 Fragen gestellt und analysiert, wie gut sie gesprochene Sprache verstehen und ob sie korrekt auf die Fragen antworten. Während vor einem guten halben Jahr noch beide Assistenten mit einer 3+ abschnitten, steigerte sich Siri auf eine 2-, Google Now sogar auf eine glatte 2. Welche Noten die beiden wohl bekämen, wenn sie von einem waschechten Bayer getestet würden?

Wie Munster in zwei Mitteilungen an Investoren ausführt, wurden die 800 Fragen an Google Now und Siri zur einen Hälfte im Freien und zur anderen Hälfte in geschlossenen Räumen gestellt. Sie deckten fünf Kategorien ab: Ortsinformationen, Handel, Navigation, allgemeine Informationen und OS-Befehle. Munster und sein Team fanden dabei heraus, dass Siri nur bei drei Prozent der Fragen auf Google verwies. Bei einer ähnlichen Untersuchung im Dezember 2012 lag der Wert noch bei 27 Prozent. Stattdessen nutzt Siri heute, wie auch im neuen Mac OS X Yosemite, Microsofts Bing als Standardsuchmaschine und Apple Maps für Navigationsanfragen. Vier Prozent aller Fragen konnte Siri von sich aus beantworten, also ohne Verweise auf Suchergebnisse, was eine Verbesserung gegenüber dem einen Prozent vom Dezember darstellt.

“Wir glauben, dass Siri die Zahl der Suchanfragen, die sie ohne externe Quellen beantworten kann, weiter steigern wird”, erklärte Munster. “Das ist wichtig, denn wenn Siri Anwender dauernd zu anderen Suchmaschinen weiterleitet, würden sie wahrscheinlich direkt Google oder eine andere Suche statt Siri nutzen.”

Apples Sprachassistent konnte vor allem damit punkten, dass er zum Beantworten der Fragen Daten aus mehreren Quellen hinzuzog und bestimmte Ergebnisse nach Entfernung oder Bewertungen sortierte. Das brachte ihm schließlich die Schulnote 2- ein, nach einer 3+ im vergangenen Dezember. Google Now verbesserte sich hingegen von einer 3+ auf eine glatte 2 und konnte Siri so knapp hinter sich lassen. Es beantwortete 86 Prozent der von ihm verstandenen Fragen korrekt, während Siri auf 84 Prozent kam. Im Dezember hatte die Trefferquote von Google Now mit 81 Prozent noch leicht unter Siris mit 83 Prozent gelegen. Die große Stärke von Google Now liegt laut Munster im Auffinden von Navigationsdaten, sowie von Orts- und allgemeinen Informationen. Schlechter als Siri war es hingegen bei der Interpretation von OS-Befehlen wie “Spiel einen Song der Beatles”, auch wenn es im Vergleich zum Dezember Verbesserungen zeigte.

“Wir glauben, dass Google Now seine OS-Befehls-Leistung weiter verbessern wird, da immer mehr Geräte mit Sprachunterstützung (etwa Google Glass, Moto X und Moto G) verfügbar werden”, sagte Munster. Verbesserungen erwartet er auch von Siri, unter anderem mit dem Update auf iOS 8. Apples kommende Mobilbetriebssystemversion liegt aktuell als Beta vor und soll im September in finaler Version erscheinen – wahrscheinlich zusammen mit dem iPhone 6.

Nur schade, dass Munster die beiden nicht wenigstens noch mit Cortana verglich.

US-Comedian macht Cortana und Siri  zu Todfeinden.

Tags :Quellen:Lance Whitney, CNet.com Apple GoogleVia:Anja Schmoll-Trautmann, CNET.de

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