Test: Acer-Monitor K272HUL ist glanzlos gut

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Der Computerbildschirm Acer K272HUL misst 27 Zoll in der Diagonale und schafft eine WQHD-Auflösung von 2.560 mal 1.440 Pixel. Das Display mit IPS-Technologie kommt ohne großen Schnickschnack aus, sollte aber eigentlich trotzdem zufrieden stellen. Wir haben es getestet.

Großes Kaliber

27 Zoll ist angesichts der perspektivisch gesehen zunehmenden Angebote in größeren Segmenten bis hin zu 34- oder gar 36-Zoll-Geräten freilich nicht mehr High-End, aber dennoch der Mainstream, dem sich die Verkaufszahlen bei Monitoren hingeben werden, wenn sie, Acer zufolge, spätestens nächstes Jahr die 24-Zöller von der Spitze der meistgekauften Bildschirme ablösen. 27 Zoll bei einem Seitenverhältnis von 16:9 ergeben auch wirklich eine ziemlich große Fläche, genauer gesagt, 60 auf 34 Zentimeter. Genügend Platz zum Arbeiten sollten hier die meisten haben, Spiele oder Videokonsum schreien vorerst ebenfalls nicht nach mehr Anzeigefläche. Lediglich Designer, Cutter oder ähnliche Arbeitsgruppen würden sich wohl lieber mit einem breiten 21:9-Gerät anfreunden, das überdies auch keine schwarzen Balken hinterlässt, wenn man sich einen Film im aktuellen Kinoformat gönnt – doch das ist eher die Ausnahme.

Wie sieht´s aus?

Der K272 HUL nutzt ein IPS-Panel (In-Plane Switching), auch bekannt als AHVA (Advanced Hyper-Viewing Angle), das präzise Farben und natürliche Bilder ermöglicht – so auch beim getesteten Acer-Monitor. Betrachtet man ihn in den Standard-Einstellungen, ist die Anzeige schlicht den Erwartungen entsprechend – aber schön. Wer nicht weniger als sechzig Zentimeter vor dem Bildschirm sitzt, wird auch keines der 2.560 mal 1.440 Pixel sehen und solange man nicht Freund von einfarbigen Hintergründen ist, fällt auch der Glow-Effekt kaum auf. Jener Effekt war vor allem in den rechten Ecken festzustellen, wenn man ein schwarzes Bild betrachtete. Besonders rechts unten hatte der K272 eine kleine Unschönheit, wie man dem folgenden Foto entnehmen kann.

Schwach erkennbarer Glow-Effekt am rechten unteren Bildschirmeck.

Schwach erkennbarer Glow-Effekt am rechten unteren Bildschirmeck.

Mit Helligkeit und Kontrast des LED-Bildschirms kann man durchaus zufrieden sein, auch wenn es deswegen wohl niemanden von seinem Bürostuhl werfen wird. Diese vernünftige Balance zieht sich durch alle Bereiche, auch durch die Graustufen sowie Schatten, die dank des dunklen Schwarz beim Auge sehr angenehm ankommen. Die sechs Millisekunden beim Grauwechsel sind zwar kein herausstechender Wert, werden aber bei den allerwenigstens Gamern ein Kontra verursachen. Wer in der nativen Auflösung von 2.560 mal 1.440 Pixel spielen kann, wird alleine davon erst einmal ziemlich vereinnahmt sein. Während man als Gamer eigentlich wenig Wert auf Blickwinkelstabilität legt, weil man ohnehin nur gerade vor dem Display sitzt, kümmert das Thema vor allem bei Familien, die auch mal in der Runde eine Diashow vom letzten Urlaub sehen möchten. Ja, manche sehen sich das wirklich noch am Monitor an, nicht am Fernseher. Und das funktioniert mit dem Acer K272HUL ziemlich gut. Einzig die Helligkeit nimmt sowohl vertikal als auch horizontal bei spitzigen Betrachtungswinkeln etwas ab, die Farben verändern sich aber kein bisschen.

Innere und äußere Funktionen

Ein flexibler Verwandlungskünstler ist der K272 ja nicht gerade. Das Display wirkt mit seinem kantigen, breiten Rahmen ohnehin etwas sperriger und ungelenkiger als moderne Designansätze. Der Monitor schreit geradezu nach „Gebt mir mehr Tabellen. Ich liebe diese Arbeit.“ Der große runde Standfuß, aus dessen Mitte der Hals nach oben wächst, trägt seinen Teil dazu bei, wenngleich seine Oberfläche – entgegen der Behauptung in der Überschrift – optisch durchaus glänzen kann. Das Display lässt sich zwar um fünf Grad nach vorne beziehungsweise 20 Grad nach hinten neigen, nette und praktische Features wie eine Pivot-Funktion oder gar eine Höhenverstellbarkeit sucht man aber vergebens. Dafür ist der Aufbau kinderleicht. Standfuß und Hals lassen sich sogar ohne Schraubendreher zusammenschrauben, das Display selbst wird einfach aufgesteckt. Ein sicherer Halt schien trotzdem garantiert, wobei sich das System, sofern man fest dran rüttelt, natürlich etwas wackelig anfühlt.

Der Bildschirm ist so breit wie ein (dicker) Daumen. Allerdings nur außen, Innen ist er dreimal so dick.

Der Bildschirm ist so breit wie ein (dicker) Daumen. Allerdings nur außen, Innen ist er fast dreimal so dick.

Die sechs unbeschrifteten Druckknöpfe rechts unten an der Vorderseite findet man gleich auf Anhieb. Sie erlauben vorrangig Zugriffe auf das Menü. Drückt man auf einen der fünf linken Knöpfe öffnet sich das fünfteilige Menü. Die einzelnen Knöpfe sind nun also allesamt einem Unterpunkt zugeteilt. Ganz links lässt sich unter „Empowering Technology“ zwischen verschiedenen Settings wählen, die in erster Linie die Helligkeit beeinflussen und – wie beispielsweise der Eco-Modus – Strom sparen können. Der zweite Knopf blendet eine Splitscreen-Fläche ein, die sich in einer der vier Ecken oder rechts zentral platzieren lässt. Der dritte Knopf von links beinhaltet übliche Menüpunkte wie Helligkeit, Kontrast, Farbtemperatur, Farbsättigung oder ODS-Anzeigendauer. Ein Regler für den Gamma-Wert fehlte hier leider.

So wirken sich die Einstellungen aus. Plus: Der Zusammenbau des Acer K272HUL in dieser Galerie

Acer K272 HUL

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Acer K272HUL
Ein HD-Bild (720p) sieht erst aus der Distanz gut aus...

Mit dem vierten Knopf kann man die Lautstärke regeln und daneben mit dem Fünften zwischen den Anschlüssen DVI, HDMI und DisplayPort wechseln. USB oder MHL könnte der K272HUL natürlich auch vertragen, zwingend notwendig ist es für die üblichen Einsätze aber nicht. Eine kleine blaue LED informiert den Nutzer darüber ob der Bildschirm angeschaltet, im Standby oder aus ist und über den rechts daneben liegenden, sechsten Knopf lässt sich der Monitor deaktivieren. Der Einschaltvorgang dauerte im Übrigen genau zehn Sekunden. Insgesamt war die Navigation innerhalb des Menüs typisch für ein solches Gerät – klar ersichtlich und dennoch eine Last. Angenehmere Knöpfe, Touchbedienungsmöglichkeiten oder Ähnliches sind schließlich eleganter als Acers Ansatz.

Der K272HUL hat zwei Lautsprecher mit je zwei Watt Leistung verbaut. Auf deren Sound kann man aber getrost verzichten, denn das flache, blecherne, schlichtweg fade akustische Erlebnis kann man – obwohl relativ laut – bereits mit geringsten finanziellen Mitteln um ein vielfaches steigern. Leider erwartet ohnehin fast niemand etwas anderes, wenn man sich Musik aus den Lautsprechern eines Monitors anhört. Kollektiv-Ergo: Wurst.

Größer, schneller, breiter: Acer besuchte uns mit neuen Displays

Die Vorderseiten sind glänzend, der Rest matt schwarz.

Die vordere Hälfte des Gehäuses ist glänzend, der Rest matt schwarz.

Technische Spezifikationen

Bildschirmdiagonale: 27 Zoll (68,58 Zentimeter)

Auflösung: 2.560 mal 1.440 Pixel (16:9)

Technologie: LED, IPS-Panel

Reaktionszeit: 6 Millisekunden

Kontrastverhältnis: 100.000.000:1

Helligkeit: 350 cd/m²

Farbdarstellung: 16.7 Millionen

Anschlüsse: DVI, 2 x HDMI, DisplayPort in, DisplayPort out

Halterung: VESA 100 x 100 Millimeter

Lautsprecher: 2 x 2 Watt

Bildwiederholfrequenz: 60 Hertz

Stromverbrauch: durchschnittlich 33.6 Watt im Betrieb, 0.5 Watt im Standby

Verstellbarkeit: -5 bis +20 Grad Neigung

Blickwinkel: 178 Grad

Lieferumfang: DVI-Kabel, DisplayPort-Kabel, Netzkabel

Preis: 399 Euro UVP

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4 von 5 Sterne in unserem Gizrank

Fazit

Der Acer K272 HUL ist ein solides Gerät ohne außergewöhnlichen Schnickschnack. Ein Arbeitsgerät durch und durch, das tut, was es muss und auch den Rest ganz gut erledigen kann. Wenig beeindruckend, nicht enttäuschend, kurzum: Glanzlos gut. 4 von 5 Sterne für den – zumindest materiell – großen K272.

plusGutes Preis/Leistungsverhältnis

plusGroßer Bildschirm mit ordentlicher Auflösung

plusPräzise Farbwiedergabe

minusKeine Höhenverstellbarkeit oder Pivot-Funktion

Tags :Quellen:Bild: Acer

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