RoboCup 2014: Deutsche Teams scheitern an Australien – und dem WLAN

2014 RoboCup SPL Grand Final  rUNSWift Vs HTWK   YouTube

Im Gegensatz zu den echten Fußballern konnten sich zwei deutsche Mannschaften beim RoboCup "nur" Platz zwei und drei sichern. Das Leipziger Nao-Team HTWK verlor das Roboterfußball-Finale in Brasilien mit 1:5, war aber dennoch die einzige Mannschaft im vergangenen Turnier, die überhaupt einen Treffer gegen den neuen Weltmeister aus Australien erzielen konnte - obwohl man zwischenzeitlich auch noch mit WLAN-Problemen zu kämpfen hatte.

Die Vertreter der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig unterlagen im RoboCup-Finale in João Pessoa mit 1:5 gegen das australische Team “rUNSWift” der University of New South Wales (UNSW) in Sydney, die ihrerseits mit einem Torverhältnis von 37:1 brillierten. Trotz der Finalniederlage war das Nao-Team HTWK sehr zufrieden. „Wir sind erneut Zweitbester der Welt und können es kaum glauben“, heißt es in einem Blogeintrag. „Wir kamen hierher mit einer Codebasis, die uns vor große Probleme gestellt hat, aber wir haben die meisten beheben können.“ Im Verlaufe des Endspiels gab es tatsächlich einige zu meisternde Hürden. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase erzielte rUNSWift zunächst das 1:0. Anschließend führte ein Ausfall des WLAN-Netzes laut Nao-Team HTWK dazu, dass alle Roboter auf dem Feld in die Stürmerposition wechselten und wie eine Wand auf das gegnerische Tor zuliefen. Erst ein zweimaliger Austausch des WLAN-Routers konnte das Problem beheben, die Niederlage wurde aber trotzdem nicht mehr verhindert.

Die Australier sicherten sich somit den Weltmeistertitel in der Standard Platform League, nachdem sie in den Vorjahren mehrmals an deutschen Mannschaften gescheitert waren. Für den Erfolg zeichneten sich die 125.000 Codezeilen verantwortlich, die das Team rUNSWift geschrieben hatte. Die Hardware, also die humanoiden Roboter „Nao“ von Aldebaran Robotics, werden schließlich standardmäßig von allen Mannschaften eingesetzt und agieren in den 20-minütigen Spielen völlig autonom. Die Herausforderung dieser Liga liegt also in der Software-Entwicklung beziehungsweise der Künstlichen Intelligenz.

Nicht nur im Endspiel war ein deutsches Team unterlegen

Der Titelverteidiger, das ebenfalls deutsche Team B-Human der Universität Bremen (wie die deutschen Fußball-Herren viermaliger Weltmeister), musste sich in diesem Jahr mit dem dritten Platz begnügen. Es setzte sich im kleinen Finale gegen “UChile” der Universidad de Chile aus Santiago de Chile durch. Zuvor musste man sich ebenfalls den Australiern geschlagen geben. “Wir waren begeistert, dass wir im Halbfinale B-Human schlagen konnten, nachdem wir es die letzten sieben Jahre erfolglos versucht haben”, freute sich Brad Hall von der School of Computer Science and Engineering der UNSW. “Einige unserer länger dienender Teammitglieder können sich nun mit einem breiten Grinsen aus der Liga verabschieden. Und unsere neuen Mitglieder sind hoffentlich motiviert, dabei mitzuhelfen, den Titel nächstes Jahr in China zu verteidigen.”

Insgesamt traten 20 Teams beim diesjährigen RoboCup in der Standard Platform League gegeneinander an. Mit 4.000 teilnehmenden Ingenieuren und Wissenschaftlern aus 45 Ländern war es die weltweite größte Robotik-Veranstaltung. Grundsätzlich ist der RoboCup eine internationale Initiative von Wissenschaftlern, um die Forschung in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Robotik voranzutreiben. Langfristiges Ziel ist es, ein RoboCup-Team zu entwickeln, das den amtierenden menschlichen Fußballweltmeister schlagen kann. Frühestens 2050 soll es soweit sein.

So sah das Finale aus

Tags :Quellen:Björn Greif, ZDNet.de Bild: YouTube
  1. Dem Video nach, sind wir technologisch also schon so weit Frauenfussball nachzubilden (:
    Ich hab jetzt allerdings keine Angst mehr vor der Übernahme der Roboter…

  2. lol ist das ernsthaft alles was der Robofussball zu bieten hat ??? Also aufstehen können sie ja ganz gut aber der rest ist ja wohl einfach nur schlecht -.-

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