Test: Der LG 29UM65-P ist in fast jeder Hinsicht gigantisch

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Hohe Auflösung, enorme Breite und praktische Multitasking-Funktionen. Auf dem Papier gibt´s beim LG 29UM65-P wirklich nichts zu meckern und auf dem Bildschirm müssen die hohen Erwartungen nun befriedigt werden. Wir gaben uns dem 29-Zoll-Kinoformat-Monitor ausführlich hin.

Extreme Maße

21:9, hinlänglich bekannt als Kinoformat, zeichnet sich durch ein enorm breites Bild aus, das das menschliche Blickfeld realistischer nachbilden soll. Mit der Zeit hat man gelernt, dass zwei nebeneinander liegende Augen vor allem breitere Bilder angenehm betrachten können und das 4:3-Format daher immer weiter ausgedehnt. Gerade Designer und Cutter werden 21:9 lieben. Bislang stellte man zwei Bildschirme nebeneinander, nun kommt man ohne nervenden Spalt aus und ist gleichzeitig auch energetisch günstiger als mit zwei kleineren Monitoren. Aber selbst für andere Tätigkeiten und Arbeiten eignet sich der LG 29UM65-P hervorragend. So viel Platz möchte man nie wieder missen.

Wie sieht´s aus?

Mit einer Auflösung von 2.560 mal 1.080 Pixel reiht sich der LG 29UM65-P in den aktuellen Standard bei Computermonitoren ein, wenngleich man erwähnen darf, dass beispielsweise das hauseigene Smartphone LG G3 noch mehr Pixel anzeigt. Ab einer Entfernung von sechzig Zentimetern war uns das allerdings ziemlich gleichgültig und das Bild des LG 29UM65-P beeindruckte mit sehr schönen, natürlichen Farben und einem satten, tiefen Schwarz. Das Weiß war bei voller Helligkeit ausgesprochen klar und angenehm zu betrachten und der Kontrast wusste zu gefallen. Bilder zeigte der LG 29UM65-P sehr harmonisch an, wenngleich nicht im selben Maße wie beispielsweise beim Tablet Samsung Galaxy Tab S, das mit einem wahrlich fantastischen Display aufwartete.

Unzulänglichkeiten wie Glow-Effekte waren auf dem ganzen Display nicht auszumachen, einziger visueller Makel war die Blickwinkelstabilität. Um die Farben musste man sich hier keine Sorgen machen, der Kontrast alternierte mit spitzigeren Winkel in der Vertikalen wie auch in der Horizontalen aber zwischen höheren und niedrigeren Werten und seitlich betrachtet erhielt die Anzeige einen leichten Schleier und verlor an Helligkeit. Alles in allem aber verkraftbare Auswirkungen, denn wer zentral vor dem Bildschirm sitzt wird eine astrein ausbalancierte Darstellung erleben. Das gilt auch für das tiefe Schwarz, das schon bei geringeren Winkel-Abweichungen auswäscht, ein klein wenig heller wird und aus spitzem Winkel sogar minimal einen bläulichen Eindruck erweckte. Es klingt schlimmer, als es aussah. Andere Geräte, wie der Acer K272HUL, sind hier aber trotzdem merkbar stabiler.

Das Gehäuse des LG 29UM65-P ist übrigens ein sehr eleganter Hingucker. Der schmale Rand samt Rückseite und Standfuß ist rundum glänzend schwarz und stabil. Das edle und moderne Design erfuhr nirgends einen Abbruch und bei einem 21:9-Monitor stört es mitnichten, dass der Standfuß seine volle Breite auch auf den Hals überträgt. Die Breite verleiht dem Bildschirm darüber hinaus die nötige Stabilität, schließlich sind Display und Fuß nur durch zwei kurze Schrauben verbunden. An selbiger Stelle befindet sich auch das Scharnier, dass das Display um fünf Grad zum Betrachter und 20 Grad vom Betrachter neigen lässt. Die Höhe lässt sich beim LG 29UM65-P auch anpassen, allerdings sehr begrenzt. Man kann zwischen 100 und 120 Millimeter Höhe wählen, muss dafür aber das große Display ab- und wieder anschrauben. Eine Pivot-Funktion, um den Bildschirm um 90 Grad zu drehen, hat LG freilich nicht mehr untergebracht. Bei einem 21:9-Gerät müsste man sich hier schon etwas Besonderes einfallen lassen. Etwas Einfaches hat man dagegen an die Rückseite montiert. Diese halbseitig geöffnete Klammer gibt den Kabeln eine Führung und lässt sie immer hinter dem breiten Hals des Standfußes verschwinden.

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Screen Split, Reader Mode und andere Funktionen

LG hat zur Bedienung ihrer Ultrawide-Monitor-Reihe einen Joystick in die Mitte eingebaut. Über den kleinen, länglichen Knopf, der sich in vier Richtungen bewegen und drücken lässt, steuert man sich recht einfach und zügig durch die Menüs. Bewegte man den Joystick nach Links oder Rechts, regelt man die Lautstärke und kann mit einer Bewegung nach Unten auch Stumm schalten. Zieht man ihn außerhalb des Lautstärkereglers zu sich her oder drückt einmal, erscheint das Menü passend zur Steuerung in der Form eines Kreises. Was darin alles möglich ist und welche Grafikkarten man für den LG29UM65-P mindestens benötigt, bebildert die folgende Galerie.

LG Monitor 29UM65-P Einstellungen

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Verschiebt man ein Screen Split-Fenster, passen sich die anderen automatisch an. Sind drei Fenster geöffnet und man wechselt in ein Zwei-Fenster-Screen-Split, liegt das dritte Fenster hinter dem hier grün Markierten.

Gerade die flexible Bildaufteilung macht bei einem 21:9-Gerät dieser Größe einfach nur Sinn. Wunderbar simple Multitasking-Aufgaben auf mehreren Flächen erleichtern manche Arbeitsschritte enorm. Man mag sich vielleicht wundern, schließlich lässt sich sowieso jedes Fenster nach Belieben skalieren – unabhängig vom Bildschirm. Der LG 29UM65-P bietet hier mit seinen konkreten, festen aber dennoch veränderbaren Aufteilungen trotzdem einen Mehrwert. Wer zwei Geräte gleichzeitig anschließen möchte, da der breite 21:9-Bildschirm den Platz dafür hergibt, kann dies über die Menüfunktion PBP tun. Eines der Geräte muss dabei am DisplayPort angeschlossen sein.

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Die beiden 7-Watt-Lautsprecher sorgten für eine echte Überraschung. Ihr Stereo-Sound klang sehr angenehm, natürlich und gar nicht blechern. Selbstverständlich war er ein klein wenig dünn, vor allem in den Tiefen, wer jedoch keine alternativen Lautsprecher haben sollte, wird sich solange nicht daran stören, bis er doch welche anschließt und deren Spektrum erlebt.

So sehen 32 Zoll im 16:9-Format aus

Technische Spezifikationen

Bildschirmdiagonale: 29 Zoll (73,66 Zentimeter)

Auflösung: 2.560 mal 1.080 Pixel (21:9)

Technologie: AH-IPS-Panel

Hintergrundbeleuchtung: White LED

Reaktionszeit: 5 Millisekunden (Grau-zu-Grau)

Kompatibilität: Windows Vista/7/8, Mac

Kontrastverhältnis: 5.000.000:1 (dynamisch), 1.000:1 (typisch)

Helligkeit: 300 cd/m²

Farbtiefe: 8 bit, 16,7 Millionen Farben (99 Prozent sRGB)

Anschlüsse: 2 x HDMI 1.4, DisplayPort, DVI-D (mit HDCP), PC Audio Eingang

Halterung: VESA, 75 x 75 Millimeter

Gewicht: 6,2 Kilogramm

Höhenverstellbarkeit: 20 Millimeter

Lautsprecher: 2 x 7 Watt

Bildwiederholfrequenz: 60 Hertz

Stromverbrauch: etwa 38 Watt (Betrieb), 0,5 Watt (Standby)

Verstellbarkeit: -5 bis +20 Grad Neigung

Blickwinkel: 178 Grad

Lieferumfang: Netzkabel, externes Netzteil, HDMI-Kabel, DisplayPort-Kabel, zwei CDs mit Treibern und Color-Managemet-Software

Preis: 349 Euro UVP

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4,5 von 5 Sterne in unserem Gizrank

Fazit

Schlank und breit, das passt  zusammen! Das über weite Strecken hervorragende Display überzeugte uns natürlich vor allem wegen seines Kinoformats. LG hat insgesamt sieben solcher Ultrawide-Monitore im Portfolio. Vier davon mit 29 Zoll, einer mit 25 Zoll und zwei absolute Giganten mit 34 Zoll, die wir bereits in einem Hands-On würdigten. Nicht zu vergessen ist die angenehme Menüführung mit dem Joystick und praktische Split-Screen-Anwendungen auf der Installations-CD. Mit einer UVP von 349 Euro braucht sich der LG 29UM65-P aber vor nichts und niemandem verstecken. Zum Vergleich: Sein großer 34-Zoll-Bruder kostet satte 999 Euro.

plusBeeindruckend breites Display

plusPraktische Screen Split-Funktionen

plusAngenehme Menüführung

plusGuter, klarer Stereo-Sound

minusSchwache Einbußen bei Blickwinkelstabilität hinsichtlich Kontrast, Helligkeit und Schwarz

minusNur zwei Möglichkeiten zur Höhenverstellbarkeit und (verständlicherweise) keine Pivot-Funktion

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