Lenovo entwickelt eine Computerbrille

lenovo_us_patent_electronic_device

Lenovo präsentierte den Prototypen einer eigenen Computerbrille, ähnlich der Google Glass. Damit wollte der chinesische Hersteller auf ein neues Partnerprogramm für vernetzte Geräte aufmerksam machen, für die er Mitstreiter benötigt. Noch hielt man sich mit Details zurück.

Erst im Oktober sollen weitere Einzelheiten zur Computerbrille bekanntgegeben werden. Die bereits öffentlichen Details stammen aus einer Patentanmeldung vom Juni für ein elektronisches Gerät, das optisch an die Google Glass erinnert. Lenovos Patentansprüche beziehen sich allerdings speziell auf Tonaufnahmen, die durch Knochenleitung ans Ohr gebracht werden. Dennoch sind einige Gemeinsamkeiten mit Googles Datenbrille erkennbar. So integriert auch Lenovos Exemplar ein Videodisplay und drahtlose Kommunikation. Das Akku-Problem löst Lenovo hingegen relativ pragmatisch mit einem externen Zubehör, das sich um den Nacken schwingt. Hier soll vermutlich ein Akku mit größerer Kapazität als der Energiespeicher der Google Glass zum Einsatz kommen. Im Brillengestell selbst sitzen eine 5-Megapixel-Kamera sowie 12 GByte Speicher. Sprachbefehle und Gesten werden aller Voraussicht nach die Computerbrille steuern.

Das von Lenovo in diesem Zusammenhang beworbene Partnerprogramm NBD steht im Chinesischen für “Neue Werkbank”. Es zielt auf einen breiteren Markt vernetzter Geräte jenseits von PCs und Smartphones, die das “Internet der Dinge” ausmachen. Lenovo setzt dabei auf Partnerschaften und will auch in Technikfirmen investieren, die in diesem Umfeld tätig sind. “Es gibt jetzt zu viele verschiedene Gerätetypen, die man für das Internet der Dinge entwickeln kann”, erklärte Senior Vice President Chen Xudong seine Strategie gegenüber PC World. “Es gibt keine Firma, die das alles allein stemmen kann.”

Zu den vorgestellten Beispielen für die NBD-Plattform gehört ein drahtloser Router, der zusammen mit anderen chinesischen Firmen entwickelt wurde und über ein Mobilgerät fernzusteuern ist. Der deutsche Hersteller Luftmed trägt mit New Air X330 einen per Smartphone bedienbaren Luftreiniger bei. Lenovo geht außerdem eine Partnerschaft mit dem US-Hersteller Vuzix ein, der den Google-Glass-Rivalen M100 entwickelt hat, um diese Datenbrille in den chinesischen Markt einzuführen.

Seit Kurzem ist auch die App MyGlass im deutschen Play Store verfügbar. Sie verbindet Googles Computerbrille mit einem Android-Smartphone und dient der Konfiguration sowie der Verwaltung des Geräts. Das führte zu Spekulationen über einen eventuell bevorstehenden Verkaufsstart von Google Glass in Deutschland, für den es aber keine weiteren Hinweise gibt. Google bietet seine Datenbrille bislang nur in den USA und Großbritannien an.

Nordkorea – gesehen durch Google Glass

Tags :Quellen:Bild: Lenovo/USPTOVia:Bernd Kling, ZDNet.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising