Test: GreenFan sorgt für frischen Wind

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Irgendwann, da sind wir uns ganz sicher, wird es wieder richtig Sommer in Deutschland. Für genau diesen Fall wollen wir gewappnet sein und haben präventiv den Ventilator GreenFan der EGF-1200-Serie von Balmuda auf seine Leistung und Funktionen getestet.

Vor einem Jahr probierten wir den futuristisch wirkenden Dyson AM05 Hot + Cool, nun erfrischten wir uns mit dem ebenso teuren, aber energiesparenden GreenFan von Balmuda. Wie ein Mix aus Windrad und Sonnenblume glänzt er neben dem Schreibtisch und soll für frischen, angenehmen Wind sorgen. Unser Test konnte dies durchaus bestätigen.

Aufbau

Die groben Bestandteile des GreenFan müssen vom Endanwender zunächst noch zusammengefügt werden. Größere Teile wie der Lüfterschutz und Rotoren werden hierbei samt Lüfterhalter und Schutzhalter Stück für Stück mit der Motoreinheit im Kopf verbunden. Zudem muss der Netzanschluss in die Bodenplatte integriert und diese wahlweise über den Mittenstab mit der Motoreinheit samt Lüfter verbunden werden. Klingt kompliziert? Ist kinderleicht. Dank der hilfreichen Anleitung sind all diese Schritte wirklich einfach vorzunehmen, länger als fünf Minuten wird man überdies kaum für den Zusammenbau benötigen.

Die detaillierte Anleitung ist es auch, die ein zügiges Auseinandernehmen der Teile zulässt. Gerade der Lüfter sollte gelegentlich gereinigt werden, um keine Staubschleuder im Zimmer stehen zu haben. Vorderschutz, Lüfter, Seitenschutz und Schutzhalter lassen sich sogar mit Wasser reinigen, sollten aber erst wieder ausreichend trocken sein, wenn man sie zusammen baut. Andernfalls könnten Rostschäden am Gerät entstehen. Das Auseinanderbauen dieser Teile kostete uns etwa 90 Sekunden – ein Kinderspiel.

Drückt man den Knopf rechts, lässt sich die Stange entfernen. Die Strom zu- und abführenden Anschlüsse stellen gleichzeitig die Verbindung des GreenFan-Halses dar.

Drückt man den Knopf rechts, lässt sich die Stange entfernen. Die Stromanschlüsse stellen gleichzeitig die Verbindung der GreenFan-Mittenstange dar.

Design

Optisch eine Mischung aus Windrad und Sonnenblume. In Anbetracht des Namens ist das Design einfach nur stimmig! Der GreenFan besteht hauptsächlich aus Aluminium sowie Stahl und ABS-Kunststoff, erscheint optisch aber überwiegend in glänzendem Weiß mit schwarzen Akzenten und schwarzem Vorderschutz. An der Unterseite des großen, runden Standfußes sorgen kleine Flächen mit rutschfestem Material für sicheren Halt. An der Oberseite zeigen zwei Viererreihen mit grünen LEDs das Luftvolumen sowie den Ausschalttimer an. Ein großer Kreis darunter leuchtet auf, sobald der GreenFan aktiv ist. Auf Knopfdruck (Sonnen-Symbol) gehen diese LEDs übrigens allesamt aus um Strom zu sparen. Der schlanke, weiße Hals erwächst fließend aus der Bodenplatte, quasi dem Fuß, und mündet in den oberen Zylinder.

GreenFan tiefergelegt.

GreenFan tiefergelegt. In meiner Hand: Die 40 Zentimeter lange Mittenstange, die man ein- oder ausbauen kann.

Ohne die 40 Zentimeter lange Stange wirkt der GreenFan sogar etwas kindlich, des großen “Kopfes” und verhältnismäßig kurzen “Körpers” wegen. Mit Verlängerung, also 86,7 Zentimeter Höhe, behauptet sich der Ventilator dagegen stolz und selbstbewusst im Raum. Auch wenn das kühle, distanzierte Weiß wenig Wärme ins Interieur des Zimmers bringt, uns gefällt der GreenFan mit seiner schlichten Erscheinung. Und außerdem soll ein Ventilator auch keine Wärme bringen – kühl ist einfach nur richtig.

Die Fernbedienung zum GreenFan. Zentral befindet sich der On/Off-Schalter. Die weitere Tastenbelegung von oben im Uhrzeigersinn beginnend:

Die Fernbedienung zum GreenFan. Zentral befindet sich der On/Off-Schalter. Die weitere Tastenbelegung von oben im Uhrzeigersinn beginnend: Pendeltaste, LED-On/Off-Taste, Luftvolumentaste, Ausschalttimertaste. Die Fernbedienung benötigt zwei mitgelieferten AAA Batterien.

Die Fernbedienung funktionierte bis zu einer Entfernung von etwa acht Metern. Der Kegel, in dem sie ihr Infrarot-Signal an den Empfänger, also den Ventilator brachte, besitzt einen Öffnungswinkel von 60 Grad.

Funktionalität

Der GreenFan besitzt vier verschiedene Intensitätsstufen, zwischen denen per Fernbedienung oder direkt am Kopf des Ventilators gewechselt werden kann. Stufe Eins erzeugt ein fades, angenehmes Lüftchen, kaum hörbar. Klickt man noch einmal auf den angenehm weichen und gummierten Luftvolumenknopf um die Stufe zu wechseln, wird der Luftstrom etwas stärker, lauter und die sich drehenden Rotoren verursachen gelegentlich ein leises Säuseln. Stufe Drei bläst einen relativ kräftigen Wind und klingt auch dementsprechend ehe man sich während Stufe Vier an der Atlantikküste wähnt. Die einzelnen Stufen werden, wie bereits erwähnt, durch die grünen LED am Standfuß repräsentiert. Die restlichen LED leuchten dabei weiß.

Die untere der beiden LED-Reihen repräsentiert die Intensität.

Die untere der beiden LED-Reihen repräsentiert die Intensität. Hier: Stufe 1 beim Luftvolumen und keine aktive Ausschalttimerfunktion.

Wer nicht direkt im Luftstrom sitzt wird zum Glück auch nicht vom kalten Wind betroffen sein, außer der Herrscher über den GreenFan aktiviert die Pendelfunktion. In diesem Fall dreht sich der Kopf des Ventilators langsam im horizontalen Winkel von 40 Grad und bleibt erst an der Stelle wieder stehen, an der man den gleichen Knopf erneut drückt. Der Kopf lässt sich übrigens auch manuell in fünf Stellungen um 30 horizontale Grad sowie in sieben Stellungen um 42 vertikale Grad bewegen. Zu ziemlich jeder Sitzposition kann der Ventilator also auch den entsprechend passenden Luftstrom erzeugen.

Wenn die grünen und weißen LED am Standfuß aus optischen oder energetischen Gründen stören, kann über die LED On/Off-Taste (Sonne) die Beleuchtung deaktiviert werden. Jene Sonnen-Taste ist gleichzeitig der einzige Bedienknopf, der nicht auch am Kopf des GreenFan angebracht ist. Alle anderen Tasten sind demzufolge in doppelter Variante erreichbar.

Die Tasten am Kopf des GreenFan.

Die Tasten am Kopf des GreenFan.

Die vier Ausschalttimerintervalle bestimmen ihrem Namen zufolge in wie vielen Stunden der GreenFan automatisch deaktiviert werden soll. Die vier LEDs stehen dabei für die Anzahl der kommenden, noch aktiven Stunden. Nach zwölf Stunden ohne jeglichen Bedienungsvorgang schaltet sich der Ventilator automatisch aus.

Der Netzstecker, der optisch im Stile des GreenFan gehalten ist, besitzt die Besonderheit, seinen Steckdosenanschluss in vier 90-Grad-Schritten  zu drehen. Das bedeutet, Adapter und Stecker lassen sich in vier Positionen manuell miteinander verbinden. In bestimmten Fällen kann das durchaus ein Vorteil sein, zum Beispiel wenn man andernfalls einen weiteren Stecker blockieren müsste.

Der Stecker des GreenFan.

Der Stecker des GreenFan lässt sich auf der Rückseite in vier möglichen Stellungen in den Adapter stecken.

Der Stromverbrauch ist einer der großen Pluspunkte des GreenFan von Balmuda. Spätestens jetzt leuchtet auch dem letzten die Namensgebung des Ventilators ein. Während andere Geräte oft bis zu 60 Watt Leistung beziehen, braucht der GreenFan, je nach eingestelltem Luftvolumen, lediglich drei bis 17 Watt. Stark.

Die unterste, sehr angenehme Luftvolumenstufe des GreenFan war dabei kaum hörbar. Mit den Stufen zwei, drei und vier stieg selbstverständlich auch der Lärmpegel, wenngleich das Geräusch, abgesehen von unregelmäßigen Ausnahmen in Stufe zwei, von uns keineswegs als störend empfunden wurde. Der Hersteller gibt die Lautstärke mit maximal 13 dB(A) an. DB(A) ist allerdings eine frequenz- und hörschwellenabhängige Größe, von der man sich schnell täuschen lässt. 13 Dezibel sind für sich alleine nämlich – abgesehen vom mittleren Frequenzbereich – nahezu nicht hörbar. Unserem subjektiven Eindruck zufolge war die höchste Stufe des GreenFan allerdings nicht wirklich leise. Ihr Vorteil lag in dem relativ natürlichen Windgeräusch, das, wie schon beschrieben, eher Küstenatmosphäre entstehen ließ. Urlaub am Arbeitsplatz? Damit kann man leben.

Technische Spezifikationen

Energieverbrauch: 3 bis 17 Watt

Stromkosten: 0,6 Cent pro Tag bei täglichem 8-Stunden-Betrieb und 0,25 Euro pro kWh

Spannung: 12 Volt

Windreichweite: Bis zu zehn Meter

Höchstdrehzahl: 800 Umdrehungen pro Minute

Maximale Luftgeschwindigkeit: 228 Meter pro Minute

Maximales Luftvolumen: 52 m³ pro Minute

Lautstärke: Maximal 13 dB(A) (gemessen in einem schalltoten Raum in einer Entfernung von einem Meter zum Gerät)

Schwinungswinkel: 40 Grad nach links/rechts

Manuelle Winkeleinstellungen: 30 Grad nach links/rechts, 28 Grad nach oben, 14 Grad nach unten

Kabellänge: 180 Zentimeter

Anzahl Drehzahleinstellungen: Vier Stufen

Materialien: Stahl, Aluminium, ABS-Kunststoff

Höhe: 46,7 Zentimeter (plus weitere 40 Zentimeter mit Stange)

Durchmesser: 32 Zentimeter (Bodenplatte: 30 Zentimeter)

Gewicht: 3,8 Kilogramm

Lieferumfang: Fernbedienung, Anleitung, Wechselstromadapter, Garantiekarte, zwei AAA-Batterien

Preis: 399 Euro brutto

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 4,5 von 5 Sterne in unserem Gizrank

Fazit

Nun gut. Der GreenFan aus der EGF-1200-Serie ist ein solider Ventilator. Optisch ansprechend, energetisch sparsam und kräftig im Schaufeln der Luft. Bei den oberen der vier einstellbaren Stufen nimmt die Lautstärke zwar deutlich zu, ist aber noch nicht für jeden störend. Darüber hinaus reichten uns auch die unteren beiden Stufen voll und ganz aus. Der zunächst abschreckende Preis von rund 400 Euro ist letztendlich der große Knackpunkt des GreenFan, auch wenn das der ausgesprochen günstige Energieverbrauch wieder wett zu machen versucht.

plusHübsch und modern

plusSehr sparsam trotz kräftigen Windes

plusPraktische Fernbedienung

plusAnwenderfreundliche Funktionalität

minus Hoher Anschaffungspreis

minus

Zeitweise störendes Säuseln in Luftvolumenstufe Zwei

Tags :Quellen:Bild: Gizmodo/Shutterstock
  1. … 399 Euro, 17 Watt …. meine Ventilatoren haben 40 Watt Stromaufnahme und kosten ca. 25 Euro …. also, nach ca. 1000 Jahren amortisiert sich das Ding … klasse …

    1. Du musst da langfristig denken. :P
      Generationen nach dir werden noch Spaß mit dem Ding haben.
      Ich habe beim lesen die ganze Zeit darauf gewartet, dass da noch irgendein Alleinstellungsmerkmal kommt…

    2. Und an wie viel Tagen / Stunden braucht man so ein Teil bei zentral- europäischen Klima ?

      Ich bevorzuge bidirektional blasenden 132 cm Deckenventilator,
      um die warme Luft entweder nach Oben, oder nach Unten zu drücken,
      je nach Jahreszeit. (Läuft an nur max. 60 Tagen pro Jahr.)

      Und die Klimaanlage lief im keinen einzigen Jahr länger als 20 Tage. (Seit 1999)

      Daher sind Stromkosten für Ventilatoren besonders in DE, AT,NL,CH kaum relevant.

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