Test: LG G3 – Der erwartete Überflieger

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Viele erwarten vom LG G3 nicht weniger als einen Überflieger - und werden nicht enttäuscht! Warum mich das LG G3 derart überzeugt hat und seine direkten Konkurrenten Sony Xperia Z2, HTC One M8 und Samsung Galaxy S5 hinter sich lässt, lest ihr in meinem Test.

Im vergangenen Jahr überraschte mich LG mit dem LG G2 – ein in allen Belangen konkurrenzfähiges Smartphone. Besonders Display, kompakte Bauweise und Akku stachen hervor und machten es zu einem der besten Smartphones des Jahres. LG meisterte mit dem G2 den Sprung vom Billigheimer zum Premiumhersteller.

Aber es gab auch Kritik. So bemängelten viele das „schmierige“ Polycarbonat der Rückseite, das Fehlen eines microSD-Karten-Slots, die fest verbaute Batterie und einiges mehr.

Laut LG hört man immer ganz genau hin, wenn Kunden und Presse ihre Kritik äußern, um diese Punkte dann im nächsten Modell zu verbessern. Mein Test hat gezeigt: LG ist das in weiten Teilen gelungen!

Beste Hardware-Ausstattung

Das LG G3 kommt in zwei (mittlerweile drei) verschiedenen Ausführungen. Einmal mit 16 GByte internen Speicher und 2 GByte RAM und einmal mit 32 GByte internen Speicher und 3 GByte RAM. Mir liegt die Version mit den 3 GByte Arbeitsspeicher vor.

Der Rest ist identisch: Quadcore-Prozessor Qualcomm Snapdragon 801 MSM8974AC mit 2,47 GHz Taktung, Adreno 330 Grafikeinheit, 3.000 mAh Akku, 5,5 Zoll Display mit 2.560 mal 1.440 Pixel, 13 Megapixelkamera mit verbessertem optischen Bildstabilisator und Laser-Fokus-Einheit, um nur die Highlights zu nennen.

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Optik & Haptik

Das LG G3 gehört mit seinem 5,5 Zoll Display zu den größeren Vertretern der High-End-Smartphones. Dennoch ist es trotzdem kaum größer als das Samsung Galaxy S5, obwohl das Samsung-Phone „nur“ 5,1 Zoll Bildschirmdiagonale bietet.

Durch die recht schmalen Bezel (der Platz zwischen Bildschirm und Smartphone-Rand) wirkt das LG G3 geradezu kompakt. Trotzdem ist es natürlich ein recht großes Smartphone. Hier muss jeder selbst entscheiden, ob ihm das LG G3 nicht zu sehr auf der Hosentasche aufträgt. Ich persönlich stehe auf große Displays (und wundere mich immer über kleine iPhones).

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Das LG G3 kommt in den Farben Grau, Weiß und Gold. Mir(und vielen anderen) gefällt Grau am besten. In Grau wirkt die Rückseite zumindest optisch tatsächlich so, als wäre sie aus Metall. Weiß und vor allem Gold wirkt dagegen fast schon billig.

Aber egal ob Grau, Weiß oder Gold: spätestens beim Anfassen des LG G3 ist die Illusion einer Rückseite aus Metall dahin. Und das, obwohl LG betont, tatsächlich Metallfasern bei der Rückklappe zu verwenden. Sonst dürften sie wohl auch nicht den Begriff Brushed-Metal-Look verwenden. Zumindest der Rahmen des G3 ist dann tatsächlich aus Metall und verleiht dem G3 seine Stabilität.

Rear-Key-Konzept

Wie schon beim Vorgänger LG G2 kommen auch bei LG G3 Rear-Key-Buttons zum Einsatz. Dadurch entfallen die seitlich angebrachten Tasten komplett. Am Druckpunkt und an der Haptik der Knöpfe wurde merklich gefeilt. Sie lassen sich jederzeit problemlos erfühlen und man betätigt sie nur, wenn man das auch wirklich will.

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Anfangs sind die Knöpfe auf der Rückseite mehr als gewöhnungsbedürftig. Allerdings ging zumindest mir die Nutzung der Tasten nach etwa zwei Wochen Eingewöhnungszeit in Fleisch und Blut über. Vor allem auf Grund der cleveren Software-Lösung Knock-On / Knock-Off sowie Knock-Code. Dazu später mehr.

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Mittlerweile muss ich schon kurz überlegen, wenn ich ein anderes Smartphone in der Hand halte, wie man dieses nun einschaltet. Hier zeigt sich, dass sich LGs Bemühungen neue, einfachere Konzepte in Smartphones einzuführen auszahlen.

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Insgesamt gefällt mir das Design des G3 im Vergleich zum Design des G2 deutlichbesser. Das liegt vor allem an der mit einer Oberflächenstruktur versehenen Rückseite. Hier bleiben (zumindest bei der von mir getesteten weißen Variante) keinerlei Fingerabdrücke zurück. Das sah bei G2 noch ganz anders aus. Dort hatte ich immer Angst, dass mir das glitschig-glatte Gerät durch die feuchten Finger flutscht.

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Display

Ein Highlight des Gerätes ist das hochauflösende 5,5-Zoll-Display. Es bietet eine QHD-Auflösung und kommt damit auf eine sehr hohe Pixeldichte. In Sachen Bildschirmschärfe übertrifft es die Full-HD-Anzeigen der Flaggschiffe von Samsung, HTC und Sony locker – obwohl diese über kleinere Diagonalen verfügen.

Doch bringt das höher auflösende QHD-Display des LG G3 in der Praxis überhaupt Vorteile und wie groß sind die Unterschiede zu Bildschirmen mit Full-HD-Auflösung?

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Von links nach rechts: HTC One M8, LG G3, Sony Xperia Z2

Das LG G3 kommt wie das Oppo Find 7 mit einem 5,5 Zoll großen IPS-LC-Display mit einer QHD-Auflösung von 2.560 mal 1.440 Pixel und einer Pixeldichte von 538 ppi. (Zum Vergleich: HTC One M8: 440 ppi, HTC One M7: 468 ppi, Samsung Galaxy S5: 431 ppi, Samsung Galaxy Note III: 386 ppi, Samsung Galaxy S4: 441 ppi, iPhone 5S: 326 ppi, Nexus 5: 445 ppi, Oppo Find 7: 534 ppi, OnePlus One: 401 ppi). Damit hat es deutlich mehr Pixel pro Zoll als ein HTC One M8 oder Sony Xperia Z2. Aber sorgen die zusätzlichen Pixel in der Praxis überhaupt für ein sichtbar schärferes Bild?

Der gesunde Menschenverstand sagt mir: mehr Pixel resultieren auch in einem schärferen Bild. Das ist auch grundlegend richtig – allerdings nur in einem gewissen Ausmaß. Der Unterschied zwischen einem Smartphone mit einer Display-Auflösung von 480 mal 320 Pixel und einem Gerät mit 720p-Bildschirm ist groß, je höher die Auflösungen werden, desto geringer werden aber auch die sichtbaren Unterschiede. Schon bei Full-HD-Bildschirmen gab es Diskussionen, ob diese überhaupt erforderlich sind – und sie gehen nun bei 1440p-Anzeigen weiter.

Von links nach rechts: HTC One (M8), LG G3, Sony Xperia Z2

Von links nach rechts: HTC One M8, LG G3, Sony Xperia Z2

Apple argumentierte stets, dass ein Bildschirm mit einer Pixeldichte von 326 ppi ausreichend ist und der Smartphone-Besitzer bei normaler Nutzung – also der Betrachtung aus etwa 30 Zentimeter Entfernung – keine einzelnen Pixel erkennen kann. (Auch wenn sie meiner Einschätzung nach beim iPhone 6 ein höher auflösendes Display verwenden werden.) Das Ganze nennt Apple “Retina-Display”. Das LG G3 bietet mit satten 538 ppi aber gut 65 Prozent mehr Pixel pro Zoll.

Daniel Gleeson, Senior-Analyst bei IHS, ist anderer Meinung als Apple. Laut einem Bericht von CNET.com, in dem er zitiert wird, liegt die maximale Auflösung, die ein gesundes menschliches Auge bei 30 Zentimeter Entfernung sehen kann, bei knapp 466 Pixel pro Zoll.

Das G3 liegt aber auch über diesen Wert. Und warum verbaut LG dann überhaupt eine derart hochauflösende Anzeige? „Aus der Sicht eines Herstellers, ist die Auflösung der Anzeige des Smartphones, das was dem Kunden beim Begutachten verschiedener Geräte in einem Geschäft sofort auffällt. Deswegen war das stetige Verbessern und Hochschrauben der Display-Auflösung auch stets ein Kampf zwischen den verschiedenen Herstellern, um die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf ihre Produkte zu lenken“, so Gleeson.

von links nach rechts: HTC One (M8), LG G3, Sony Xperia Z2

von links nach rechts: HTC One M8, LG G3, Sony Xperia Z2

Der Analyst ist der Auffassung, dass die Hauptvorteile eines sehr hoch auflösenden Smartphone-Displays das Lesen kleiner Texte oder Betrachten detaillierter Bilder sind. Auch LG sieht Vorteile bei der Lesbarkeit von Buchstaben oder der Betrachtung von Bildern, die beispielsweise während dem Arbeiten an Dokumenten oder Surfen im Netz ohne Verzerrungen vergrößert dargestellt werden können.

In der Praxis sehe ich aus einer Entfernung von knapp 30 Zentimetern mit gutem Willen einen minimaler Unterschied bezüglich der Schärfe zwischen einer Full-HD-Anzeige im HTC One M8 / Sony Xperia Z2 und dem QHD-Display des LG G3. Eklatant sind die Unterschiede aber bei Weitem nicht und lassen sich bestenfalls bei ganz genauem Hinschauen wahrnehmen – sowohl beim Lesen von Text als auch beim Betrachten von hochauflösenden Fotos – mit oder ohne Zoom. Anhand der Bilder kann sich jeder selbst ein grobes Bild machen.

Das Display des LG G3.

Das Display des LG G3.

Das Display des HTC One M8.

Das Display des HTC One M8.

Das Display des Sony Xperia Z2.

Das Display des Sony Xperia Z2.

Ist das Display des LG G3 deswegen schlecht? Nein, ganz im Gegenteil. Im Vergleich mit einem HTC One M8 und einem Sony Xperia Z2 gefällt mir die Anzeige des LG G3 insgesamt am besten. Das liegt allerdings nicht daran, dass sie schärfer wäre, sondern an einer natürlichen und satten Farbdarstellung mit sehr guten Schwarz- und Weißwerten.

Auch die Helligkeit des Bildschirms überzeugt. Im direkten Vergleich wirken die Bildschirme des HTC- und Sony-Gerätes als hätten sie einen ganz leichten Blau-, beziehungsweise Gelbstich. Das Display des LG wirkt sehr gut ausbalanciert und ist strahlend weiß. Auch im Bereich der Blickwinkelstabilität ist es zu loben, auch wenn das HTC One M8 die Helligkeit etwas besser beibehält.

Lediglich das Display des Samsung Galaxy S5 kann in gewissen Bereichen mit dem Display des LG G3 mithalten. Das Display des Galaxy S5 hat zwar etwas übersteuerte Farben. Insgesamt ist es jedoch heller (sowie bei Bedarf auch dunkler) und bietet noch bessere Weiß- und Schwarzwerte.

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Alles in allem lässt sich sagen, das LG G3 hat derzeit eines der besten Displays am Markt. Die Unterschiede, die sich durch eine höhere QHD-Auflösung ergeben, sind aber minimal und nehmen keinen wirklichen Einfluss auf das Lesen von Texten oder Betrachten von Bildern. Viel mehr lassen die Farbdarstellung sowie die Helligkeit das Display gegenüber der Konkurrenz punkten.

Viele Fragen sich nun, ob sich die höhere Auflösung des QHD-Displays womöglich auf die Performance- und Akkulaufzeit auswirkt. Meine subjektive Antwort darauf: Ja! Mehr dazu beim Punkt: Akku.

Unikum Laser-Fokus

LG hat seinem Flaggschiff eine 13-Megapixel-Kamera samt Laser-Fokus verpasst. Anstatt zu versuchen, Kontrastbereiche in einer Szene zu erkennen, verwendet das LG G3 Infrarotlicht zum Fokussieren. Der Infrarot-Laser soll das Fokussieren beschleunigen und dafür sorgen, dass Nutzer seltener einen Schnappschuss verpassen.

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Nun war auf mehreren Seiten zu lesen, dass der Laser-Fokus nur bis maximal 40 Zentimeter funktionieren soll. Das dementierte LG auf meine Nachfrage hin etwas wage. Man wisse zwar selber nicht ganz genau, bis zu welcher Entfernung der Laser-Fokus greift. Drei bis vier Meter sollten es aber schon sein.

Kamera: G3 vs. Galaxy S5

 

Wir vergleichen die Kamera des LG G3 mit der 16-Megapixel-Kamera des Samsung Galaxy S5.

Bild wurde mit dem LG G3 aufgenommen.

Bild wurde mit dem LG G3 aufgenommen.

 

Bild wurde mit dem Samsung Galaxy S5 aufgenommen.

Bild wurde mit dem Samsung Galaxy S5 aufgenommen.

Beim ersten Vergleichsfoto gelingen sowohl der G3- als auch der S5-Kamera scharfe Bilder. Das Galaxy S5 hat die Belichtung und den Kontrast allerdings besser hinbekommen und liefert die Aufnahme mit den satteren Farben.

Bild wurde mit dem LG G3 aufgenommen.

Bild wurde mit dem LG G3 aufgenommen.

 

Bild wurde mit dem Samsung Galaxy S5 aufgenommen.

Bild wurde mit dem Samsung Galaxy S5 aufgenommen.

Bei diesem Motiv gibt es kaum Unterschiede. Beiden Kameras gelingen Aufnahmen mit guter Belichtung und angenehmen Farben. Bei genauem Hinschauen scheint aber das Galaxy S5 kleine Vorteile bei der Schärfe zu haben. Beim G3 ist die Aufnahme einen Tick heller.

Bild wurde mit dem LG G3 aufgenommen.

Bild wurde mit dem LG G3 aufgenommen.

Bild wurde mit dem Samsung Galaxy S5 aufgenommen.

Bild wurde mit dem Samsung Galaxy S5 aufgenommen.

Auch der Schnappschuss einer Gasse gelingt beiden Android-Smartphones gleich gut. Beide Bilder sind im Vordergrund ausreichend belichtet und detailreich. Das Foto des LG G3 ist wieder etwas heller als das des Galaxy S5.

Bild wurde mit dem LG G3 aufgenommen.

Bild wurde mit dem LG G3 aufgenommen.

 

Bild wurde mit dem Samsung Galaxy S5 aufgenommen.

Bild wurde mit dem Samsung Galaxy S5 aufgenommen.

Dieses Bild wurde in einem Coffee-Shop aufgenommen. Das LG G3 stellt das Mauerwerk im Hintergrund schärfer und detailreicher dar. Auch die Farben sind natürlicher.

Bild wurde mit dem LG G3 aufgenommen.

Bild wurde mit dem LG G3 aufgenommen.

Bild wurde mit dem Samsung Galaxy S5 aufgenommen.

Bild wurde mit dem Samsung Galaxy S5 aufgenommen.

Laut LG fokussiert die Kamera des G3 schneller als bei der Konkurrenz. Diesen vorbeifahrenden Bus hat es auch extrem schnell scharf gestellt. Allerdings hat das Samsung Galaxy S5 ebenfalls nicht viel Zeit zum Fokussieren benötigt, auch wenn die Ecken des Busses etwas unscharf geworden sind.

Bild wurde mit dem LG G3 aufgenommen.

Bild wurde mit dem LG G3 aufgenommen.

Bild wurde mit dem Samsung Galaxy S5 aufgenommen.

Bild wurde mit dem Samsung Galaxy S5 aufgenommen.

Bei der letzten Aufnahme hat sich noch nicht klar herausgestellt, welches der beiden Android-Smartphones denn nun schneller fokussiert. Bei dieser Innenaufnahme, bei der eine Person durchs Bild rennt, war das LG G3 tatsächlich schneller. Das G3 hat die Person noch in der Mitte des Bildes erwischt. Beim Galaxy S5 ist sie schon fast aus dem Bild. Allerdings hilft das in diesem Fall auch nicht viel, da die Verschlusszeiten beider Knipsen nicht kurz genug sind, um die Person scharf dazustellen. Wie es sich bereits bei den vorherigen Bildern abgezeichnet hat, ist der Schnappschuss des LG G3 heller, wodurch die Farben etwas blasser wirken als beim Galaxy S5.

Bild wurde mit dem LG G3 aufgenommen.

Bild wurde mit dem LG G3 aufgenommen.

Bild wurde mit dem Samsung Galaxy S5 aufgenommen.

Bild wurde mit dem Samsung Galaxy S5 aufgenommen.

Bei weniger Licht ist das Ergebnis ähnlich. Der Laser-Autofokus des LG G3 war wieder etwas schneller.

Bild wurde mit dem LG G3 aufgenommen.

Bild wurde mit dem LG G3 aufgenommen.

 

Bild wurde mit dem Samsung Galaxy S5 aufgenommen.

Bild wurde mit dem Samsung Galaxy S5 aufgenommen.

Bei schlechten Lichtverhältnissen hat das LG G3 die deutlich besseren Fotos geschossen. Die Farben sind beim Galaxy S5 zwar wieder etwas besser, dafür ist die Aufnahme stark verrauscht. Beim LG G3 ist kaum ein Bildrauschen festzustellen.

 

Bild wurde mit dem LG G3 aufgenommen.

Bild wurde mit dem LG G3 aufgenommen.

Bild wurde mit dem Samsung Galaxy S5 aufgenommen.

Bild wurde mit dem Samsung Galaxy S5 aufgenommen.

Diese Nahaufnahme verdeutlicht nochmals die Unterschiede. Beim Foto des Galaxy S5 ist im Gegensatz zur Aufnahme des G3 ein deutliches Bildrauschen zu erkennen.

Bild wurde mit dem LG G3 aufgenommen.

Bild wurde mit dem LG G3 aufgenommen.

Bild wurde mit dem Samsung Galaxy S5 aufgenommen.

Bild wurde mit dem Samsung Galaxy S5 aufgenommen.

Auch bei Fotos mit Blitz hat das LG G3 die Nase vorne. Es hat die Farben im Vergleich deutlich natürlicher eingefangen und wieder den helleren Schnappschuss geliefert.

Kamera-Fazit

Alles in Allem haben sich beide Kameras beim Fokussieren gut geschlagen. Auch mit seinem Laser-Fokus war das G3 nur unwesentlich schneller als das Galaxy S5. In Sachen Bildqualität zeigten beide Kameras eine durchwachsene Performance. Das Galaxy S5 schießt bei guten Lichtverhältnissen die etwas schärferen und besser belichteten Aufnahmen mit satteren Farben. Bei schlechteren Lichtverhältnissen gewinnt ganz klar das LG G3.

Die Kamera des LG G3 gehört zu den besten Smartphone-Kameras auf dem Markt. Trotzdem leidet sie an den üblichen Smartphone-Kamera-Problemen, wie einer vergleichsweise durchschnittlichen Performance bei schlechteren Lichtverhältnissen.

Sound

Das LG G3 bietet nur einen einzigen Mono-Lautsprecher im unteren Bereich auf der Rückseite. Damit kann man naturgemäß nicht mit den Stereo-Lautsprechern eines HTC One mithalten. Trotzdem weiß zumindest die Lautstärke des LG G3 dank ausreichender Leistung des Lautsprechers zu überraschen. LG gibt hier an, einen 1-Watt-Speaker verbaut zu haben. Außerdem soll noch ein 1,5 Watt Booster-Verstärker zum Einsatz kommen, was auch immer das sein soll. Bass oder ähnlichen Sound-Luxus darf man sich allerdings nicht erhoffen.

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Als störend empfand ich in manchen Situationen die Positionierung des Lautsprechers. Gerade beim Zocken von Spielen im Querformat verdeckte man geradezu zwangsläufig den Lautsprecher mit der Hand.

Der Sound über die Kopfhörerbuchse mit den mitgelieferten Kopfhörern gefällt mir sehr gut. Deutlich besser als man es von anderen mitgelieferten Kopfhörern gewohnt ist.

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Leistung: Benchmark

Wie beim Samsung Galaxy S5 kommt Qualcomms Snapdragon-801-CPU mit rund 2,5 (2,47) GHz Takt zum Einsatz. Im Gegensatz zum HTC One M8 oder Xperia Z2 verbaut also auch LG den etwas höher getakteten MSM8974AC-v3-Chip.

Zudem kommt das Snapdragon-801-SoC mit der Adreno-330-GPU, die bei allen vier Geräten allerdings mit 578 MHz getaktet ist. Sony und LG verbauen 3 GByte RAM (nur 32-GByte-Modell), Samsung und HTC setzten auf 2 GByte Arbeitsspeicher.

Im AnTuTu-X-Benchmark, der unter anderem CPU-, RAM- und Grafikleistung ermittelt, kommt das LG G3 auf 35.047 Punkte. Das HTC One M8 schaffte 33.458, das Sony Xperia Z2 33.572 und das Galaxy S5 35.618 Punkte. Der Vorgänger G2 kam übrigens auf 33.297 Punkte. Im Grunde ist das LG G3 damit genauso schnell wie das Galaxy S5 von Samsung und wird anscheinend nicht bedeutend von der höheren Auflösung beeinflusst.

AnTuTu X: LG G3 vs. Samsung Galaxy S5.

AnTuTu X: LG G3 vs. Samsung Galaxy S5.

Den Quadrant-Benchmark, der ebenfalls Prozessor– und 3D-Grafikperformance analysiert, konnte das LG G3 mit 22.683 Punkten abschließen. Samsungs-Flaggschiff erreichte mit 23,707 Punkten einen leicht höheren Wert. Das HTC One M8 kam auf 24.637 Punkte, das Xperia Z2 auf rund 18.220 Punkte, das LG G2 auf 19.050. Auch hier macht sich kein nennenswerter Unterschied bemerkbar.

Quadrant: LG G3 vs. HTC One M8.

Quadrant: LG G3 vs. HTC One M8.

Im Manhattan-GFX-Bench (Version 3.0.10), der die Leistung der Grafikeinheit auf den Prüfstand stellt, kommt das LG G3 auch nach mehrmaligen Testläufen jedoch nur auf 457 Frames respektive 7,4 Frames pro Sekunde. Das HTC One M8 schaffte 732 Frames respektive 11,8 Frames, das Xperia Z2 773 beziehungsweise 12,5 fps und das Galaxy S5 laut der GFXBench-Datenbank 741 Frames respektive 12,0 Frames pro Sekunde.

GFXBench: LG G3 vs Sony Xperia Z2

GFXBench: LG G3 vs Sony Xperia Z2

Leistung: Gefühl

Ganz ehrlich? Ich gebe nicht allzu viel auf Benchmarks. Schließlich kommt es darauf an, wie sich das Gerät im Alltag schlägt und nicht welche Leistung es in künstlichen Umgebungen bringt. Und hier liegt das LG G3 leider hinter anderen Geräten der Kategorie.

Immer wieder sind mir minimale Verzögerungen beim Navigieren durchs Menü aufgefallen. Nicht tragisch, aber für ein Gerät mit einem Qualcomm Snapdragon 801 auf jeden Fall ungewöhnlich. Ich schiebe das auf das hochauflösende Display. Immerhin muss hier die 1,7-fache Anzahl an Pixel im Vergleich zu Full-HD-Displays angesteuert werden.

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Übrigens verriet mir LG, dass man ursprünglich vorhatte, Qualcomms Spitzenreiter, den Snapdragon 805 zu verbauen. Jedoch soll es wohl zu Lieferengpässen seitens Qualcomm gekommen sein. Die gewünschte hohe Anzahl konnte nicht geliefert werden. Macht auch nichts. Denn wie mein Hands-On des LG G3 Cat.6 mit Snapdragon 805 zeigt, hält sich der Geschwindigkeitsschub in Grenzen.

Wer sein LG G3 dennoch beschleunigen will, den empfehle ich einen alternativen Launcher wie den Nova-Launcher. Außerdem hilft es, von Dalvik auf Art umzustellen. Nun rennt das LG G3 wie man es von anderen Top-Smartphones gewohnt ist.

Akku – Sehr gut, aber nicht überragend

Der Akku des LG G3 ist mit 3.000 mAh identisch zum Vorgänger, was etwas verwunderlich ist, da das höher auflösende Display tendenziell mehr Strom verbrauchen müsste. Dank adaptiven Frameraten, angepasster Taktung sowie “Timing control” soll die Akkulaufzeit des Smartphones laut LG aber nicht leiden.

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Doch allein schon bei den offiziellen technischen Daten des LG G3 zeigt sich, dass der Akku beim G3 wohl schneller leer geht als beim Vorgänger. Die Gesprächszeit im 3G-Netz gibt der Hersteller mit 1260 Minuten an. Im Standby-Modus soll das Smartphone 553 Stunden durchhalten.

Im Vergleich zum LG G2 wäre das eine Verschlechterung. Dort wird die Standby-Zeit im 3G Netz mit 826 Stunden angegeben, die Gesprächszeit mit 1.278 Minuten. Zum Vergleich: das Xperia Z2 verfügt über einen 3.200-, das S5 über einen 2.800- und das HTC One über einen 2.600-mAh-Akku.

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Die Labortests verschiedener Redaktionen fielen sehr unterschiedlich aus. Im CNET-Labs-Test, bei dem unter anderem ein HD-Video in einer Dauerschleife über das Display flimmert, kommt das LG G3 auf 9 Stunden und 22 Minuten. Damit hielt es kürzer durch als alle drei Konkurrenten. Das Xperia Z2 schafft 11 Stunden und 41 Minuten, Galaxy S5 beeindruckende 15 Stunden und 18 Minuten und das HTC One M8 9 Stunden und 52 Minuten.

Chip sieht bei seinen Tests das LG G3 bei der Sprechzeit mit 11:37 Stunden (weil hier das leistungshungrige Display deaktiviert ist) ganz weit vorne, dagegen bei der Online-Laufzeit mit 5.29 Stunden recht weit hinten. Zum Vergleich: Das Samsung Galaxy S5 kommt dort auf eine Sprechzeit von 7:57 Stunden (Online-Laufzeit sehr gute 8:30 Stunden), das HTC One M8 auf ein Sprechzeit von 9:08 Stunden (Online-Laufzeit von 8:00 Stunden), das Sony Xperia Z2 auf eine Sprechzeit von 10:37 Stunden (Online-Laufzeit von 8:21 Stunden) und das iPhone 5s auf eine Sprechzeit von 6:46 Stunden (Online-Laufzeit von 6:31 Stunden).

Mein persönlicher Eindruck: Dem LG G3 geht schneller der Saft aus als dem bezogen auf die Akkulaufzeit überragenden LG G2. Ich hatte auch das Gefühl, dass das Samsung Galaxy S5 länger durchhält. Ich schiebe das auf das größere und hochauflösende Display, bei den naturgemäß mehr Pixel einzeln angesteuert und damit berechnet werden müssen.

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Trotzdem spielt die Akkuleistung des LG G3 ganz weit vorne mit. Mit dem LG G3 braucht niemand bei normaler Nutzung Angst haben, dass sein Gerät vorm Schlafengehen die Grätsche macht. Bei moderater Nutzung hat mein LG G3 auch nach etwa 40 Stunden noch 20 Prozent. Das Ende Juli ausgelieferte Software-Update für das LG G3 soll die Akkuleistung verbessern. Nachprüfen konnte ich das leider nicht.

Abnehmbare Rückseite? Finde ich überflüssig.

Dank der abnehmbaren Rückseite lässt sich der Akku beim LG G3 unproblematisch auswechseln, falls einmal der Strom ausgeht. Trotzdem vertrete ich die etwas unpopuläre Meinung, dass dies ein Feature ist, welches wohl nur von den wenigsten genutzt wird.

Ich behaupte, dass 95 Prozent der LG G3 Nutzer niemals den Akku wechseln oder ihn gegen einen stärkeren Akku wechseln werden. Die meisten Power-User werden – wie auch ich – einen externen Akku zum Laden nutzen. Das ist einfacher, günstiger und mit allen Smartphones kompatibel. Ich habe lieber ein schönes Unibody-Gehäuse als einen wechselbaren Akku.

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Übrigens ist ein Ladekabel nicht zwingend nötig, da das LG G3 auch den kabellosen Ladestandard Qi unterstützt.

Sinnvolle Software-Funktionen

Die hauseigene Benutzeroberfläche erfährt bei LG G3 ein komplettes Redesign. Zum Glück! Vorbei sind die Zeiten quietschbunter Icons und eigenartiger Schrift-Fonts. Das neue Design kommt minimalistisch und durchdacht im zeitgemäßen Flat-Design. Hier hat LG ganze Arbeit geleistet. Das Design zieht sich konsequent durch alle Menüs und alle hauseigenen Apps.

Worüber ich sehr dankbar bin: LG folgt nicht dem kopflosen Feature-Overload von Samsung sondern beschränkt seine Zusatzfunktionen – zumindest überwiegend – auf solche, die auch tatsächlich einen Mehrwert für den Nutzer haben.

Knock-Knock-Knock

Ein tolles Beispiel ist Knock-On / Knock-Off, vielen schon von G2 bekannt. Mit dieser Funktion sollen die Nachteile der hinten liegenden Tasten ausgeglichen werden. Durch ein einfaches Doppeltippen auf den schwarzen Bildschirm erwacht das G3 aus dem Stand-By Modus. Das funktioniert zwar nicht immer, aber dennoch dermaßen gut, dass ich mir diese Funktion für absolut jedes Smartphone wünsche.

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Neben dem Knock-On / Knock-Off gibt es auch den Knock-Code – einen Klopf-Code, um das G3 zu entsperren. Hier wählt der Nutzer eine auf vier Quadranten beschränkte Folge von Klopfzeichen. Das funktioniert nicht perfekt, aber gut genug. Denn um ganz ehrlich zu sein gab es bisher kaum ein Entsperrungsverfahren unter Android, welches besser funktionierte. Weder Zahlencode (zeitaufwändiger), noch Muster (ab einer gewissen Komplexität fehleranfällig), noch Face-Unlock (ein schlechter Witz!) noch der Samsung-Fingerabdrucksensor (ging auch nicht immer).

Ein Nachteil der Klopfgeschichte: Mir ist es mehrmals passiert, dass sich das G3 durch das Tragen in der Hosentasche aktivierte. Das empfindliche Display muss wohl durch den dünnen Stoff der Hosentasche Kontakt mit meinem Bein aufgenommen haben.

Durchdachte Standard-Tastatur

LG gibt Nutzer auch die Möglichkeit, die Farbe und die Reihenfolge der Android-Standard-Tasten zu ändern. Aber das ist noch nicht alles! Es können außerdem direkte Links auf die Benachrichtigungsleiste, QSlide, QuickMemo und den Dual-Window-Betrieb hinzugefügt werden. Das ist nicht nur einmalig, sondern vor allem bei dem recht großen Display und dem direkten Zugriff auf die Benachrichtigungsleiste auch sehr nützlich. Ähnlich nützlich bei Einhandbedienung: Auf Wunsch kann die Tastatur an einer Seite des Displays andocken, das erleichtert das Schreiben deutlich.

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Auch die Tastatur ist durchdacht. Nicht nur, dass sie lernt, welche Tasten der Nutzer häufig verfehlt und dem dann nach einer gewissen Zeit entsprechend gegensteuert. Für eine Standard-Tastatur kann sie auch in ungewöhnlich hohem Maße individualisiert werden.

Ich bin zum Beispiel kein großer Freund der standardmäßig eingeblendeten Zahlenleisten, ich sehe lieber mehr vom Bildschirm über der Tastatur. Kein Problem. Zahlenleiste einfach ausblenden und Tastatur stufenlos und der Höhe anpassen.

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Außerdem können die Tasten neben der Leertaste mit häufig genutzten Zeichen belegt werden. Bei mir findet sich dort neben dem Punkt das Komma. Auch nett: Der Cursor kann durch das Wischen auf der Leertaste bewegt werden. Dadurch entfällt das lästige und ungenaue Positionieren des Cursors direkt im Text. Insgesamt hat LG bei der Tastatur richtig gute Arbeit geleistet.

Den kompletten Screen nutzen

Gefeiert habe ich die Möglichkeit, in gewissen Apps die Onscreen-Tasten auszublenden. Dadurch können zum Beispiel Spiele den gesamten Screen nutzen und man muss nicht befürchten, aus Versehen den Home-Button zu berühren oder ähnliches. Durch einen Wisch von außerhalb des Bildschirms in Richtung Mitte fahren die Tasten an ihre gewohnte Position.

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Neben einigen weiteren erstaunlich sinnvollen Funktionen gibt es auch wie immer solche, die nicht zum eigenen Nutzungsverhalten passen. Bei mir war das zum Beispiel QSlide und DualWindows. Aber alles nicht weiter wild, da man jede Funktion im gut sortierten Einstellungsmenü findet und bei Nichtgefallen abschalten kann.

Auch die lästigen Smart Tipps lassen sich ausschalten, obwohl ich hier etwas suchen musste. (In den Einstellungen > Anzeige > Homescreen den Punkt Smart Bulletin deaktivieren.)

Fazit

Nach dem LG G2 haben mit dem LG G3 alle einen Überflieger erwartet – und ihn bekommen. Das Display ist einfach großartig – nicht unbedingt wegen seiner hohen Pixeldichte, sondern auf Grund der tollen Farben, hohen Helligkeit des guten Schwarzwerts und der verdammt schmalen Display-Ränder. Die Kamera macht gute Bilder und ist dank Laser-Fokus vielleicht die schnellste der Smartphone-Geschichte. Die Software-Funktionen sind durchdacht und der Preis angemessen. (Die 16 GByte Variante gibt es bereits ab 415 Euro.)

Warum es dann dennoch „nur“ 4,5 Sterne geworden sind? Nun, im Bereich der Top-Smartphones sind die letzten paar Zentimeter zum perfekten Smartphone besonders schwer zu nehmen. Was dem LG G3 zum perfekten Smartphone fehlt ist unter anderem das letzte Quäntchen Performance und eine überragende Akkuleistung wie im Vorgänger.

Das ist jedoch jammern auf allerhöchsten Niveau. Das LG G3 ist das beste erhältliche Smartphone und zieht an den Top-Konkurrenten von Samsung, Sony und HTC vorbei. Meine absolute Kaufempfehlung!

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plusplushervorragendes Display

plusgute Kamera mit sehr schnellem Fokus

plustolle Software-Features

plusordentliche Verarbeitung

plusvergleichsweise günstig

plusmicroSD-Slot, kabelloses Laden, Rear-Keys verbessert, gute Kopfhörer

minusPerformance nicht optimal

minusAkkuleistung „nur“ gut

minusunglückliche Platzierung des Lautsprechers

Tags :Via:Mit Material von Christian Schartel
  1. super handy, dann kann man nur sagen fck u apple haha :D

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    1. Nur weil du dir kein iPhone leisten kannst, bist du ja vom fast halb so günstigen Handy begeistert.

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      1. Es ist doch shitegal was für ein Handy man sich leisten kann, was interessiert es dich? Soll sich doch jeder kaufen was er will.
        Es interessiert niemanden.

  2. Mittlerweile hat LG ja schon zwei Firmware updates nachgeschoben, die die performance und die Laufzeit verbessern sollen. Mit welcher Firmware Version wurde das Handy denn getestet?

  3. Guter Bericht…stimmt mit meinen Erfahrungen mit dem LG G3 ziemlich überein!
    Weiß jmd. zufällig wie die Wetter App / Widget heißt was auf den Fotos des G3 gezeigt wird? danke

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