Logitech Harmony Ultimate Hub im Test

Logitech Harmony Ultimate Hub

Logitech bietet denjenigen, die statt einer Universalfernbedienung lieber auf das Smartphone oder Tablet als Mädchen für alles im Heimkinobereich setzen, den Harmony Ultimate Hub an. Wie sich das praktische Gadget trotz hakeliger App schlägt, lest ihr in unserem Test.

Zugegeben, Fernbedienungen haben maßgeblich zur Bequemlichkeit in den eigenen vier Wänden beigetragen. Doch wir nennen immer mehr Geräte unser Eigen. Und eine Vielzahl von ihnen bringt inzwischen ihre eigene Fernsteuerung mit. Wer nun ein umfangreich ausgestattetes Heimkino besitzt, wird früher oder später der Überfüllung des Wohnzimmertisches mithilfe einer Universalfernbedienung Herr werden wollen. Neben diversen Modellen (wie der Harmony Touch oder andere), mit denen sich der Harmony Ultimate Hub ansteuern lässt, wird Letzterer auch separat angeboten. Alles was notwendig ist ist ein Android- oder Apple-Smartphone oder -Tablet, sowie die kostenlose Harmony-App aus dem jeweiligen Appstore. Anschließend sollen sich nicht nur Fernseher und DVD-Player, sondern auch Spielekonsolen und Philips hue-Lampen bedienen lassen.

Harmony Ultimate Hub: Was ist drin?

Neben Netzteil und dem Hub selbst, welcher Signale des Smartphones je nach Empfangsgerät in IR- oder Bluetooth-Signale umwandelt, befinden sich in der Verpackung nebst diversen Zetteln zwei Anleitungsheftchen mit kargen Anwendungshinweisen, dafür diese in umso mehr Sprachen. Immerhin gibt es Hinweise auf weiterführende Informationen im Internet oder über die App. Ein USB-Kabel zur Computer-Anbindung sowie ein Infrarot-Mini-Sender für Geräte außerhalb des Sichtbereichs des Hubs, komplettieren den Lieferumfang. Davon lassen sich bis zu zwei an das Gerät anschließen.

Logitech Harmony Ultimate Hub

Kann der Harmony Ultimate Hub die Empfangsgeräte nicht erreichen, ist der Einsatz eines IR-Mini-Senders – anzuschließen auf der Rückseite – sinnvoll.

Preislich liegt der Harmony Ultimate Hub bei etwa 98 Euro. Angesichts der Tatsache, dass die Logitech Smart Control inklusive des Hubs für zehn Euro weniger zu haben ist, dafür aber mit Hardware-Fernbedienung im Gepäck kommt, stellt sich die Frage, wer bei diesem Angebot zugreifen soll. Zumal diese Alternative in Anbetracht der recht hakeligen App, die den Nutzen des Smartphone-Nutzung weitgehend relativiert, klare Vorteile hat. Dazu gleich mehr.

Die Harmony-App

Freilich reagiert der Harmony Ultimate Hub nur mithilfe der kostenlosen App (auf Google Play und im AppStore zu haben) auf Befehle des Smartphones oder Tablets. Dafür ist eine ständige WLAN-Verbindung, die einmalige Hinterlegung des Kennworts und leider auch ein Benutzerkonto bei MyHarmony notwendig. So zumindest kann der Hub auch bei verschlossenen Fernsehschranktüren angesteuert werden.

Die Ersteinrichtung führt durch mehrere Schritte und verläuft weitestgehend reibungslos. Nachdem der Hub mit dem Internet verbunden wurde, lassen sich verschiedene Geräte und Aktionen hinzufügen, eine Favoritenliste erstellen und Aktionstasten einrichten. Besagte Aktionen stellen den eigentlichen Clue des Gerätes dar. Denn statt etwa jedes Gerät einzeln einzuschalten, kann eine Aktion dahingehend konfiguriert werden, das komplette Heimkino – also Fernseher/ Beamer, DVD-Player und Sound-Anlage – simultan zu aktivieren und diverse Tastendrucke unter Einbindung von individuellen Verzögerungszeiten vorzunehmen – mit nur einer Berührung. Von solchen Aktionen lassen sich unterschiedliche Variationen einspeichern. Was sich in der Theorie einfach und praktisch anhört, erfordert aber eine intensive Auseinandersetzung mit der App, da diese nicht immer offensichtlich zeigt, was mit ihr möglich ist – ergo zur Unübersichtlichkeit neigt, sollte man alle Funktionen ausprobieren wollen. Die Einrichtung und Konfiguration ist insgesamt nicht unbedingt als kompliziert zu bezeichnen. Das Prozedere ist bei mehreren Geräten dennoch sehr mühselig. Wer die genauen Bezeichnungen seiner Ausstattung und die Belegung der Eingänge auswendig kennt hat hier einen Vorteil.

Logitech Harmony Ultimate Hub App

Links: Bereits abgespeicherte Aktionen; Mitte: Jedes Gerät muss etwas anders verbunden werden; Rechts: Komponenten, die bei einer Aktion aktiviert werden sollen.

Die geringe, aber rein rechnerisch vorhandene Zeitersparnis durch gleichsames Einschalten frisst die Harmony-App leider durch die stete Rücksprache mit den Logitech-Servern wieder auf. Wer das Programm gerade startet, muss mehrere Sekunden warten, bis sie sich verbunden hat. Eine Zeit, in der man alle erforderlichen Geräte auch manuell hätte einschalten können. Mal schnell zu surfen und die App wieder aufrufen war im Test leider auch nicht einfach möglich, da die die Harmony-App sich erst wieder mit den Servern verbinden musste und gelegentlich sogar bei dem Versuch abstürzte (Motorola Razr i). Für das Ergebnis nicht relevant aber vielleicht erwähnenswert: Da der Harmony Ultimate Hub ständig mit den Logitech-Servern Rücksprache hält, liegt in der heutigen Zeit nahe, dass durch Auswertung jeder Eingabe, dass komplette Mediennutzungsverhalten ausgewertet werden könnte.

Logitech Harmony Ultimate Hub App

Es stehen mehrere “Fernbedienungen” zur Verfügung, mit der sich eigentlich jedes Gerät bedienen lassen sollte. Auch eine Gestensteuerung lässt sich auswählen.

Wer darüber hinwegsehen kann und all seine Geräte erfolgreich eingerichtet hat, darf sich über eine bequeme Ansteuerung dieser freuen. Die App bietet verschiedene gelungene Bedienoberflächen – darunter auch eine intuitive Gestensteuerung, die sogar die, wenn auch stark verzögerte, Bewegung des Wii/ Wii U-Remote-Cursors erlaubt. Theoretisch ließen sich manche Spiele also mit dem Smartphone steuern. Im Übrigen lässt sich der Hub mit mehreren Smartphones bedienen, soweit auf jedem die App installiert ist. Das funktioniert soweit auch ganz gut.

Randnotiz für iPad-Nutzer: Der Harmony Ultimate Hub ist mit der offiziellen TV Digital HD-App kompatibel, die nebst Guide-Funktion einen Programmwechsel durch Berühren des Senderlogos ermöglichen soll. Glaubt man aktuellen Bewertungen im AppStore und auf Amazon, soll die im Abonnement kostenpflichtige App mit dem Hub aber alles andere als gut funktionieren. Ein künftiges Update sollte Abhilfe schaffen.

Und was ist mit der Hardware?

Die Hardware, also der Logitech Harmony Ultimate Hub an sich, ist denkbar unspektakulär. Unter der Abdeckung befinden sich die mit Digitalkameras erkennbaren IR-Sender. Die Unterseite steht dank Gummierung rutschfest auf allen Oberflächen. Das schlicht-moderne Design des handtellergroßen Gerätes passt in jedes Fernsehregal. Auf der Rückseite befinden ein Pairing-Knopf, die USB-Schnittstelle sowie zwei Klinken-Buchsen für die Mini-IR-Sender. Ein Lämpchen auf der Vorderseite gibt Auskunft über den aktuellen Status des Hubs. Die Verarbeitung ist robust und wirkt hochwertig. Wer sich wie ich nicht unbedingt mit der Harmony-App anfreunden kann, hat stehts die Möglichkeit, eine Logitech-Universalfernbedienung zu erwerben, welche problemlos mit dem Hub funktionieren sollte.

Fazit

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Der Harmony Ultimate Hub von Logitech soll Schluss mit Fernbedienungsbergen im Wohnzimmer machen. Und das tut er auch, denn seitens der Hardware gibt es absolut keine Beanstandungen. Den Spaß an der Verwendung des Smartphones als All-in-One-Gerät mindert aber die optisch zwar ansprechende, aber in der Bedienung zu unbequeme Harmony-App. Bei vielen Geräten ist die Einrichtung mühselig und die Bedienung hakelig. Die durch Aktionen, also Aktivierung mehrerer Geräte gleichzeitig, gesparte Zeit annuliert sich durch die Abfragezeit mit den Logitech-Servern, was den Zweck derselben in Frage stellt. Angesichts der Tatsache, dass der Hub zusammen mit einer Hardware-Fernbedienung günstiger zu bekommen ist, nur etwas für Leute, die auf Smartphone-Spielereien abfahren.

plusKostenlose App

plusAnsteuerung mit (mehreren) Smartphones, Tablets und Fernbedienungen

plusMit IR-Mini-Sendern auch außerhalb der Reichweite liegende Geräte bedienbar

plusIntuitive Gestensteuerung

minusApp ziemlich eigenwillig

minusZeitersparnis gleich Null

minusBenutzerkonto notwendig

minusPreis (bei besserer Alternative desselben Herstellers)

 

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  1. Zitat: “seitens der Hardware gibt es absolut keine Beanstandungen”. Dann hoffe ich, dass ICH einen Fehler gemacht habe, denn ich bekomme bis heute, nach ungezählten Stunden, Versuchen, Work-Arounds und Nachrichten zwischen dem Logitech-Kundenservice und mir meine PS3 immer noch nicht stabil mit dem Hub “gepairt”. Ärgerlich ist auch, dass die Software so “starr” ist und keine Kniffe, wie zum Beispiel die Integration des alten Logitech-Adpaters für die PS3 zulässt.

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