Creative SoundBlaster E1: Verstärkung für Kopfhörer ohne Überraschungen [Test]

Creative SoundBlaster E1 Gizrank

Auch unterwegs keine Abstriche in Sachen Soundqualität machen - das verspricht der SoundBlaster E1 Kopfhörerverstärker von Creative. Preislich im Mittelfeld angesiedelt, soll das kleine Gadget den Klang von Smartphones merklich verbessern. Im Test lest ihr, inwieweit Creative sein Versprechen hält.

Wer sein Smartphone als Musikwiedergabegerät nutzt, wird schon einmal bemerkt haben, dass es dem Klang an Qualität mangelt. Geringe Lautstärke und Komprimierung entziehen selbst guten Kopfhörern die Grundlage, ihre Muskeln spielen zu lassen. Der Creative SoundBlaster E1 versucht dieses Problem in den Griff zu bekommen – und schafft es sehr bedingt auch, wenngleich man keine signifikanten Überraschungen erwarten sollte. Ein Kopfhörerverstärker ist eben keine Wunderwaffe. Dafür verfügt das Gerät über den ein oder anderen Pluspunkt.

Creative SoundBlaster E1 vs. beyerdynamic A 200 P

Links der mit etwa 50 Euro erschwingliche Creative SoundBlaster E1, rechts der mit knapp 300 Euro deutlich teurere A 200 P von beyerdynamic. Zwar haben beide Geräte Vor- und Nachteile, wer im direkten Vergleich aber das Rennen machen würde, sollte klar sein.

Angeschlossen wird der SoundBlaster E1 mit Klinkensteckern, was für sich gesehen beispielsweise einen Vorteil gegenüber der restriktiven Lösung des beyerdynamic A 200 P (welcher ein Vielfaches mehr kostet) darstellt, da nur sehr wenige Smartphones bisher USB-Audio unterstützen. Das Gerät verfügt über eine 4-polige 3,5 mm Line-In-Buchse sowie zwei 3,5 mm Line-Out-Buchsen, wobei eine dieser beiden gleichzeitig als Mikrofoneingang dient. Musikhören zu zweit wird ebenfalls ermöglicht. Beigelegt ist ein cica 80 cm langes rotes Kabel, sodass gleich alle Komponenten an Bord sind, um Musik unterwegs aufzuwerten. Wer Musik lieber am PC hört, schließt den E1 via USB an.

Als Kopfhörerverstärker im mobilen Einsatz ist das Gerät über einen eingebauten Akku ausgestattet, welcher laut Hersteller bis zu 25 Stunden halten soll. Bei leicht über der Mitte liegender Leistung zeigte der SoundBlaster E1 auch nach zwölf Stunden noch keine Anzeichen, wieder an die Dose – in diesem Fall die USB-Buchse des Computers – angesteckt werden zu müssen.

Creative SoundBlaster E1

Wer kein Headset als Kopfhörer nutzt, kann mit dem integrierten Mikrofon auch Anrufe während des Musikhörens annehmen.

Mit drei Bedienelementen ist die Steuerung denkbar einfach: Power-Schalter, Multifunktionstaste (Play/ Pause, bzw. Anruf annehmen) und Lautstärke-Schieberegler. Letzterer lässt aufgrund seiner Schwergängigkeit vermuten, man sei etwa beim Joggen vor unangenehmen Überraschungen gefeit. Leider kommt es – je nachdem, an welcher Stelle ihr das Gerät mittels des stabilen Halteclips befestigt – doch vor, dass eine volle Dröhnung das Trommelfell kalt erwischt. Ein Verrieglungsschalter wie beim beyerdynamics A 200 P gibt es nicht. Der Power-Schalter könnte fester verbaut sein, er bewegt sich aber noch im akzeptablen Bereich. Praktischerweise verfügt das streichholzschachtelgroße Gerät über ein Mikrofon, mit dem sich auch einfache Kopfhörer zu einem Headset aufrüsten lassen. Das gefällt uns.

Sound

Der portable Kopfhörerverstörker SoundBlaster E1 unterstützt 600 Ohm-Kopfhörer und bietet einen Rauschabstand von 106 dB. Die Abtastfrequenz liegt bei bis zu 24 Bit/ 48 kHz. Kopfhörer erhalten in Sachen Lautstärke eine ordentliche Steigerung, die aber alles andere als aus gesundheitlicher Sicht empfehlenswert ist. Wer dem zum Trotz Wert darauf legt, wird absolut zufrieden gestellt.

Die Wahrnehmbarkeit der Verbesserung des Sounds hängt von zwei Faktoren ab. Zunächst ist natürlich das Format der Audiodaten entscheidend. Wer sich schon für MP3-Dateien entscheidet, bzw. dazu gezwungen ist, kann keine Meilensteine bei einer geringen Datenrate von 128 Kbit/s erwarten – besser sind 320 KBit/s. Idealerweise verwendet ihr unkomprimierte High-End-Audiodateien. Zum anderen schwankt das Ergebnis mit den Kopfhörermodellen. Während der recht basslastige Sol Republic Tracks V8 eine Anpassung soweit kaschiert, dass die Veränderung bestenfalls im Rahmen der Suggestion liegt. Die bei Weitem interessanteste Verbesserung widerfuhr im Test den Apple EarPods.

Bei orchestralen Titeln wie dem Prinzessin Mononoke Titelthema werden die Höhen um eine Nuance herabgesetzt und in ein insgesamt weicheres Gesamtklangbild eingefügt. Die Mitten klingen wärmer und Bässe räumlicher. Nach Entfernen des zwischengeschalteten SoundBlaster E1 wirkte der Sound gerade zu blechern. Insgesamt ließ ein Überraschungseffekt trotzdem vergeblich auf sich warten. Meiner Meinung nach kein Effekt, der sich nicht von Kennern mit Equalizer-Einstellungen erzielen ließe.

Fazit

Der Creative SoundBlaster E1 ist eine vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit, etwas mehr aus weniger hochwertigen Kopfhörern herauszuholen. Wer primär Wert auf mehr Lautstärke legt und keine Quantensprünge in Sachen Tonverbesserung erwartet, kann zugreifen. Schön ist die Möglichkeit zu zweit Musik genießen zu können. Auch normale Kopfhörer in ein Headset umzuwandeln, ist ganz nett. Wer unterwegs wortwörtlich mehr aus seiner Musik herausholen möchte, kommt um kostspieligere Alternativen nicht herum.

plusMit 50 Euro preiswerte Nachrüstmöglichkeit für simple Kopfhörer

plusGute Verstärkerleistung

plusEinfache Bedienung

plusMikrofon und Anschlussmöglichkeit für zwei Kopfhörer

minusVerarbeitung ausbaufähig

minusKeine Hold-Taste

minusKlangverbesserung schwankend und auch mit Equalizern zu erreichen

UPDATE: Danke an die Kommentatoren, Preis wurde nachträglich im Text eingefügt.

Tags :
    1. Nun, mit ca. 35,00 Eur ist er dein.
      Fand es auch schade, dass kein Preis im Test angegeben ist.
      Ständig diese Recherche, wo wir doch lieber alle wichtigen Infos vorherein dabei haben.*g*

      1. Selbst nachgeschaut hab ich auch… aber wenn in einem Artikel mehrmals erwähnt wird das der Kopfhörerverstärker “Preislich im Mittelfeld” liegt erwarte ich eigentlich auch eine Preisangabe.

  1. “Der Creative SoundBlaster E1 ist eine vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit, etwas mehr aus weniger hochwertigen Kopfhörern herauszuholen.” Ich hätte wohl eher gesagt, dass das Wiedergabegerät hier verstärkt wird. Ein schlechter Kopfhörer bleibt dabei nach wie vor ein schlechter Kopfhörer…

  2. Ein Affe macht aus einer Kuh keine Banane.
    Mehr Pegel bei gleichbleibender Klangqualität kann man in dem Fall zusammenhängend sagen.
    Meine 200 eur kopfhörer betreibe ich am liebsten mit einem uralt mp3 player und mp3 tracks in 128kbit qualität. Ganz besonders gut wird der klang, wenn ich natürlich am Equalizer herumspiele, damit unnötige Details völlig verschwinden. In Sachen Schmerzempfinden bin ich gänzlich umempfindlich und möchte nur, dass ich überhaupt was höre. Und das möglichst laut.
    Ironie

    Guter Klang, nicht nur diesem Test zufolge, hat seinen Preis.
    Aber alle weiteren Ausführungen dazu wären nur Wiederholungen dieses Tests.

  3. Lautstärke ist keine Soundqualität !!!

    Solche Teile gehören VERBOTEN !!!

    Die Begrenzung der Lautstärke bei MP3 Player, aber auch in Diskotheken, hat der sinnvollen Zweck,
    den Gehör der Jugend zu schützen, und die Folgekosten im Gesundheitswesen einzusparen (Eure Krankenkassenbeiträge…)
    Die unerfahrene naive leichtsinnige Jugend will aber oft trotzt der Gefahren, sich durch überlaute Musik berauschen, ähnlich wie wilde Völker durch Trance Musik und Tänze.
    Aber die Gehörschäden / Taubheit durch Lärm ist irreparabel nicht heilbar !!!
    Also sollte JEDER, besonders junge Menschen, im eigenem Interesse, zu laute Musik meiden, und das sowohl aus Kopfhörer wie auch in der Disko !!!
    (Einige wenige MP3 Player haben Ländereisstellungen. Wer da USA einstellt, hat es lauter, aber auch nach einiger Zeit Gehörschaden = Taubheit !)
    Also geht mit der Lautstärke verantwortungsvoll um !!!
    Oder wollt ihr später wie ein Krüppel mit Hörgerät- Prothese rumlaufen müssen ???

    Ich weiß, mag für Manche/n wie der Papa oder der Pauker klingen, ist aber gut gemeint.

    1. Sie haben mit Ihrer Ausführung vollkommen recht.
      Was ich aber anmerken sollte: Diese Kopfhörervorverstärker werden heuptsächlich für hochohmige Kopfhörer hergestellt welche an einem MP3 Player nur sehr geringe Lautstärken aufgrund des hohen wiederstandes erzeugen können.
      Hier geht es nicht um brachiale Gehörschädigung sondern um angenehmes Musikhören für unterwegs. Klar ist das die Verstärker auch von kiddies falsch benutzt werden könnten, aber wer am Tag 3 Tafeln Schokolade futtert schädigt seinen Körper ebenfalls nachhaltig. Es ist alles eine sache des gesunden Menschenverstandes.

      1. Und wie wird die Lautstärke,
        wenn gängige Kopfhörer mit üblichen 32 Ohm Innenwiederstand,
        trotz Fehlanpassung,
        an solche Verstärker angeschlossen wird ?

        Und bei den seltenen hochohmigen Kopfhörer,
        wäre da nicht ein passiver Impedanzwandler- Trafo angebrachter,
        statt Verstärker ?
        (Der würde auch viel kleiner und leichter…)

        1. Wie ich bereits erwähnte gesunder Menschenverstand gehört da auch dazu. Wer seine Ohren schädigen “möchte” macht das auch. Man wird ja nicht gezwungen den Lautstärkeregler voll aufzudrehen.
          Nebenbeibemerkt hat eine Höhere Lautstärke (bei nicht maximaler Nutzung) auch den Vorteil das der Equelizer besser an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann, da bei einem großteil der Quellgeräte ab ca. 80% Maximalpegel, hörbäre Verzerrungen auftauchen (Argument Ihrerseits: Lautstärke ist keine Soundqualität). Zu Impedanzwandlern habe ich keine Erfahrungwerte, wird der Ton durch einen solchen verzerrt? Jeder kann von solchen Geräten halten was er will, aber ihre Daseinsberechtigung haben sie.

  4. Ein Mehrgewinn an Klangqualität liefert der Kopfhörerverstärker von Creative nicht. Im Gegenteil: Ich hatte den Eindruck, dass im Bass etwas mehr Volumen und weniger Präzision vorhanden war.

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