Google: Täglich eine Million Löschanträge wegen Piraterie

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Mittlerweile gehen bei Google täglich etwa eine Million URL-Löschanträge wegen Urheberrechtsverstößen ein. Das Löschungsersuchen, das hauptsächlich von Rechteinhabern von Medieninhalten gestellt wird, sorgt damit laut Googles Transparenzbericht für einen neuen Rekord.

30,4 Millionen URL-Löschanträge im Monat, eine Million am Tag, 11,5 Anträge pro Sekunde. Rechteinhaber und Unternehmen bombardieren Google regelrecht mit Löschanträgen bezüglich Links zu Raubkopien und nicht lizenzierten Streaming-Angeboten. Diese muss Google nach dem Digital Millennium Copyright Act löschen, wenn es darauf hingewiesen wird. Im letzten Monat meldeten 2.292 Organisationen solche Verstöße, die sich auf 48.299 Domains bezogen und die Rechte von 4.606 Firmen verletzten.

Allein in der Woche vom 11. August des Vorjahres gingen bei Google rund 7,8 Millionen Urheberrechtsbeschwerden ein – eine Million mehr als der Wochenschnitt des letzten Jahres betrug. Auch im Jahresvergleich ist eine Steigerung festzustellen. Im September 2013 gingen insgesamt 21,5 Millionen Löschanfragen bei Google ein. Rechteinhaber scheinen ihre Bemühungen demzufolge weiter zu intensivieren, um eine Suche nach Raubkopien zu erschweren. Die meisten Löschanträge kamen dabei von der BPI, einer Vereinigung der britischen Musikindustrie, die im vergangenen Monat 6,3 Millionen Links beanstandete. Seit 2011 schickte sie über 270.000 Anträge an Google, die sich auf 93 Millionen Links bezogen.

Auf Rang zwei folgt mit 5,7 Millionen beanstandeten Links ein Unternehmen, dessen Geschäftsmodell der Schutz des Urheberrechts ist. Zu den häufigsten Antragsstellern zählen außerdem die Recording Industry Association of America (RIAA), Takedown Piracy LLC und MarkMonitor AntiPiracy.

Bild: Google

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Google weist abschließend darauf hin, dass es nicht jedem Antrag Folge leistet, und zählt einige Beispiele auf, ohne Gründe zu nennen. Wie Torrentfreak betont, lässt sich ein gelegentlicher Irrtum oder auch Missbrauch des Systems bei der großen Zahl an Anträgen wohl kaum ausschließen.

Zusätzlich zu den Urheberrechtsbeschwerden muss Google sich seit Juni auch mit Löschanträgen europäischer Einzelpersonen auseinandersetzen, die sich durch Google-Links in ihrer Persönlickeit verletzt sehen. Das hatte der Europäische Gerichtshof im Mai entschieden. Stand Ende Juli waren Anträge von rund 91.000 Personen eingegangen, die 328.000 Links beanstandeten.

So löschst du dich aus Google

Tags :Via:Florian Kalenda, ZDNet.de

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