Warum die NASA eines der dunkelsten Materialien ins All schickte

Kohlenstoffnanoröhrchen

Vor einigen Jahren startete die NASA ein langes Projekt für die Entwicklung eines dunklen Materials, das beinahe alles Licht um sicher herum absorbieren kann. Jetzt hat die NASA das Material ins All geschickt und will mit ihm die Suche nach Exoplaneten vereinfachen.

Desto tiefer man ins Universum blickt, desto stärker wird die Suche nach Exoplaneten durch das helle Licht anderer Sterne behindert. Um darum weitere potentielle Störquellen zu minimieren, soll das neue Schwarz der NASA eingesetzt werden. Das Material besteht aus Kohlenstoffnanoröhren, die 10.000-mal dünner als das menschliche Haar sind.

Verirrt sich Licht in diesen Miniaturwald, wird es zwischen den Röhrchen hin- und hergeworfen, bis es vollständig absorbiert wurde. Der NASA zufolge interpretieren unsere Augen diese Röhrchenansammlung als komplette Dunkelheit:

Die Absortptionsfähigkeit der Beschichtung ist vor allem dadurch bedingt, dass die Nanoröhrchen zum großen Teil leerer Raum sind. Die Kohlenstoffatome in diesem Wald aus dünnen Röhrchen absorbieren aber das Licht und verhindern, dass es von der Oberfläche reflektiert wird. Da nur ein winziger Bruchteil des Lichts die Beschichtung wieder verlässt, sehen unsere Augen – aber auch Sensoren – das Material als schwarz, beziehungsweise wie in diesem Fall als extrem schwarz.

Am 29. Juli wurde das dunkle Material mit dem Automated Transfer Vehicle zur ISS geschickt. Hier sollen Astronauten Tests mit der Beschichtung durchführen, die 99.5 Prozent des sichtbaren Lichts absorbiert. Im Vergleich zu einem kürzlich von britischen Wissenschaftlern entwickelten Material, dem nur 0.035 Prozent des sichtbaren Lichts entkommen, also kein neuer Rekord, dem NASA-Forscher John Hagopian zufolge will man aber ein Material nutzen, das ebenso äußerst widerstandsfähig ist.

Sollte das Material die jetzt kommenden Tests – darunter der Beschuss mit Strahlung oder atomarem Sauerstoff – überstehen, könnten bald die verschiedensten Satelliten oder Sonden damit beschichtet werden.

Bild: NASA/Bill Squicciarini

Tags :Quellen:NASA

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