Handystress und E-Mail-Erreichbarkeit: Strafen für Arbeitgeber?

shutterstock_58384366

Der Bundesvize der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, hält eine Anti-Stress-Verordnung für überfällig, die auch Sanktionen gegen Arbeitgeber ermöglicht. Berufliche Anrufe und E-Mails nach Feierabend sollten bestraft werden.

Tarifvertragliche Regelungen, wie sie von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vorgeschlagen wurden, seien nicht ausreichend, sagte Bäumler gegenüber Handelsblatt Online.

Der CDU-Politiker wies darauf hin, dass der Gesetzgeber den Schutz von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz 2013 in das Arbeitsschutzgesetz aufgenommen habe.

Es fehle aber eine Ausführungsverordnung, wie dies beim Schutz vor Lärm und Vibrationen beim Arbeiten der Fall sei. „Ohne Rechtsverordnung sind Sanktionen wie Bußgelder gegen Arbeitgeber, die die Gefährdung von Arbeitnehmern durch Dauerbelastungen in Kauf nehmen, nicht möglich“, sagte Bäumler.

Der CDU-Politiker regte eine Anti-Stress-Verordnung nach dem Vorschlag der IG Metall an. Die Gewerkschaft hatte unter anderem dafür plädiert, den Dauereinsatz moderner Kommunikationsmittel nach Feierabend und am Wochenende, darunter dienstliche Kurznachrichten und E-Mails, zu ächten.

Bäumler hält ein Verbot vor allem auch im Hinblick auf die steigende Zahl der Krankschreibungen und Frühverrentungen aufgrund von psychischen Erkrankungen für unumgänglich. „Bisher werden die Kosten für psychische Erkrankungen von der Arbeitswelt in die Kranken- und Rentenversicherung verlagert“, kritisierte der CDA-Bundesvize.

Wie steht ihr dazu? Nerven euch eure Chefs und Chefinnen auch mit Anrufen und E-Mails im Feierabend und im Urlaub? Wie geht ihr damit um? Schreibt eure Erfahrungen und Tipps in die Kommentare, wir sind sehr gespannt!

Bild: Lichtmeister/Shutterstock

Tags :
  1. Wenn ich Feierabend/Urlaub habe, gehe ich nur ans Telefon wenn mich ein Freund/Verwandter anruft, solang ich kein „Bereitschaftsdienst“ habe, kann es mir scheiß egal sein ob es was wichtiges ist, hab schließlich Feierabend.

  2. Bei uns ist der Chef der Meinung das ein Mitarbeiter rund um die Uhr Erreichbar sein muss um den Druck zu erhöhen werden Rentner auf Teilzeitkräfte eingestellt und fest Angestellten Mitarbeiter müssen bei schlechter Auftragslage zu Hause bleiben. Bei einer längeren Flaute werden nicht die Rentner gekündigt.

  3. Auf den ersten Blick mag sich so eine Verordnung toll anhören, aber wie soll denn die Umsetzung erfolgen. Zeugen benennen damit man nachweisen kann das einen der Chef außerhalb seiner Arbeitszeit kontaktiert hat. Also man sollte hier mal die Kirche im Dorf lassen und auf betriebsinterne Regelungen setzen. Sehr oft kann dieser Erreichbarkeitszwang auch auf organisatorische Versäumnisse oder Ineffizienzen hinweisen. Also alles Dinge, die behoben werden können. Daneben sollte einfach eine Vereinbarung gelten, die die Interessen der Arbeitnehmer berücksichtigt und mit denen eines Arbeitsgebers in Einklang bringt. Es geht am Ende nur um einen Kommunikationsaustausch und der kann auch im Vorfeld in der Form vereinbart werden, dass keine Anrufe nach Dienstende auftreten müssen. Da aber sofort wieder die Gesetzgebung zu rufen ist doch etwas übertrieben.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising