Hörgeräte: Wearable oder nicht Wearable – das ist hier die Frage

Studie: Bundesverband der Hörgeräte-Industrie zu Wearables

Die diesjährige IFA steht vor der Tür und wird ganz im Zeichen der Wearables stehen. Aus diesem Grund haben sich TNS Infratest und der Bundesverband der Hörgeräte-Industrie in einer repräsentativen Umfrage dem Thema angenommen. Dabei ging es vor allem um die Fragen, welche Ansprüche  wir an Wearables stellen und ob Hörsysteme diesem Begriff unterzuordnen sind.

Würdet ihr Hörgeräte als Wearable bezeichnen? Ja? Nein? Oder vielleicht doch? Laut der representativen Befragung mit 1.022 Teilnehmern ist etwa die Hälfte (47 Prozent) der Meinung, sie ließen sich dieser Kategorie zuordnen. Immerhin werden sie körpernah getragen, können sich teils kabellos mit anderen Geräten verbinden und verbessern die Kommunikationsfähigkeit sowie Lebensqualität. Vor allem Personen mit höherem Schulabschluss oder vermindertem Hörvermögen finden, dass diese Kategorisierung dem Abbau von Vorurteilen gegenüber Hörsystemen zuträglich sei.

Interessant dabei ist, dass der Begriff „Wearable“ in der Bevölkerung noch nicht besonders verbreitet zu sein scheint. Weniger als die Hälfte der Befragten wusste, was es mit dem Terminus und den dahinter stehenden Geräten auf sich hat. Dabei gehen die Auffassungen von Wearables auseinander. Während der Großteil sie am ehesten als technologisches Spielzeug ansieht,  sind nur geringe Prozentsätze der Meinung, sie seien ein Hilfsmittel im Beruf (elf Prozent) oder ein medizinisches Hilfsmittel (16 Prozent).

Angesichts dieser Zahlen geht hervor, dass die Befragten überwiegend der Meinung sind, Wearables seien unnötig. Schwierig ist es daher für die Industrie, Anreize zu schaffen, die den potenziellen Kunden davon überzeugen, Geld für die Anschaffung dieser „Spielzeuge“ locker zu machen. Auf die Frage, welche Voraussetzung ein derartiges Gerät also mitbringen müsse, um das Kaufinteresse der Befragten zu wecken, gaben 40 Prozent an, ein Wearable müsse im Alltag und Beruf Nutzen bereiten oder die Lebensqualität im Ganzen verbessern.

Der durch zeitgemäße Zusatzfunktionen – wie etwa Störgeräuschunterdrückung – hervorgerufene Imagewandel von Hörgeräten als moderne, technische Geräte zur Verbesserung der Lebensqualität, kommt dem Bundesverband der Hörgeräte-Industrie selbstredend sehr entgegen. Und tatsächlich lassen Möglichkeiten wie die drahtlose Verbindung mit dem Smartphone zum direkten Telefonieren im Ohr die imaginäre Grenze zwischen medizinischem Hilfsmittel und modernem Gadget zusehens verschwimmen. So fragen vor allem wir uns: Ist – nicht ausschließlich dieses Beispiel – nicht der Inbegriff eines wirklich nützlichen Gerätes?

Wer mehr zum modernen Einsatz von Hörgeräten erfahren möchte, findet den Bundesverband der Hörgeräte-Industrie auf der IFA 2014 in Halle 2.2 – Stand 111. Dort werden diverse Anwendungsszenarien wie die Vernetzung mit anderen Geräten aus dem CE-Bereich live vorgeführt.

Tags :Quellen:Bundesverband der Hörgeräte-Industrie
  1. Die Firmen scheinen davon aus zu gehen, das sie den deutschsprachigen Raum oder Deutschland nicht mehr als eigenen Markt betrachten müssen. Dann müssen sie aber damit leben, dass sie nur noch einen Bruchteil der Menschen erreichen.

  2. Guten Tag liebe Mitleser,
    vielen Dank für diesen informativen Beitrag. Ein Hörgerät erleichtert das Leben ungemein, erhöht die Lebensqualität und Lebensfreude von betroffenen Menschen. Daher sollte man den Gang zu einem HNO-Arzt wagen und sich untersuchen lassen, falls man die ersten Anzeichen einer Schwerhörigkeit bemerkt.

    Viele Grüße
    Jonas

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