Schlagschlüssel aus dem 3D-Drucker – ein Foto genügt

Schlagschlüssel: Bild: Christian Holler, via: http://www.wired.com/2014/08/3d-printed-bump-keys/

Mit einem einzigen Foto des Schlüssellochs ist es Einbrechern möglich, mithilfe eines 3D-Druckers Schlagschlüssel zum Entsperren der zugehörigen Tür anzufertigen. So muss nicht einmal der Originalschlüssel für das Duplikat vorliegen. Haben Kriminelle jetzt leichtes Spiel?

Der 3D-Druck eröffnet viele Möglichkeiten – gute wie schlechte. Dass sich so so manches Einbrecherwerkzeug herstellen lässt, ist bereits bekannt. Bisher konnten etwa mittels Fotos des Schlüssels und der App KeyMe in den USA Kopien von Schlüsseln an Automaten eigens gefräst werden. Für eine neue Methode ist dazu nicht einmal das Original notwendig. Denn nun reicht Kriminellen bereits das Schlüsselloch, zu dem jeder Zugang hat, um sogenannte Schlagschlüssel herzustellen. Dabei handelt es sich um einen Schlüssel, der nur durch sein Profil in ein Schloss passen muss. Anschließend muss mit einem Hammer – daher der Name – geklopft werden, bis sich die versperrenden Stifte des Schlosses lösen. Ruckzuck ist so eine Tür geöffnet.

Schlasgschlüssel können ganz einfach mit einem 3D-Drucker erstellt werden. Wie Wired berichtet, könnte sich diese Einbruchsmethode, die Anfang des 20. Jahrhunderts gebräuchlich war, unter Einbrechern erneut großer Beliebtheit erfreuen. Selbst Hochsicherheitsschlösser sollen kein Problem darstellen. Immerhin muss ein solches Schloss vorher genauer untersucht, also die Abstände zwischen den Stiften abgetastet werden. Aber auch dies sei für Ambitionierte kein großer Aufwand, wie die beiden Experten Jos Weyers und Christian Holler auf der Sicherheitskonferenz Lockcon nächsten Monat vortragen werden.

Details wollen die beiden selbstveständlich nicht veröffentlichen, um keine Anleitung für Einbrecher zu bieten. Stattdessen arbeiten sie eng mit den Behörden zusammen und warnen Hersteller vor den Defiziten. „Ein geschütztes, geheimes Profil ist für Schlösser nicht mehr länger ausreichend“, so Weyers und Holler. Die schwedische Firma Assa Ablos versucht dagegen zu beschwichtigen und gab gegenüber Wired bekannt, dass die Studie der beiden Forscher zwar interessant, aber realitätsfern sei, da Einbrecher kaum einen solchen Aufwand betreiben würden, um Schlösser zu knacken. Die Gegenseite hingegen argumentiert damit, der 3D-Druck würde sich in Zukunft noch verbilligen. So koste ein Schlagschlüssel der Marke Eigenbau schon heute nur noch 5 Euro.

Bild: Christian Holler

Tags :Quellen:WiredVia:DerStandard.at
  1. Geniale Idee!
    Diese Anwendung zeigt auch, wie Innovationen und Strukturwandel Jobs wegrationalisieren.
    Dazu immense Kostensenkung, weil keine Kapitalbindung und Lagerung von huderten verschiedenen Schlüssel- Rohlingen wegfällt.

    Und mit den Schlagschlüssel kann man nach nur kurzen Anlernzeit (bis 30 Minuten), nur konventionelle Schließzylinder in nur 3 Sekunden öffnen. Wenn das die Massen mal wüssten, würden die sofort konventionelle Zylinder austauschen!
    Aber die Massen sind unwissend. (Wie auch Video zeigt)

    PS:Vor mehreren Monaten gab es schon 3D hergestellte Handsachellenschlüssel…

  2. Vielleicht sollte man jetzt sein Gehirn anwerfen und anfangen, seine eigenen Knobel-Schlösser zu drucken.

    Achja… in Australien oder USA gibts doch ne Stadt, wo die Leute alle ihre Türen offen lassen.

    So, ich geh jez drucken…

  3. Tja, ist immer mit Schlössern so ein Ding. Wer ein sicheres kreiert, der weiss auch, wie man es doch aufbekommt. Ist immer nur eine Sache des Aufwands – hier allerdings scheint das total easy zu sein.
    Dennoch, 3D-Druck ist eine tolle Sache und hat so viele Möglichkeiten, die wir uns heute wohl alle noch gar nicht vorstellen können. Im Bereich Kleidung, Recycling, Nahrung oder auch Bau … selbst Mars-Basen sollen ja schon so angedacht sein, mit dortigem Material und einem mit gebrachten 3D Drucker zu einem Haus kommen … echt wahnsinnig toll, diese Technik!

  4. Ach ja, habe eine Webseite zu dem Thema aufbereitet, weil ich selber nun viel Recherche betrieben habe und meine Infos gerne jedem zur Verfügung stellen möchte. Wer also selber einen 3D Drucker bauen will oder einen preiswerten sucht für die ersten Versuche im eigenen Büro für Entwürfe etc. sei hier der Link: http://www.bester-3d-drucker.com

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