Wie lang können Menschen im All leben – und was sind die Folgen?

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Wie lang könnten Menschen im All bleiben? Die genaue Antwort kennen wir nicht. Aber jede Crew, die von der Internationalen Raumstation zurückkehrt, bringt uns neue Erkenntnisse, die womöglich den besagten Zeitraum verlängern helfen können.

Die längste Zeit, die ein Mensch bisher am Stück im All verbrachte, beträgt 437 Tage. Diesen Rekord stellte Valeri Polyakov vor fast 20 Jahren bei seiner zweiten Mission auf.  Sein erster Aufenthalt brachte es immerhin auch auf stattliche 240 Tage. Sergei Krikalev hingegen hat, verteilt über sechs Reisen ins All, 803 Tage außerhalb der Erdatmosphäre verbracht.

Der Weltraum ist eine raue Umgebung für uns Menschen – wir wurden einfach nicht für das Leben im All geschaffen. Unser Körper und seine Organe haben sich stets unter dem Einfluss der Schwerkraft entwickelt. Weil unsere Muskeln konstant gegen die Gravitation arbeiten müssen, sind sie mit der Schwerelosigkeit im All unterfordert. In anderen Worten: Sie verkümmern. Dies schließt unser Herz, welches etwas schrumpft; die Nackenmuskulatur, die unseren Schädel aufrecht hält oder unsere Waden mit ein.

Da die Knochen des Menschen nicht mehr mit dem Gewicht, das sie auf der Erde gewohnt sind, belastet werden, sehen sie keinen Zweck darin, sich instand zu halten. Knochengewebe wird nach wie vor absorbiert, jedoch nicht weiter produziert, wie es auf unserem Planeten der Fall wäre. Die absorbierte Knochensubstanz wiederum kann zu Nierensteinen führen und vermindert selbstredend die Stabilität des Skeletts, was das Risiko von Brüchen erhöht.

Hier ein Schaubild des Knochenschwundes im All, gemessen an unterschiedlichen Körperregionen.

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Darüber hinaus sind nach einem längeren Aufenthalt im All Unregelmäßigkeiten im Immunsystem nachweisbar. Während das Risiko, sich mit Erregern zu infizieren, nicht allzu wahrscheinlich ist, kann ein geschwächtes Immunsystem Hypersensibilität und autoimmune Reaktionen zur Folge haben.

Abseits der gesundheitsschädlichen Auswirkungen zu geringer Schwerkraft, gibt es eine weitaus größere Gefahr: Die Strahlung. Wir sehen es als viel zu selbstverständlich an, in welchem Ausmaß das Magnetfeld der Erde uns vor ihr schützt. Im Weltraum hingegen sind Astronauten mehr als nur kosmischer oder Solarstrahlung ausgesetzt. Diese und weitere Strahlungsarten sind so prävelent, dass bei geschlossenen Augen Lichtblitze zu sehen sind, da die kosmische Strahlung die Sehnerven trifft. Die Folgen der Verstrahlung können sich aber auch durch Zelltod, Mutationen, die sich als Krebs äußern oder Veränderungen des Erbgutes bemerkbar machen.

Einige Bestandteile des Körpers reagieren äußerst empfindlich auf Strahlung und können rasch in ihrer Funktionalität beeinträchtigt werden. Hierzu zählt abermals das Immunsystem, aber auch das Knochenmark und die Augen, welche an Linsentrübung leiden können, sind besonders gefährtdet.

Natürlich geben Ingenieure ihr bestes, Astronauten vor diesen Risiken zu schützen, doch – paradoxerweise – kann gerade dieser Schutz zu einer erhöhten Aussetzung durch Radiation führen. Dieses Phänomen als sekundäre Strahlung bezeichnet, bei der energetische Teilchen auf das schützende Material treffen und dadurch sowohl Gamma-Strahlung als auch energetische Neutronen absondern.

Die NASA nimmt die Problematik durch die Verstrahlung ihrer Astronauten natürlich sehr ernst. Sowohl die Belastung jedes Crew-Mitglieds durch individuelle Missionen wird kontrolliert, als auch eine kontinuierliche Bestandsaufnahme über die ganze Karriere hinweg durchgeführt. Wenn ein gewisses Maß an Verstrahlung überschritten wird, kann eine Maßnahme der NASA eine Missionssperrung auf Lebenszeit für den Astronauten bedeuten. Wie weit die Wissenschaft in einigen Jahrzehnten sein wird? Darüber lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt leider nur spekulieren.

Foto Caspar Benson/ Getty Images

Tags :Quellen:QuoraVia:Gizmodo.com
  1. Sorry, die Frage war ja zweiteilig. Die Folgen sind u.A. Progressive Einkommensteuer planetenweit, Allverschmutzung und Sternenkriege. Dies gilt aber nur, wenn die gleichen Typen, die Missionen finanzieren, die auch hier noch im Moment das Sagen haben.

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