Apple Watch kommt erst in einem halben Jahr – geschickter Schachzug oder dummer Fehler?

(Bild: Apple)

Apple zeigt die Apple Watch – trotzdem müssen wir noch bis zu ein halbes Jahr auf die Apple Watch warten. Aber hat sich Apple mit der frühen Präsentation wirklich einen Gefallen getan? Oder gibt man so nur der Konkurrenz Gelegenheit, ihre eigenen Smartwatches zu optimieren?

Apple Watch - Alle Versionen, alle Armbänder, alle Ziffernblätter

Bild 1 von 56

Armbänder im Detail
Für jede der drei Kollektionen hat Apple eine Reihe an passenden Armbändern aus unterschiedlichen Materialien entworfen, die auch über verschiedene Schließmechanismen verfügen. Die einen werden beispielsweise mittels eines Edelstahlstifts, andere mit einem Doppelfalt- oder Magnetverschluss geschlossen.

Apple zeigte auf seiner Keynote die Apple Watch. Damit rechneten im Vorfeld nicht alle. Schließlich gab es nicht einen einzigen Leak, der das Gerät vor der Präsentation zeigte. Einfach nichts war über die Watch bekannt. Im Gegensatz zum iPhone 6. Bei Apples Vorstoß in 4,7 Zoll und 5,5 Zoll Sphären („No one is going to buy a big phone.“ – Steve Jobs, 2007) wurde gefühlt monatelang jedes kleinste Detail in den Medien durchgekaut.

Es gibt (noch) keine Apple Watch

Der Grund für die Informationsarmut im Vorfeld der Keynote zur Watch liegt auf der Hand: Es gibt außer wenigen Mock-Ups und noch weniger Prototypen schlicht noch keine Apple Watch. Das iPhone 6 (Plus) hingegen läuft bereits seit vielen Wochen in großen chinesischen Fabriken vom Band. Tausende zum Teil unterbezahlte Mitarbeiter hatten das Gerät schon in ihren Händen. So kann ein Geheimnis nicht geheim bleiben.

Screenshot 2014-09-09 20.12.55

Dieser kurze Zeitraum zwischen Präsentation und Release wie beim iPhone 6 entspricht einer cleveren Taktik. Direkt nach dem durch die Keynote erzeugten Hype kann der so angefixte Apple-Junkie das Gerät seiner Begierde bestellen und muss nicht (wie bei anderen Herstellern durchaus üblich) Cold-Turkey-gleich monatelang warten.

Kein Apple-Novum

Bei der Apple Watch will man sich nun bis zu ein halbes Jahr Zeit lassen. Erst dann kommt sie wahrhaftig auf den Markt. Das macht man bei Apple nicht das erste Mal so. Auch 2007 bei der Keynote zum ersten iPhone war es eine ähnlich lange Zeit. Beim ersten iPad vergingen auch ein paar Monate.

Der große Unterschied: Damals hatten nur die wenigsten Konkurrenten Geräteklassen wie das iPhone (Smartphone) oder iPad (Tablet) im Portfolio. Heute hat fast jeder, der irgendwas mit Consumer-Electronics produziert, eine Smartwatch im Angebot.

Das halbe Jahr bis zum Release gibt der Konkurrenz deswegen mehr als jemals zuvor die Gelegenheit, die zugegebenermaßen beeindruckenden Funktionen der Watch zu kopieren.

Screenshot 2014-09-09 20.15.07

Die Konkurrenz atmet auf

Die CEOs von Samsung, LG, Motorola, Asus, Sony – und wie sie nicht alle heißen mögen – klebten während der Watch-Präsentation mit Sicherheit schweißgebadet vor den (Apple-)Monitoren um den Livestream zu verfolgen. Erst als Cook die erlösenden Worte sprach („Frühjahr 2015.“) huschte ein kurzes Lächeln über ihre Lippen.

Möglicherweise griffen sie sofort zum Telefon, um ihren Smartwatch-Projektleitern ein Ultimatum zu setzen: “In einem halben Jahr will ich das auch, oder du kannst dir einen neuen Job suchen!“

Screenshot 2014-09-09 20.06.24

Nerdspielzeug Smartwatch

Aber es gibt auch einen Grund, die für die frühe Präsentation der Apple Watch spricht. Dieser wird sofort jedem glasklar, der sich länger mit einer aktuellen Smartwatch beschäftigt hat: Sie sind meist nur Erweiterungen des Smartphones, ein zweiter, davon losgelöster Bildschirm. Sie faszinieren ein paar Tage lang, sind aber kein Gadget, das man nicht mehr missen möchte.

Dafür leiden sie häufig an Kinderkrankheiten oder Unzulänglichkeiten. Teilweise hat man das Gefühl, ein Versuchskaninchen für die Unternehmen zu sein; eine Betaversion um den Arm geschnallt zu haben. Kurz gesagt: Beschäftigt man sich mit einer Smartwatch, hat man keine Lust mehr auf eine Smartwatch.watch

Und genau das will Apple verhindern. Sie steckten bereits so viel Zeit und Energie in die Entwicklung ihrer Interpretation einer Uhr. Sie müssen jetzt unter allen Umständen verhindern, dass potenzielle Kunden aus dem Apple-Universum ausbrechen und zur Smartwatch-Konkurrenz fliehen.

Aber auch jeder aus dem Android-Lager, der mit einer Smartwatch liebäugelt muss in  Apples Augen davor bewahrt werden. Außer der Spezies der Tech-Enthusiasts und Early-Adopter werden die meisten die Smartwatch innerhalb kürzester Zeit in der untersten Schublade verstauben lassen.

Der angestrebte Paradigmenwechsel

In eben diese geistige Schublade werden dann auch alle zukünftigen Smartwatches gesteckt, egal ob die nun von Samsung, LG oder Apple kommen. „Smartwatch? Kenn ich, brauch ich nicht.“

Ein halbes Jahr hat Apple nun Zeit, die versprochenen Funktionen zu realisieren und damit dem Begriff Smartwatch eine neue Bedeutung zu geben. Sie soll nicht nur ein Second-Screen für Nerds sein, sie soll der Masse einen praktischen Mehrwert bieten.

Ein halbes Jahr haben auch Samsung und Co. Zeit, ihre Vision einer Smartwatch zu überdenken und anzupassen.

Ob nun die ungewöhnlich frühe Präsentation aus unternehmerischer Sicht gut oder schlecht war, eines war sie auf jeden Fall: Ein Startschuss. Bisher hat sich die Konkurrenz schon mal warmgelaufen im Rennen um die beste Smartwatch. Jetzt steht auch Apple in den Löchern und ist berühmt-berüchtigt für ihre grandiosen Pionierprodukte und den damit verbundenen Paradigmenwechsel.

Was meinst du: War es ein Fehler von Apple die Watch so früh zu zeigen? Wird die Konkurrenz in einem halben Jahr ein ähnliches Produkt auf den Markt werfen? Und wohin könnte sich das ganze Thema Smartwatch entwickeln? WIr sind gespannt auf deine Sicht auf die Dinge!

Tags :
  1. Die Apple-Süchtigen, sollen zu erst für neues iPhone sparen, bzw. Dispo überziehen, und kaufen.
    Und nach 6 Monaten weiter sparen für Apfel- Watch…
    Beide Teile gleichzeitig zu finanzieren, würde die meisten Appleianer überfordern.

    Dieser Kommentar hat zu viele negative Stimmen erhalten hat. Klicken Sie hier, um die Nachricht zu sehen.
    1. Keine Ahnung, in was für Kreisen SELL verkehrt, aber ich kenne niemanden, der sich dafür verschulden muss. Die haben alle etwas, was der SELL wahrscheinlich nicht kennt, nennt sich Arbeit.

      1. @Marco
        FALSCH !!!

        Die meisten iPhones werden auf Kredit gekauft,
        weil die iPhone- Träger diese sich bar zu kaufen nicht leisten können !
        Den Kredit gibt der Provider bzw. die Bank des Providers,
        und die iPhone- Träger müssen es dann 24 Monate lang in Raten abstottern !
        Dabei zahlen die mit den Raten den Kaufpreis, die Zinsen für den Kaufpreis, Bearbeitungsgebühr, und oft auch überhöhte Gesprächsgebühren.
        Und von den Gesprächsgebühren kassierte Apple auch noch 10 %, z.B. bei Telekom AG.

        Diese Fakten zeigen das die meisten Iphone- Träger sich verschulden, meistens nur um mit iPhon-ZEIGEN abgeben zu können.
        Eine nicht zu vernachlässigender Teil davon landet in einer Schuldenfalle, mit teuren Mahnkosten und Inkasso Kosten.
        Die meisten Verschuldungen und auch Insolvenzen bei jungen Leuten entstanden durch Handys !
        Das wird jede Verbraucherzentrale und jeder Gerichtsvollzieher bestätigen !

        Übrigens: Handy ohne Kredite über Provider zu kaufen, ist fast immer meistens günstiger, weil die Handys auf freien Markt wesentlich günstiger sind als die Listenpreise bei Providern. Dann zahlt man auch keine Zinsen und Bearbeitungsgebühren. Und meistens telefoniert man auch günstiger, mit handyfreien Vertrag ohne Grundgebühren.
        Weil aber Viele, bzw. die Meisten, sich das nicht leisten können, müssen die sich teuer VERSCHULDEN !

        Eigentlich müsste auf jeden neueren iPhone (oder anderen teureren Handys) ein Kuckuck kleben, mit den Text „Eigentum der Bank bzw. des Providers“ !

        1. Eigentlich müsste auf FAST jeden neueren iPhone / iWatch (oder anderen teureren Handys) ein Kuckuck kleben, mit den Text „Eigentum der Bank bzw. des Providers“ !

        2. Wo findest du denn aktuell erscheinende iPhone billiger, als zu dem anegegebenen Listenpreis? Nirgends! Aber woher sollst du das auch wissen? Wenn die Leute sich verschulden, dann ist das deren Problem. Mich geht das nichts an, und dir könnte das eigentlich auch egal sein. Und dann solltest du dir mal die Listenpreise der neuen Samsung-Produkte anschauen. Was will Samsung z.B. für das neue Note? 900?
          Das wird aber niemand zahlen, ganz anders sieht es beim iPhone aus, den Preis zahlen die Kunden. Das gleiche beim S5 Prime, Preis irgendwas um die 800(Listenpreis), einige Händler bieten es schon für reichlich 500 an. Es war schon immer so, dass die Nachfrage den Preis bestimmt. Sieht man auch ganz gut am neuen iPhone 6, war gestern schon nach ein paar Stunden ausverkauft, sind nur noch ein paar 16GB Modelle übrig. Und ob sich da jemand verschuldet, oder nicht, dürfte Apple wohl kaum interessieren. Mich übrigens auch nicht. Warum auch?

        3. Das mit den Listenpreisen bezog sich im unmittelbaren Context auf Handys, nicht explizit auf iPhones.
          Bitte genau lesen…

          Und auch bei iPhone wird es grauen Markt geben…
          Z.B. Alle Ware von Pleite gegangenen Apple- Händler,
          Reimporte,
          oder von Leuten die sich von iPhone trennen wollen,
          oder von Spitzbuben, die iPhone „auf Kredit“ bei Provider kaufen, und es billiger privat verkaufen. (oft Originalverpackt)

          Apple kann aber in der Regel die Hochpreisstabilität ohne Preisverfall so diktieren:
          durch eigenes Vertriebsnetz,
          und durch externe Händler, die aber nur Apple exklusiv vertrieben dürfen,
          und auf Belieferung von Apple existenziell angewiesen sind.
          Vertriebskanäle die von der eigenen Marge etwas an Endkunden unter dem Listepries abgeben, werden bei Belieferung sabotiert.
          So werden die Händler „erpresst“, den Hochpreis zu halten.

          Einige solche von Apple- Preisen und Sortimenten voll abhängige Händler-Ketten, gingen bereits Pleite:
          Z.B: mStore / McWorld / McShark (Gravis lebt noch, weil es von mobilcom / Debitel übernommen wurde, die überwiegend von Verträgen leben)
          Und solche Pleite- Händler versteigern oft die Apple- Waren an den Meistbietenden stark unter Listenpreis:
          http://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Insolventer-Apple-Haendler-mStore-laesst-Lagerbestaende-versteigern-2292359.html

        4. Und zu der Knappheit / Hype die durch künstliche Verknappung manipuliert wird…
          (Diskotheken- Warteschlangen- Prinzip)
          Wie groß war die erste Charge bei aktuellen IPhones ?
          War die Charge kleiner als bei Vormodellen ?
          In wie viel Tagen kommen neue Chargen ?

        5. Dann schau mal genau hin, sind alles keine aktuellen Modelle, die jetzt billiger angeboten werden. Im übrigen eine ganz normale Praktik, immerhin müssen die, oder der Insolvenzverwalter so viel wie möglich aus der Konkursmasse herausschlagen.

        6. “Das mit den Listenpreisen bezog sich im unmittelbaren Context auf Handys, nicht explizit auf iPhones.
          Bitte genau lesen…”
          Das habe ich! Deine Texte beziehen sich nur auf das iPhone. So viel zum Thema.

        7. So ein Schmarren. Das ist bei JEDEM Smartphone so und hat mit Apple als Hersteller nichts zu tun, aber woher sollst du das in deiner eigenen Welt auch wissen.

  2. Was will der Artikel sagen mit -die anderen haben ein halbes Jahr Zeit, um ihre Version der Smartwatch zu verbessern und anzupassen (oder so ähnlich).
    Wer z.B. den livestream vom samsung unpacked event letzte Woche verfolgt hat, sieht doch anhand der Gear S, dass apple sich bis zum release noch etwas besonderes einfallen lassen muss, denn meiner meinung nach sind die eh jetzt schon weit hinten!

  3. So richtig vom Hocker gerissen hat mich die. Watch nicht. Bisher erfüllt keine Smartwatch die Anforderungen um für den normalen nutzer wirklich nützlich hu sein: die meisten sind klobig, schwer, haben geringe Akkulaufzeit, sind nicht wasserdicht ungünstig zu bedienen oder können nix (bzw wenig). Eine smarwatch muss gegenüber einer normalen Uhr echte Vorteile bringen, das tut noch keine schongarnicht die von Apple. Was ich allerdings gut finde ist das bedienkonzept mit dem Rädchen und dem Feedback

  4. das ganze erinnert mich ein bisschen an richard branson (virgin gründer) der flüge zum all bereits vor jahren verkauft hat und den start immer wieder verschoben hat. geliefert hat er bis jetzt nichts. was genau soll das bringen: heute anpreisen, aber später verkaufen ?

        1. Die Pebble hat aber bedeutend weniger zu bieten, und wie du schon richtig geschrieben hast, ein e-Ink als Anzeige. Anders herum würde die Pebble auch bei einem Tag liegen. ;-)
          Wenn alle Smartwatches(mit Ausnahme der genannten Pebble) einen ganzen Tag durchhalten würden, und da meine ich tatsächlich 24 Std. wäre das ja auch kein Problem.
          Aber jeder, der so eine Uhr auf den Markt bringt, bzw. hat, steht noch am Anfang. Da kann, und wird sich in den nächsten Jahren noch viel ändern. Deswegen käme so etwas, wenn überhaupt für mich erst in ein paar Jahren in Frage.
          Schönes WE

  5. Hier wird dauernd geschrieben, das die Apple Watch und die anderen Smartwatches (noch) nicht genug können, was erwartet Ihr denn von einer Smartwatch, was die heute noch nicht können? Und bleibt bitte realistisch, es gibt nunmal noch keine Akkutechnik die bei den Maßen genug Kapazität für wochenlangen Betrieb hätte. Ansonsten wäre Euch die Uhr schnell zu groß und klobig. Momentan trage ich persönlich eine mechanische Automatikuhr, die läuft wenn man Sie etwas pflegt und nicht abnimmt ewig und davor eine Solaruhr die ebenfalls kein Batterie brauchte. Aber weder das eine noch das andere wird es als Smartwatch in naher Zukunft geben.
    Also ich finde schon das die aktuellen Smartwatches für Ihre größe eine Menge können und überlege mir da eine zu holen, aber einen Tod muß man dann momentan wohl noch sterben, entweder Smartwatch Funktionalität oder lange Laufzeit.

  6. Ich glaube, es ist ein guter Schachzug. A) sollte man nie vergessen, dass es solche vermeidlich schon fast PrototypPräsentationen schon vorher gab. Das IPhone selbst z.B, war noch nicht in der Produktion, ergo blieb es geheim, ergo wusste nicht wirklich jemand was da kommt. Bei der Apple Watch war es doch genau so… keiner wusste wie es aussieht, beim Iphone wusste man es doch schon nach den ersten gleichen Gehäuseaufnahmen.

    B) KLar der Nachteil, man ist nicht so flexibel, man startet erst dann die Produktion. Das Iphone 6 musste wie auch die Vorgänger umgehend produziert werden, damit man auch eine enge Verkaufszeit hinbekommt. Beim MacPro war es ja auch so… da wusste niemand wie die Kiste aussieht, bis zur Präsentation.

    Ich kann damit gut leben überrascht zu werden… und bei all dem Gejammer, was die Apple Watch betrifft…. von Samsung sehe ich die glabue ich nun die 6 oder 7 Uhr, von Sony die 4-5… ich habe bis heute kaum jemanden mit den Uhren am Gelenk gesehen. Wenn es Apple schafft, dann wird man nun häufiger Uhren sehen, da bin ich mir Sicher…. !

    Mir persönlich gefällt die Moto 360, sieht stark aus… von der Form hätte ich mir eher so eine Uhr gewünscht.. naja was solls, habe aber gelesen das das Display schlecht sein soll. Tja man macht es nun mal keinem Recht ;-)

    Schönen Gruß

    1. Klarstellung: Dabei meine ich ersteres Iphone von 2007, was keiner vorab kannte…. das Iphone 4s-6 kannte jeder schon wenigstens von der Optik… ;-)

  7. Matthias Sternkopf … was hast du geschluckt? :DDD
    von welchen beeindruckenden funktionen sprichst du? was soll kopiert werden??? hab ich was verpasst? bist du etwa beeindruckt, wie toll man die armbänder wechseln kann, oder welche funktionen meinst du? ich raff das nicht, erklär mal LOL

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising