LG Lifeband Touch: Fitness-Tracker mit praktischen Zusatzfunktionen[Test]

LG Lifeband Touch Gizrank

An das Handgelenk, fertig - LOS! LG ist im Bereich Wearables bereits fleißig und hat kürzlich das LG Lifeband Touch, ein Fitnessarmband mit 0,9-Zoll-OLED-Touchscreen und Android- sowie iOS-Kompatibilität auf den Markt gebracht. Also haben wir uns zwecks eines Tests mal etwas mehr bewegt und das Gerät auf Herz- und Nieren geprüft.

LG packt seinen Fitness-Tracker Lifeband Touch im Gegensatz zu einigen anderen Armbändern in die Form eines Armreifes, der einfach seitlich über das Handgelenk geschoben wird. Überraschungen bleiben weitestgehend aus. Vielmehr kombiniert das Gerät die Eigenschaften einiger anderer Tracker. Neben einer App-Anbindung zur Auswertung der Daten, die das Band mit dem 3-Achsen-Beschleunigungssensor aufzeichnet, verbindet sich das Lifeband Touch via Bluetooth 4.0 mit – und das ist erfreulich – sowohl Android- als auch Apple-Smartphones. Dafür muss vorher die kostenlose LG Fitness-App installiert werden. Den eingebauten Höhenmesser findet man am Rande auch etwa beim Fitbit One.

Der schwarz-weiße OLED-Touchscreen löst mit 128 x 32 Pixel auf und hat einen großen Haken: Schon bei geringer Sonneneinstrahlung ist dieser nur sehr schwer zu lesen. Durch einen Wisch nach rechts oder links werden die unterschiedlichen Anzeigen – Kalorienverbrauch, Schritte, zurückgelegte Strecke, Geschwindigkeit, etc. –  durchgewechselt. Direkt neben dem Screen findet sich ein runder Hardware-Button, dessen Umrandung situationsbedingt in verschiedenen Farben leuchtet. Mit ihm lassen sich einige Einstellungen am Armreif vornehmen.

LG Lifeband Touch

Der Hardwarebutton leuchtet je nach Situation (Pairing, schwacher Akku, etc.) in verschiedenen Farben.

Tragekomfort und Benutzung

Optisch auf den ersten Blick recht ansprechend, erweist sich das Lifeband Touch beim Tragen jedoch als etwas unbequem. Das liegt vor allem an der starren Konstruktion des Armreifs. Lediglich das letzte Drittel des Bandes ist flexibel, damit das Lifeband Touch über den Arm gestreift werden kann. Dadurch herrscht stets das Gefühl vor, einen Fremdkörper am Arm zu tragen. Selbst das Anlegen erweist sich durch die Konstruktion als unbequem. Die Größe S ist derzeit leider noch nicht verfügbar. Das uns zum Test zur Verfügung gestellte Gerät lag in L vor, weswegen es nicht besonders gut saß und ein Test des Pulsmessers nicht möglich war. Aber auch bei Handgelenken mit entsprechend höherem Umfang der Unterarme saß der Tracker nicht perfekt.

Negativ fällt das vergleichsweise hohe Gewicht von 53 Gramm des Wearables auf. Gerade bei Aktivitäten, die viele Armbewegungen mit sich bringen, stört das ständige Gerutsche doch sehr. Hier wäre man mit einem verstellbaren Armband besser beraten gewesen.

LG Lifeband Touch

Nur das letzte Drittel (links) des Lifeband Touch ist flexibel. Dadurch gestalten sich Anlegen und Tragekomfort als eher unkomfortabel.

Bevor wir loslegen können, müssen wir, wie schon bemerkt, die kostenlose LG Fitness-App herunterladen. Im Test nutzten wir hierfür das Wiko Getaway. Um die App Nutzen zu können, ist ein Benutzerkonto erforderlich. Praktischerweise ist es nicht erforderlich, das Lifeband Touch ständig via Bluetooth mit dem Smartphone verbunden zu halten. Es reicht, die gesammelten Daten hinterher zu synchronisieren. Daten, die nicht sofort auf das Mobiltelefon übertragen werden, werden bis zu einem Monat gespeichert.

Etwas unpraktisch ist, dass die Daten auf dem schmalen Bildschirm im 90°-Winkel zum Arm angezeigt werden, sodass beim Ablesen entweder Letzterer oder der Kopf verdreht werden muss, sollte man sich schwer tun, Texte aus anderen Blickwinkeln zu lesen. Aber das macht selbst die Samsung Gear Fit nicht besser.

Die LG Fitness-App

Wirklich Sinn macht das Lifeband Touch erst, wenn man es zusammen mit der hauseigenen App von LG verwendet, zwingend erforderlich ist sie aber glücklicherweise nicht. Wer bisher etwa Runtastic oder Runkeeper als Fitness-App genutzt hat, kann den Armreif getrost auch hiermit nutzen. Nach der Registrierung können dort für die genauere Kalorienmessung relevante Daten wie Körpergröße und -gewicht eingetragen werden.

Besonders hervor geht die LG-App aus der Masse nicht. Unter den Reitern „Startseite“, „Aktivität“, „Training“ und „Mehr“ finden sich übersichtlich diverse Messergebnisse sowie Trainingsoptionen. Auf der Startseite werden beispielsweise noch zu erfüllende Tagesziele (in Kalorien, Schritten, etc.) oder die bereits zurückgelegte Strecke angezeigt. Anhand von Diagrammen lässt sich einsehen, wann der Benutzer Spitzen beim Training erreicht hat.

Im Reiter „Aktivität“ können Trainingsergebnisse entsprechenden Aktivitäten (siehe hierzu den nächsten Absatz) zugeordnet werden. Nachträgliche Eintragungen sind ebenfalls möglich. Abgeschlossen wird das Standardrepertoir der App durch das Strecken-Tracking mittels GPS (des Smartphones) unter dem Reiter „Training“. Insgesamt ist die App übersichtlich und schnell begriffen. Ohne sich in Unübersichtlichkeit zu verlieren, könnt ihr hier eure Trainingsergebnisse im Auge behalten.

Lifeband Touch: Ergebnisse teilweise ungenau

Wer Wert darauf legt, die genaue Anzahl seiner Schritte zu kennen, wird mit den derzeit auf dem Markt erhältlichen Geräten kaum eines finden, welches diese Aufgabe zur Perfektion hin beherrscht. Da macht auch das LG Lifeband Touch keine Ausnahme. Auf 100 Schritte zählte der Tracker immerhin sieben zu viel. Auf der anderen Seite erkennt das Armband Höhenunterschiede beim Erklimmen von Hügeln oder simplen Treppensteigen recht gut und genau. Die Werte des Kalorienverbrauchs haben wir mit denen eines Crosstrainers verglichen. Auch hier ergaben sich, wie das Bild zeigt, deutliche Unterschiede.

LG Lifeband Touch

Die magische Sieben: Nicht nur bei der Schrittzahl, auch bei den Kalorien (131 kJ entsprechen ca. 31,31 kcal) wich der Wert um diese Zahl ab. ;-)

Um die Ergebnisse bei unterschiedlichen Sportaktivitäten nicht zu verfälschen, ist ein Workout zu starten, bei welchem die Schritte nicht mitgezählt werden. Über die App wird hierfür eine entsprechende Betätigung ausgewählt und der Kalorienverbrauch dieser Aktivität zugeordnet. Rudimentär übernimmt das Lifeband Touch dabei zusätzlich die Rolle eines Fitness-Trainers und gibt „motivierende“ Anweisungen, sich mehr zu bewegen oder vorher zu dehnen.

Und welche Zusatzfunktionen gibt es nun?

Die bisher aufgeführten Fähigkeiten zählen mehr oder minder zum Standard eines Fitness-Trackers. Darüber hinaus bringt das LG Lifeband Touch auch einige zusätzliche Eigenschaften mit, die ihm teils Smartwatch-Allüren zuschreiben lassen. Zum Einen kann das Gerät bei bestehender Bluetooth-Verbindung Name oder Rufnummer eingehender Anrufe anzeigen. Wer beim Joggen gerne Musik hört, bekommt mit dem Tracker von LG die Möglichkeit, durch die Playlist des Smartphones zu schalten, ohne das Telefon hervor holen zu müssen.

LG Lifeband Touch

Übrigens: Geladen wird mittels dieses Adapters, in dem das Lifeband Touch magnetisch einrastet.

Zum anderen soll es ja auch Persönlichkeiten geben, die schon durch Vibrationsalarme aus dem Schlaf zu reißen sind. Für diese Naturen lassen sich Uhrzeiten einstellen, zu denen sie entsprechend geweckt werden wollen. Eine Schlafüberwachung wie bei manchen anderen Armbändern findet allerdings nicht statt. Wir stellen in Bezug darauf infrage, ob es sinnvoll ist, das Gerät, dessen 90 mAh-Akku ohnehin schon bei bestehender Bluetooth-Verbindung nach etwa drei bis vier Tagen schlapp macht, zusätzlich mit stromfressenden Vibrationen zu belasten.

Für – unter Berücksichtigung der Größe – zwischen 100 und 180 Euro haben wir das schwarze Band bereits im Netz gesehen. Ein Preisvergleich lohnt sich angesichts der hohen Differenz auf jeden Fall.

Fazit

gizrank-big-30

Kein Überflieger ist das LG Lifeband Touch. Positiv fallen die einfache Bedienung sowie das Design des Fitness-Trackers mit seinen Zusatzfunktionen auf. Durch das Touch-Display schnell zwischen Anzeigen zu wechseln, macht wirklich Laune. Auch durch die Kompatibilität zu iOS und Android schafft sich das Gerät Freunde. Weniger gefallen uns dagegen die eher kurze Akkulaufzeit in Kombination mit dem starren Armreif, mit dem das Lifeband Touch weder verstellt werden kann und noch in den vorhandenen Größen jedermann passt. Dass der Bildschirm schon ohne direkte Sonneneinstrahlung im Freien sehr schwer zu lesen ist, tut sein Übriges.

plusLässt sich mit iOS und Android nutzen

plusBedienung des Armbandes (und der App) sehr einfach

plusEinwandfreier Höhenmesser

minusStarrer Armreif ist unbequem und unpraktisch

minusGeringe Akkulaufzeit

minusGenauigkeit nur mäßig

 

Technische Details

  • Gewölbtes OLED-Display
  • Beschleunigungssensor mit drei Achsen, Höhenmesser, Vibrationsfunktion
  • Spritzwassergeschützt
  • Li-Polymer Batterie 90 mAh; drei Tage bei täglicher Nutzung
  • Bluetooth 4.0 L
  • Kompatibel ab Android 4.3 Jelly Bean und ab iOS 6
  • 49,9 Gramm (Größe M); 50,1 Gramm (Größe L); 53,1 Gramm (Größe XL)
Tags :
  1. Hallo
    Schöner bericht, nur wo kann man Runtastic und das Lifeband verknüpfen?

    Zum anderen sollte man erwähnen, das das Band bei bestehender Bluetooth Verbindung das Öffnern (zu oft) synchronisiert und zum anderen ständig vibriertet wenn der Kontakt zum Handy verloren geht. Was erstens nervt und man dann auch nicht mehr auf die wichtigen Ereignisse achtet.

  2. Was passiert, wenn man mal ohne Fitnesdreck einfach so durch die Gegend rennt? Stirbt man dann schneller und werden die Beerdigungskosten dann noch von der Versicherung übernommen?

  3. Ich frage mich auch immer mehr ob wir nicht total abhängig von diesen Gadgets werden, können wir denn nicht mehr einfach loslaufen ohne dass wir in Echtzeit alle unsere Daten aufs Handgelenk bekommen? Ich weiss auch nicht warum ein Fitness Tracker wirklich Sinn machen sollte. Wer oft und ambitioniert trainiert, z.B. Laufen geht, für den macht sicherlich eine GPS Uhr Sinn http://fitnezapp.de/welche-gps-uhr-zum-joggen-die-besten-modelle-2014/338/ um seine Trainingsdaten zu überwachen. Hier finde ich ein Gadget ok, aber ein Fitness Armband um zu wissen wie viele Schritte ich täglich gelaufen bin? Hmmm, nein Danke dass schaffe ich auch ohne Hilfe ganz gut :-)

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