Android One – Erste Billig-Smartphones sind auf dem Markt

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Sie werden etwas teurer als erwartet und sind trotzdem zwischen gerade einmal 76 und 89 Euro erhältlich. Googles günstige Smartphone-Reihe Android One wurde gestern, am 15. September, offiziell in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi vorgestellt. Zukünftig sollen die Low-Budget-Geräte eine Milliarde Menschen weltweit mobil kommunizieren lassen.

Bei den drei vorgestellten Smartphones handelt es sich um das Android One Dream UNO Mi-498 von Spice (siehe Bild), Canvas A1 von Micromax sowie Sparkle V von Karbonn. Die laut Economic Times außerordentlich günstigen Preise zwischen 6.000 und 7.000 Rupien liegen zwar etwas über den ursprünglich anvisierten 100 Dollar, sind aber trotzdem günstiger als so manches Zubehör für die High-End-Modelle am Markt.

Bezüglich der technischen Ausstattung sind sich die drei Android-One-Geräte ziemlich ähnlich. So werden sie alle mit einem 4,5-Zoll großen Display, das 854 mal 480 Pixel auflöst, in den Geschäften ausliegen. Außerdem taktet im Inneren der Modelle das Quad-Core-SoC MT6582 von MediaTek, ein Prozessor mit 1,3 GHz Taktrate. Ihm stehen ein GByte Arbeitsspeicher sowie vier GByte interner Speicher, der sich via MicroSD-Karte um bis zu 32 GByte erweitern lässt, zur Seite. Es versteht sich von selbst, dass bei dem Preispunkt der Android-One-Reihe keine höherwertigere Hardware erwartet werden kann.

Das setzt sich auch bei der Kamera fort, wenngleich eine Zwei-Megapixel-Frontkamera noch beinahe Standard ist. Rückseitig fotografiert man mit fünf Megapixel. Der wechselbare Akku ist mit 1.700 mAh prinzipiell knapp bemessen, wird aber auch nicht so sehr belastet wie bei höher auflösenden Bildschirmen.

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Alle Geräte besitzen eine Dual-SIM-Funktion, also zwei SIM-Kartenschübe für verschiedene Datentarife mit getrennten Nummern. Zudem unterstützen die vorgestellten Modelle Hindi, inklusive Sprachbefehle, das von 40 Prozent der indischen Bevölkerung gesprochen wird.

Wie Googles Produktreihe Nexus verwenden die Android-One-Smartphones Stock Android, das auf Modifikationen durch Provider verzichtet. Entsprechend sollen OS-Updates für die Geräte nach Veröffentlichung zeitnah direkt von Google ausgeliefert werden – und das zwei Jahre lang. So werden die nun vorgestellten Geräte mit Android 4.4 KitKat auch zu den ersten gehören, die die kommende Android-L-Version erhalten.

Zwar können die indischen Herstellungspartner auch eigene Apps vorinstallieren, diese lassen sich durch den Nutzer aber wieder löschen. Käufer der Android-One-Smartphones haben überdies vollständigen Zugriff auf den Google Play Store.

Der indische Carrier Bharti Airtel bietet einen speziellen Datentarif für Android-One-Nutzer an. In diesem werden via 3G heruntergeladene OS- und App-Updates sechs Monate lang nicht auf das monatliche Datenvolumen von 200 MByte angerechnet. Ähnliches soll demnächst auch für den Zugriff auf Youtube gelten.

Die Android-One-Smartphones sind ab sofort bei den Online-Händlern Flipkart, Amazon India und Snapdeal erhältlich. Ab Oktober sollen sie auch im lokalen Einzelhandel verfügbar sein.

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Der unerschlossene Markt

Laut Android-Chef Sundar Pichai will Google mit Android One eine Milliarde Menschen erreichen. Subventionieren will der Internetkonzern die Hardware jedoch nicht, wie Pichai bei der Ankündigung im Juni sagte. Er hoffe vielmehr auf eine gemeinsame Nutzung der Ressourcen, damit die Gesamtkosten der OEM-Hersteller im Rahmen bleiben.

Auf der Presseveranstalung in Neu-Delhi gab Pichai auch weitere Herstellungspartner für Android One bekannt. Dazu zählen Acer, Alcatel, Asus, HTC, Intex, Lava, Lenovo, Panasonic und Xolo. Außerdem wird Qualcomm als neuer Hardware-Partner Prozessoren für künftige Modelle liefern, die alternativ zu den MediaTek-CPUs zum Einsatz kommen sollen.

Ende 2014 will Google sein Android-One-Programm auf andere Länder ausdehnen. Dann werden die kostengünstigen Smartphones beispielsweise auch in Indonesien, Bangladesch und auf den Philippinen erhältlich sein. Weitere Märkte sollen 2015 folgen.

Google beginnt also Bevölkerungskreise an sein Ökosystem anzuschließen, die zwar zum Teil noch wenig Kaufkraft besitzen, auf lange Sicht aber enormes Wachstumspotential für die großen IT-Konzerne der Welt bedeuten könnten. Die Nebenwirkungen muss man sowohl als Beteiligter als auch als Nebenstehender nicht zwingend positiv aufnehmen.

Tags :Quellen:Bilder: Spice, Micromax, Karbonn/GoogleVia:Björn Greif, ZDNet.de

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