Minecraft-Gründer verlässt Mojang nach Microsoft-Übernahme

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Die hartnäckigen Gerüchte haben sich bestätigt: US-Konzern Microsoft übernimmt Spieleentwickler Mojang, bekannt für das klobige Open-World-Spektakel Minecraft, für umgerechnet fast zwei Milliarden Euro. Für den schwedischen Minecraft-Gründer Markus "Notch" Persson hagelte es Kritik, jetzt zieht er sich gänzlich aus dem Unternehmen zurück und verweist auf den Erhalt seiner geistigen Gesundheit.

Wie Mojang (schwedisch für „Gadget“) gestern auf seiner Internetpräsenz mitteilte, wurde man vom Redmonder Konzern Microsoft für 2,5 Milliarden US-Dollar (umgerechnet circa 1,93 Milliarden Euro) übernommen. Die Gründer, allen voran Markus Notch Persson, strichen mittlerweile die Segel. Über die Zukunft konnte man relativ wenig konkrete Aussagen machen. „Minecraft wird weiterentwickelt, so wie es seit dem Start der Fall war“, heißt es auf der Seite. Genaue Pläne vonseiten Microsofts sind den Schweden bei Mojang angeblich nicht bekannt. Für die Einstellung der weiteren Unterstützung und Entwicklung einer Plattform wie Playstation oder Android – eine der vielen Ängste der Fans – sieht Mojang keine Gründe. Das bestätigt auch Phil Spencer, Head of Xbox, in einem YouTube-Video.

„Ich bin kein CEO“

Mehrmals hat sich Mojang-Gründer Markus Notch Persson in der Vergangenheit gegen den Einfluss großer Firmen ausgesprochen und kritisierte in diesem Zusammenhang unter anderem die Übernahme der VR-Brille Oculus Rift durch Facebook. Dass ausgerechnet seine Erfolgsgeschichte nun dasselbe Ende, beziehungsweise dieselbe Fortsetzung erfährt, rief natürlich vor allem Verwunderung und Entrüstung bei der Fangemeinde aus. Notch selbst teilt nun über seinen Blog mit, dass es niemals sein Plan war ein solch großes und erfolgreiches Spiel auf den Markt zu bringen. Er sieht sich nicht als Spieleentwickler, dessen Ziel es ist Hits zu landen oder die Welt zu verändern. Er macht Spiele einfach, weil es ihm Spaß bereite, er gerne programmiert und Games schlichtweg liebt – eine sympathische, grundsolide Einstellung.

Schon länger zog er sich aus der aktiven Entwicklung Minecrafts zurück, wandte sich neuen Projekten zu. Doch der Erfolgsdruck lastete ebenso auf seinen Schultern, wie die gefühlte Verantwortung für das Klötzchen-Spiel, die ihm die Fans zusprachen, wenn sie ihn zur Gallionsfigur der Indie-Bewegung machten. Es wuchs ihm über den Kopf nach dem Minecraft-Erfolg mit Mojang ein weltumspannendes Phänomen vorzufinden. Er sei kein Entrepreneur, kein CEO und so entschied sich der 35-jährige zum Verkauf. Wegen seiner Gesundheit, nicht des Geldes wegen. Minecraft, so schreibt er, gehöre aber auch in Zukunft der Community – unabhängig davon, wer die Markenrechte an dem Spiel besitze.

Zwei Milliarden fürs Klötzchen-Paradies

Laut Mojang kamen nicht viele Big Player für eine Übernahme des Unternehmens, das neben Minecraft auch Spiele wie Scrolls verantwortet, in Frage. Da man mit Microsoft schon seit drei Jahren kooperiert, lag der Kauf durch den IT-Konzern aus den USA schon länger nahe. Dessen neuer Chef Satya Nadella, der erst Anfang des Jahres die  Nachfolge von Steve Ballmer antrat, will damit Insider-Kreisen zufolge auch die Attraktivität des Mobilbetriebssystems Windows Phone steigern, für das Minecraft bislang nicht entwickelt wurde. Auf iOS- und Android-Geräten sei Minecraft dagegen eines der am meisten verkauften Spiele. Von offizieller Seite heißt es lediglich, dass sich der Kauf von Mojang mit großer Wahrscheinlichkeit bereits nächstes Jahr positiv auf die Unternehmensbilanz auswirken werde.

Wirtschaftlich ist der Zweck der Übernahme tatsächlich nicht von der Hand zu weisen. Mit gerade einmal 40 Angestellten habe Mojang im vergangenen Jahr 330 Millionen Dollar Umsatz erwirtschaftet – 8 Millionen Dollar pro Kopf.

Persson hingegen möchte in Zukunft nur noch an kleinen Projekten arbeiten. Sobald etwas den Anschein mache, wieder erfolgreich zu sein und stark zu wachsen beginne, wird er es „wahrscheinlich sofort abbrechen“, so der Minecraft-Gründer.

Tags :Quellen:NotchMojangBild: Eric Limer@Gizmodo.com

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