Apple wird die Daten deines iPhones nicht mehr an die Polizei geben – wenn du iOS 8 nutzst

iOS 8

Hier kommt ein neues, unerwartetes Feature von iOS 8: Apple hat verkündet, dass es die neue Software unmöglich macht, Daten eines mit iOS 8 betriebenen iPhones oder iPads an die Behörden weiterzugeben, selbst wenn dafür eine polizeiliche Anweisung vorliegt.

Mit iOS 8 hat Apple die Funktionsweise seiner Verschlüsselungssoftware geändert. Ab sofort kann Apple die Passwörter seiner Nutzer nicht mehr umgehen – selbst wenn das Unternehmen dazu durch einen richterlichen Beschluss gezwungen sein sollte. Apple kann also nicht mehr auf die privaten Nutzerdaten zugreifen.

Nach wie vor aber hat Apple Zugriff auf sämtliche Daten, die bei iCloud gespeichert sind. Diese können – oder müssen – gegebenenfalls an die Behörden weitergegeben werden. Daten aber, die auf dem Gerät des Nutzers selbst gespeichert sind, sind nicht mehr zugänglich. Apple hat sich wie folgt geäußert:

Auf Geräten, die unter iOS 8 laufen, sind Ihre persönlichen Daten wie Photos, Nachrichten (samt Anhängen), Emailkontakte, Anrufliste, iTunes-Inhalte, Notizen und Benachrichtigungen durch Ihr Passwort geschützt. Anders als unsere Wettbewerber, kann Apple den Passwortschutz nicht umgehen und somit nicht auf die Daten zugreifen. Es ist uns also technisch unmöglich, auf Regierungsbeschlüsse zu reagieren, die die Herausgabe der Daten von Geräten, die unter iOS 8 laufen, fordern.

Wie die Washington Post bemerkt, benutzte Apple bislang Verschlüsselungen, die es dem Unternehmen durchaus möglich machten, Geräte auf Befehl hin zu entsperren – erst mit iOS 8 ändert sich das. Auf passwortgeschützte Daten, die sich auf Geräten befinden, die mit iOS 4 bis iOS 7 laufen, kann Apple nach wie vor zugreifen.

Das neue Feature unter iOS 8 stellt Appleuser möglicherweise aber vor ein Problem: haben sie ihr Passwort vergessen, können sie den Applesupport nicht mehr um Hilfe bitten. Einzige Lösung: Reset des Geräts und Herunterladen des Backups von der iCloud. Aus Sicht von Apple bringt die Neuerung aber einen Vorteil: sollte das Unternehmen gezwungen werden, mit den Behörden zu kooperieren, hat es nun eine einfache Ausrede: es ist technisch unmöglich.

Bildergalerie: Apple Keynote 2014

Apple Keynote 2014 zum Nachlesen

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19:03 Uhr: Hier nochmal einen Überblick über die Halle, in der Apple gleich das neue iPhone 6 und vermutlich auch die iWatch vorstellen wird.
Tags :Quellen:AppleVia:gizmodo.com
  1. Nette Funktion und netter PR Schachzug. Die Frage ist nur, stimmt das nun auch wirklich und wer kann das prüfen / feststellen?
    Ich vertrau dem Braten nicht so ganz, denn es erscheint mir sehr komisch das Apple keinerlei Hintertür gelassen hat um auf das Gerät zuzugreifen.

    Und zum Artikel…
    wäre nützlich gewesen eine Anleitung mitzuliefern was getan werden muss, damit die Daten entsprechend korrekt verschlüsselt sind.

    Etwas ironisch übrigens wirkt im Artikel, dass man schreibt das man die Daten auf dem iPhone nicht mehr lesen kann, dafür aber weiterhin die in der Cloud. Sollte man sein Passwort vergessen, kann man nicht mehr auf sein Gerät zugreifen, hier bleibt ggf. nur das Backup des iPhones aus der Cloud… Is klar :-X
    Man rät mir hier quasi vor Vorsicht in der Cloud wenn man sensible Daten hat, ich soll aber mein gesamtes Backup vom iPhone in der Cloud sichern?
    Lieber Autor… Ein Backup sollte man dann wohl lieber via iTunes auf dem heimischen Rechner machen und entsprechend verschlüsseln lassen. Diese Option liefert iTunes in den Einstellungen bei angeschlossenen iOS Gerät.

    1. Toller Plan! Wenn Du Dein Passwort nicht mehr weißt, dann wird Dir ein Backup auch nichts nützen. Um das verschlüsselte Backup wieder einzuspielen brauchst Du das Passwort ja auch!

      1. Das Passwort vom Backup kann ja ein anderes sein als das vom iPhone. Im Grunde kann ich hier auch die Frage in den Raum stellen, warum sich das Passwort am iOS Gerät ändern soll, wenn ich ein backup zurückspiele (entsprechend dem Hinweis im Artikel). Es müsste wenn dann ein Backup sein, wo das System bis dato keine Passwortsperre besaß. Oder habe ich das gerade falsch in Erinnerung? Kann mich da nun auch täuschen.

  2. Wie bei Yahoo wird die Regierung irgendwann kommen, eine fette rechnung stellen wo Apple das rückgängig machen muss bzw. Zur freigabe an die behörden erpresst wird ;)

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