Indiens Low-Budget-Sonde schickte erstes Foto vom Mars

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Trotz mickrigen Budgets und keinerlei Mars-Erfahrungen hat eine Sonde aus Indien den 666 Millionen Kilometer entfernten roten Planeten erreicht und vor wenigen Tagen ein erstes Foto zur Erde gesandt. Mangalyaan aus Indien, der nicht annähernd so viel Geld verschlungen hat, wie der Hollywood-Film Gravity, ist damit noch vor seiner asiatischen Konkurrenz am Nachbarplaneten.

Das obige Bild zeigt die von Kratern geprägte Oberfläche des Mars aus einer Höhe von 7,3 Kilometer. „The view is nice up here“, stellte auch die Indian Space Research Organisation (ISRO) auf Twitter fest. Premierminister Narendra Modi ist natürlich voller Stolz. „Heute haben wir Geschichte geschrieben“, sagte der indische Regierungschef. „Wir haben versucht das Unbekannte zu erreichen und das beinahe Unmögliche geschafft.“

Mit dieser Einschätzung liegt Modi gar nicht so verkehrt. Während Alfonso Cuarón´s Film „Gravity“ Schätzungen zufolge 79 Millionen Euro kostete, belief sich Indiens Mars Orbiter Mission auf gerade einmal 58 Millionen Euro. Dieses Verhältnis hatte Modi schon Ende Juni erwähnt und damit der Welt gezeigt, dass Raumfahrt ein Land nicht mit Schulden belasten muss. Noch deutlicher wird der „geringe“ finanzielle Aufwand im Vergleich zur jüngsten Maven Mars Mission der NASA, die 528 Millionen Euro kostete, also quasi das Neun-fache.

Indiens ISRO stieg mit wenig Geld in die elitäre Gruppe der Weltraumbehörden aus den USA, Russland und Europa auf, während ein anderer ambitionierter asiatischer Staat seine Marssonde 2011 nicht einmal aus dem Orbit befördern konnte. Chinas Yinghuo-1 wurde von Baikonur als Huckepacknutzlast der russischen Marssonde Fobos-Grunt mit einer Zenit-3F-Rakete gestartet. Da der Einschuss in die Übergangsbahn zum Mars unterblieb, konnte die Sonde den Parkorbit jedoch nicht verlassen und verglühte im Januar 2012 über dem Ostpazifik.

Die einzigen weiteren Asiaten, die versuchten dem Mars nahe zu kommen, waren die Japaner. Deren Mars-Orbiter Nozomi flog nach einigen Problemen und über vier Jahren Reisezeit Ende 2003 allerdings 870 Kilometer am roten Planeten vorbei.

Dieser Ruhm gebührt also allein den Indern, deren Mangalyaan mit fünf wissenschaftlichen Instrumenten bestückt ist, die die Marsoberfläche aufzeichnen und die Atmosphäre auf Methane untersuchen sollen. Sechs Monate haben sie dafür noch Zeit, dann wird der Sonde der Sprit ausgehen.

Tags :Quellen:Bild: ISRO@WiredVia:Wired.co.uk

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