Telekom macht Druck bei IP-Telefonie

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Laut ARD plant die Deutsche Telekom hunderttausende Kunden zu einer Zwangsumstellung auf IP-Telefonie zu drängen - oder zu kündigen. In erster Linie gehe es hierbei ausgerechnet um die 53 Städte, in denen zuerst das besonders schnelle VDSL eingerichtet wurde, so der zuständige Telekom-Manager Ingo Hofacker gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Aufgrund von Zeitdruck durch Regulierungsvorgaben zur Genehmigung der neuen Vectoring-Technik sieht sich die Telekom zu dem Vorhaben, von dem rund 300.000 Kunden betroffen seien, gezwungen. Mithilfe der neuen Technologie kann schnelleres Internet auch auf herkömmlichen Kupferkabeln übertragen werden, Glasfaseradern müssen nicht mehr bis ins Haus gelegt werden. Bis Ende 2016 will die Telekom die Vectoring-Technik anbieten, die mit den bisher installierten VDSL-Netzen jedoch nicht mehr kompatibel sei, so Hofacker. Im Notfall greife die Telekom deshalb auch zu Kündigungen.

Das Aus für Analoganschlüsse

Damit beschleunigt die Telekom den Umstieg aufs Telefonieren über das Internet. Bei der sogenannten IP-Telefonie wird das Telefon direkt an den Router angeschlossen, obwohl Analoganschlüsse bislang als weniger störanfälliger als die IP-Telefonie galten. Die Probleme, die es in den vergangenen Monaten gegeben hatte, seien inzwischen aber behoben. Zusätzliche Kosten entfallen laut Hofacker höchstens für einen neuen Router. Dafür seien die neuen Tarife aber in der Regel günstiger als bei den Verträgen, die vor einigen Jahren abgeschlossen wurden.

Bis zum Jahr 2018 will die Telekom dann die Netze in ganz Deutschland auf IP-Telefonie umstellen. Aktuell gebe es rund 3,5 Millionen Kunden, die bereits übers Internet telefonieren. Pro Woche kämen bis zu 60.000 hinzu.

Tags :Quellen:Bild: ShutterstockVia:ARD
  1. …da droht ein flächendeckendes Desaster ersten Ranges!
    Anfang 2013 bin ich innerhalb Hamburgs umgezogen und habe gleichzeitig einen Providerwechsel vorgenommen. Entgegen meines Neuvertrages bei der Telekom wurde statt der bewährten Konstellation ISDN+DSL (mir nix Dir nix) ein IP-Anschluss eingerichtet – und der tägliche Horror begann. Für die folgenden 14 Monate funktionierte so gut wie garnichts – weder Internet/Mail, noch Telefonie, noch der Kundenservice. 14 Monate, in denen Telefonieren so gut wie nie, Internet/Mail nur nach Neustart der (neuen!) Fritzbox möglich war – wenn die Leitung nicht gerade mal wieder tagelang komplett tot war. Erstaunen rief hier im Büro eine Phase hervor, in der sage und schreibe für 12 Tage mal alles funktionierte – bis zum nächsten Komplettausfall. Wieder über Handy in der Endlos-Warteschleife, wieder im Telekom-Shop, wieder von vorn erzählen. Da wurde schöngeredet, beschwichtigend von „kurzzeitiger Störung aufgrund eines Unwetters“ geschwurbelt und mit Gutscheinen gewunken – oder steif und fest behauptet, man hätte alles durchgemessen und der Fehler läge an meiner Haustechnik. Zu sieben Technikerterminen wurden wir genau sieben(!) Mal von der Telekom versetzt. Kurz: nach über einem Jahr IP-Desaster hat mit die Telekom (nach massivem Druck auf höhere Etagen) vor zwei Monaten endlich auf ISDN plus DSL umgeschaltet. Und wen überrascht’s? Es läuft! Meine Kunden erreichen mich wieder per Mail und Telefon. Wunderbar! Angesichts der aktuellen Berichterstattung sehe ich tief-schwarze Wolken am Horizont. Liebe Telekom, macht mit Eurer unausgereiften IP-Krücke bitte nicht das ganze Land zum Versuchslabor! Das wird gewaltig nach hinten losgehen.

  2. Naja bei Wegfall des ISDN-Ports. spart man natürlich Stromkosten, keine Speisespannung mehr die man über die TAL mitschicken muß. Allerdings wie im obrigen Fall beschrieben entweder es funktioniert oder der Anschluss ist komplett weg.

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