Chinesische Regierung blockiert Instagram

shutterstock-hong-kong-inst

In Hong Kong blockieren zehntausende Menschen das Finanzviertel der Stadt, um sich gegen Chinas demokratiefeindliche Pläne friedlich zur Wehr zu setzen. Wohl als Reaktion auf die zahlreichen Bilder, die von den protestierenden Menschen auf Facebooks Tochter Instagram veröffentlicht wurden, zensierte die chinesische Regierung vor kurzem auch diese Photo-App.

Mit Zensur kennt man sich aus im Reich der Mitte, mit Demokratie dagegen weniger. Etwas anders sieht diese Situation allerdings in der autonomen Region Hong Kong aus – eigentlich. Nachdem die ehemalige britische Kronkolonie 1997 an China übergeben wurde, um dort eine westlich und kapitalistisch orientierte Sonderverwaltungszone nach dem Grundsatz „ein Land, zwei Systeme“ zu bilden, kündigte die chinesische Regierung nun an, bei dem nächsten Regierungschef Hong Kongs, der 2017 gewählt werden soll, ein mehr als gehöriges Wörtchen mitreden zu wollen. Zur Wahl sollen demnach nur ausgewählte Kandidaten stehen, die der chinesischen Regierung auch lieb sind – die Aufregung in der 7-Millionen-Einwohner-Metropole versteht sich also von selbst.

Nun kämpfen chinesische Polizeikräfte im Finanzdistrikt seit Freitagabend gegen die Protestanten unter der „Occupy Central“-Bewegung, setzen Tränengas ein und nahmen bereits 78 Personen fest. Von den 41 Verletzten seien außerdem 12 Polizisten, doch mit all dem kann die chinesische Regierung umgehen, solange es so weit wie möglich im Geheimen bleibt. Abschottung auf dem Rücken einer liberalisierten Gesellschaft zu Zeiten des Massenmediums Internet gestaltet sich jedoch als eine Sisyphosarbeit, da hilft es im Prinzip auch nichts einzelne, wenngleich beliebte Websites wie Instagram abzuschalten und doch ist es Monitoring-Seiten wie blockedinchina.net zu entnehmen geschehen.

Nicht nur Instagram geblockt

Die Einschränkung der Meinungsfreiheit ist in China wenig überraschend und ebenso wenig neu. In Hong Kong möchten sich viele Menschen, vor allem Studenten, aber nicht an das Land anpassen, dass sie mit Pfefferspray, Tränengas und Schlagstöcken zurückzudrängen versucht, das Land, das laut Reuters die Phrase „Occupy Central“ am Sonntag auch auf der Mikrobloggingsite Weibo blockiert, dem chinesischen Pendant zu Twitter. Seit Anfang des Monats blockiert die Regierung schon die auf den Schutz der Privatsphäre bedachte Suchmaschine DuckDuckGo.

Anfang Juni sperrte man außerdem erneut den Zugriff auf mehrere Google-Dienste, inklusive der Suchseite. Wahrscheinlich standen diese Zensurmaßnahmen im Zusammenhang mit dem 25. Jahrestag des Massakers am Platz des himmlischen Friedens in Peking. Dort wurden am 4. Juni 1989 friedlich für mehr Demokratie demonstrierende Menschen gewaltsam vom Platz vertrieben. Nach Schätzung des Roten Kreuzes gab es damals 2.700 Tote.

Bild: Wall Street Journal @ Twitter

Occupy Central in Hong Kong. Bild: Wall Street Journal @ Twitter

Hausaufgaben während der Demonstration

Der aktuelle Verwaltungschef in Hong Kong, Leung Chun-ying drängt die Aktivisten in der Metropole derweil zum Rückzug, da die Regierung in Peking aufgrund „illegaler Drohungen“ nicht einlenken werde und die Straßenblockade Rettungsdienste bei ihrer Arbeit behindere. Das schüchtert die Demonstranten jedoch nur wenig ein. Sie fordern den  Verwaltungschef Chun-ying zum Rücktritt bis zum 1. Oktober auf und drohen mit einer neuen Akte „zivilen Ungehorsams“. Die Ausdauer scheinen sie zumindest zu haben, so wechseln sich die Demonstrierenden zum Teil ab, um Essen und Trinken zu besorgen oder sich auszuruhen. Andere sitzen in Schuluniform auf dem Asphalt und machen ihre Hausaufgaben.

Tags :Quellen:Carrie Mihalcik, News.comBjörn Greif, ZDNet.deZeitWatsonT-Online

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising