Erster Test: Amazon Kindle Voyage – Die konsequente Weiterentwicklung [Hands-On Video]

Kindle Voyage

Amazon führt mit dem Kindle Voyage eine Premium-Version ihrer Kindle Paperwhite-Reihe ein. Das Kindle Voyage kommt mit einem deutlich verbesserten Display, einem schmaleren Gehäuse und einigen cleveren Features. Wir hatten die Gelegenheit, einen ersten Blick auf den Anfang November erscheinenden E-Book-Reader zu werfen und verraten dir hier im Video unseren ersten Eindruck.

Amazon Kindle Voyage

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Amazon Kindle Voyage

Deutlich verbessertes Display

Das Display des 6 Zoll Kindle Voyage löst nun mit 300 ppi deutlich höher auf als das Display des Vorgängers – dort waren es noch 212 ppi. Beim günstigsten Kindle kommt ein Display mit 167 ppi zum Einsatz. In der Praxis – ich konnte den Kindle Voyage mit dem Einsteiger-Kindle vergleichen – macht das durchaus einen Unterschied. Die Schrift wirkt beim Kindle Voyage gestochen scharf.

Zusätzlich soll auch die Displaybeleuchtung heller sein. Ob das nun wirklich so wichtig ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Ich selbst nutze einen Paperwhite der ersten Generation und zu dunkel war mir die Beleuchtung nie. Ganz im Gegenteil: Meist nutzte ich Abends oder bei kompletter Dunkelheit eine mittlere Helligkeitseinstellung.

Das Display des Kindle Voyage ist ein echter Hingucker.

Das Display des Kindle Voyage ist ein echter Hingucker.

Amazon gibt weiterhin an, beim Display ein speziell gehärtetes Glas zu nutzen, welches kratzresistenter sein soll. Es minimiert laut Amazon auch Spiegelungen. Hier im Video sieht es so aus, als ob das Kindle Voyage stark reflektiert. Aber das täuscht. Es lässt sich hervorragend bei direkter Sonneneinstrahlung lesen. Jedoch sah ich jetzt keine signifikanten Verbesserungen gegenüber den anderen Modellen ohne Spezialglas.

Amazon behauptet auch, dass sich die Oberfläche des Glases nun durch eine leichte Struktur wie echtes Papier anfühlen soll. Naja, das würde ich eher der Kategorie Marketing-Gebrabbel zuordnen. Versteht mich nicht falsch, die Oberfläche fühlt sich sehr angenehm an. Auch die leicht aufgeraute Oberfläche macht sich im direkten Vergleich durchaus bemerkbar. Aber der Vergleich mit der Haptik von Papier hinkt doch gewaltig.

Hier das Video zu unserem Hands-On mit dem Amazon Kindle Voyage:

Kindle Voyage mit cleveren Funktionen

Neu und wirklich praktisch ist ein von Amazon “Frontlicht” genannter Helligkeitssensor. Dieser passt die Display-Beleuchtung den jeweiligen realen Lichtverhältnissen an. Mit dabei sind auch clevere Spielereien, die sich in der Praxis als wirklich nützlich erweisen könnten. So gewöhnt sich zum Beispiel das Auge beim Lesen mit der Zeit an die Dunkelheit, sodass das Licht, das benötigt wird, wenn man anfängt zu lesen, eine halbe Stunde später häufig zu grell erscheint. Das intelligente Frontlicht reduziert langsam die Helligkeit des Displays, um es auf die Reaktion des menschlichen Auges abzustimmen.

Einige Bekannte von mir bevorzugen den alten Kindle ohne Touchdisplay, weil dieser an den Rändern mechanische Knöpfe zum Umblättern besitzt. Bei den bisherigen Touch-Kindles war man gezwungen das Display zu berühren, wenn man umblättern wollte.

Dieser graue Streifen kann zum Umblättern genutzt werden.

Dieser graue Streifen kann zum Umblättern genutzt werden.

Beim Kindle Voyage kehren die Tasten trotz Touch-Display zurück! Wirklich mechanisch sind sie jedoch nicht mehr. Am linken und am rechten Display-Rand befindet sich ein grauer Streifen, der beim Drücken nach vorne, beziehungsweise zurück blättert.

Der Kindle Voyage liefert beim Umblättern über ein Haptik-System eine fühlbare Rückmeldung. Wie stark man drücken muss und wie stark die Rückmeldung ist, lässt sich je nach Präferenz festlegen. Das „PagePress“ genannte Feature funktionierte beim Test ganz hervorragend und wird sicher viele Freunde finden.

Optik und Haptik

Der Kindle Voyage ist im Vergleich zum ebenfalls mit einem 6 Zoll Display ausgestatteten Kindle Paperwhite kompakter und leichter geworden. Er misst 162 mal 115 mal 7,6 Millimeter. Der Kindle Paperwhite kommt auf 169 mal 117 mal 9,1 Millimeter. Marathon-Leser werden sich sicher auch über die 26 eingesparten Gramm freuen.

Der obere Streifen der Rückseite besteht aus fingerabdruckanfälliger Plastik.

Der obere Streifen der Rückseite besteht aus fingerabdruckanfälliger Plastik.

Die Rückseite wurde zu großen Teilen aus Magnesium gefertigt. Allerdings fühlte sie sich eher wie aufgummierte Plastik an. Griffig und angenehm, aber eben nicht wie Metall. Am oberen Rand der Rückseite zieht sich eine weniger hübsche Plastikleiste in Klavierlackoptik. Wie bei Klavierlackoptik so üblich, zieht sie Fingerabdrücke geradezu magisch an.

Im Gespräch verriet Amazon, dass der Kindle Voyage bei mittlerer Helligkeit und einer Stunde Nutzung pro Tag acht Wochen durchhalten soll, bis er wieder ans Netz muss.

Preise und Verfügbarkeit

Den Kindle Voyage gibt als WLAN-Variante für 189 Euro und als 3G-Variante für 249 Euro. Wie bisher können Kindle-Besitzer über die Internetverbindung in 100 Ländern Bücher herunterladen. Die Kosten für die 3G-Verbindung übernimmt Amazon. Der Kindle Voyage kann ab sofort vorbestellt werden und soll laut Amazon ab dem 4. November verschickt werden.

Neu sind auch die bereits von den Amazon Fire Tablets bekannte Origami-Hüllen. Durch eine magnetische Faltung dient die Hülle sowohl im Hoch-, als auch im Querformat als Ständer. Die Hüllen sind ab 44,99 Euro erhältlich.

7,6 Millimeter! Das Kindle Voyage ist richtig dünn.

7,6 Millimeter! Das Kindle Voyage ist richtig dünn.

Fazit

Bei unserem kurzen Test zeigte sich: Das Kindle Voyage ist ein ganz hervorragender E-Book-Reader. Das Display ist knackscharf, das Umblättern geht flott und es ist nochmal deutlich kompakter als seine Paperwhite-Brüder. Auch ein paar richtig sinnvolle Features wurden mit PagePress und dem Frontlicht eingeführt.

Die Frage, ob sich der Umstieg von einem Paperwhite lohnt kann ich nicht eindeutig mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten. Mir persönlich reichen die Vorteile des Voyage nicht, um 189 Euro auf den Tisch zu legen. Wer jedoch einen älteren Kindle ohne Hintergrundbeleuchtung nutzt oder überlegt, sich einen ersten E-Book-Reader zu holen, kann mit dem Kindle Voyage eigentlich nichts falsch machen.

Allerdings muss sich jeder Interessent darüber im Klaren sein, dass der Kindle Voyage wie jeder andere Kindle auch tief im Amazon Ökosystem verwurzelt ist. Er offenbart nur dann seinen vollen Funktionsumfang, wenn man auch bereit ist seine E-Books über Amazon zu holen. Wobei es sicherlich schlimmeres gibt. Schließlich besitzt Amazon die größte E-Book-Auswahl.

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  1. Oh nein, jetzt habe ich gerade erst ein Kindle paperwhite geschenkt bekommen. Bin mit dem Teil sehr zufrieden aber als “Technikfreak” hat man halt immer gerne das neuste… Aber ich bin auch der Meinung, dass sich der Umstieg vom paperwhite nicht lohnt. Danke für den Test!

  2. Ich bin jetzt etwas verwirrt. Ich habe den Paperwhite der ersten Generation. Die Beleuchtung ist aus geschalten. trotzdem geht im dunkeln die Beleuchtung an, er scheint also auch einen Helligkeitssensor zu haben.

  3. Hi,

    kann es sein, dass man nun wegen dem PagePress den Kindle nicht mehr mit einer Hand bedienen kann? Bisher fand ich es sehr gut den Kindle in einer Hand halten zu können und trotzdem vor und zurück blättern zu können. Für PagePress brauche ich dann wieder beide Hände? Wäre ein Grund auf den Voyage zu verzichten.

    1. Hi Frank,
      da man die Drucksensitivität von PagePress einstellen kann, könnte ich mir vorstellen, dass man PagePress auch komplett ausschalten kann. Aber keine Garantie.

  4. Gibt es eigentlich gleichwertige Alternativen mit mehr Ram und internen Speicher. Habe inzwischen den Großteil meiner Unibücher als PDF eingescannt und die sind manchmal auch ein GB groß. Mein WebOS Tablet kriegt die großen PDFs meist nicht ganz geladen und erzeugt dann weiße Seiten. Bin daher auf der Suche nach was neuem. Gibt es dafür brauchbare Ebook Reader?

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