Die Wissenschaft hinter faltigen Klamotten

Die Wissenschaft hinter Kleidungsfalten

Falten: So nebensächlich und doch ständig präsent. Doch wie entsteht der nicht immer gewünschte Effekt auf der Kleidung? Welche Textilien sind vor Falten gefeit und was lässt sich gegen den schlampigen Look unternehmen? Eine Betrachtung auf molekularer Ebene.

Falten gehören zum Leben. Ob im Gesicht oder in der Kleidung. Während knittrige Hemden und Hosen im Gegensatz zu den Kennzeichen voranschreitenden Verfalls wohl weniger Grund dafür sind, Trübsal zu blasen, können sie doch recht ärgerlich sein. Glücklicherweise lässt sich gerade gegen diese Art von Falten etwas unternehmen. Denn die Menschheit rückt bereits seit Jahren zerzauster Kleidung zu Leibe, indem sie Textilfalten auf molekularer Ebene analysiert und bekämpft.

Was steckt also hinter einer solchen Falte? Und wie lassen sie und ihre Artgenossen sich ein für alle Mal eliminieren? Werfen wir einen Blick auf die wissenschaftliche Seite der Falten. Im Prinzip ist es ganz simpel. Die ausschlaggebenden Faktoren für die Bildung der Knicke sind Wärme und Wasser. Sowohl synthetische als auch organische Stoffe bestehen aus miteinander verbundenen Molekülen, Polymere genannt. Sobald die Kleidung warm oder nass wird, werden diese Verbindungen zerstört. Wenn das gute Stück wieder trocknet, ordnen sich die Bindungen neu an, was letzten Endes zu den Falten führt. Während dieser Look in der Textilbranche immer mehr an Beliebtheit gewinnt, mag es vielleicht nicht jedermanns Stil entsprechen.

Bestimmte Fabrikate – wie etwa Wolle, Nylon und Polyester – haben etwas, das man als „Glasübergangstemperatur“ bezeichnet. Sobald der Stoff zu hohen Temperaturen ausgesetzt ist, werden hier die kristallinen Polymere zerstört. Mit der erneuten Abkühlung tritt das Material in die „Glasphase“, neue Polymer-Bindungen entstehen, welche den Stoff faltig zurück lassen. Bei Baumwolle, Kunstseide oder Leinen-Moleküle funktioniert das Prinzip ähnlich, sie jedoch werden durch Wasserstoffverbindungen zusammengehalten. Sobald diese Materialien Feuchtigkeit ausgesetzt sind und wieder trocknen, sehen sie aus wie eine alte Dörrpflaume. Genau an dieser Stelle kommt „Permanent Press“ ins Spiel, welches eine bedeutsame Rolle in der Geschichte der Falten einnimmt.

Für jene, die mit dem Begriff nichts anfangen können: In den späten 50ern fand die Chemikerin Ruth Rogan Benerito heraus, wie man faltenfreie Seide herstellt. Diese wird Permanent Press genannt. Als synthetische Stoffe allmählich mit Baumwollfabrikaten in Konkurrenz gingen, war Formaldehyd der Schlüssel gegen die Notwendigkeit des Bügelns. Ein netter Nebeneffekt dabei war, dass so behandelte Shirts herrlich nach Leichenschauhaus rochen. Bis heute wurde die Menge an Formaldehyd in Permanent Press beträchtlich reduziert, doch es gibt Menschen, die diese Note lieber komplett meiden.

Wie der Kampf heute geschlagen wird

Zum Glück endete der Kampf gegen Textilfalten nicht in in den Zeiten des Schwarz-Weiß-Fernsehens. Die neueste Methode, in Amerika „Swash“ genannt, funktioniert ähnlich wie ein Mini-Trockner. Das Gerät behandelt die Kleidung mit einer Kombination aus Wasser und pH-Neutralisatoren und trocknet diese dann bei 88° Celsius. Nach zehn Minuten kann das faltenfreie Kleidungsstück schon entnommen werden. Zwar bleibt als Alternative auch das einfache Bügeleisen, aber wenn es mal schnell gehen muss, ist Swash mit Sicherheit sehr praktisch. Selbst, wenn das Leben seine Zeichen im Gesicht hinterlässt, es gibt keinen Grund, Falten auch auf der Kleidung zu tragen. ;-)

Tags :Via:Gizmodo.com
  1. Soso, wenn es mal schnell gehen soll…
    Wer braucht denn 10 Minuten, um ein Hemd zu bügeln?
    Da ist der manuelle Glättungsprozess im Vorteil. Auch im Bezug auf Stromverbrauch und Verbrauchsmaterial. Wozu brauche ich noch mehr Müll und Kapselkram zu Gerüche neutralisieren.
    Klares sinnlos-Produk, dass einfach nur die Kassen des Herstellers füllen soll.
    Für das Geld gibt es übrigens schon eine klassische Bügelpuppe.

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