Hotelkette Marriott: Strafzahlung für das Blockieren privater WLAN-Hotspots

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Wer bei Marriott ins Internet will, muss zahlen. Private (kostenlose) WLAN-Hotspots werden stattdessen blockiert. Für diese Unternehmensphilosophie muss die Hotelkette nun 600.000 US-Dollar Strafe zahlen.

Wer Internet in einem Marriott Hotel haben möchte, zahlt 18 US-Dollar pro Tag. Schnelles Internet kostet nochmal sieben Dollar mehr. Und wer gerade ein privates Netzwerk für Vorträge benötigt, der liegt bei täglich 250 bis 1.000 US-Dollar.

Das ist vielen Kunden zu teuer? Kein Problem, denn wozu kann ich mein Smartphone als WLAN-Hotspot nehmen und muss dadurch nicht die überteuerten Preise vom Hotel bezahlen. Denkste, die Hotelkette Marriott ist auch nicht von gestern und störte in den eigenen Häusern die persönlichen Hotspots. So jüngst geschehen im Gaylord Opryland Hotel and Convention Center in Nashville, Tennessee.

Hier wichen Hotelgäste nämlich gezielt auf persönliche Hotspots aus, um dem teuren Hotel-Internet zu entgehen. Marriott wollte dies unterbinden und setzte Datenpakete mit gefälschten MAC-Adressen ein, die über die eigene WLAN-Infrastruktur verteilt wurden. So mussten keine klassischen Störsender eingesetzt werden, welche die hoteleigenen WLAN-Verbindungen getroffen hätten.

Die gefälschten MAC-Adressen agieren stattdessen gezielt mit fremden Hotspots. Dabei wird den Clients vorgegaukelt sie würden Mitteilungen des Hotspots empfangen. Dank der Übermittlung von Deauthenticate- und Disassociate-Datenpaketen wird die Verbindung zum Hotspot allerdings automatisch unterbunden. Resultat: Eine tatsächliche Verbindung mit einem Hotspot kommt nicht zustande.

Aufdeckung und Urteil

Im konkreten Fall des Gaylord Opryland Hotel and Convention Center hatte ein Hotelgast seinen Verdacht zur Anzeige gebracht. Daraufhin nahm sich die US-Fernmeldebehörde FCC des Falles an und leitete ein Ermittlungsverfahren gegen Marriott ein.

Das Urteil der FCC beinhaltet nun eine Strafzahlung von 600.000 US-Dollar. Zusätzlich muss die Hotelkette die kommenden drei Jahre quartalsweise Berichte an die FCC weiterleiten und sämtliche WLAN-Containment-Maßnahmen melden.

Marriott zeigt sich allerdings wenig beeindruckt und möchte am eigenen Vorgehen festhalten. Man habe schließlich das Interesse, dass Hotelgäste die eigenen kostenpflichtigen WLAN-Dienste weiter nutzen. Zudem gab Marriott an, “dass die Maßnahmen des Gaylord Opryland [nach eigenem Empfinden] rechtmäßig waren”.

Tags :Quellen:heise.dederstandard.at

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