Test: Prestigio Grace – Wie viel Technik passt zwischen 5,5 Millimeter? [+Testvideo]

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Bei all der aktuelle #bentgate Diskussion stellt sich natürlich die Frage: Wie dünn darf ein Smartphone sein? Prestigio sagt: „So dünn wie möglich!“ und zeigt ihr gerade einmal 5,5 Millimeter dickes Prestigio Grace – das dünnste Smartphone Deutschlands. Bei uns im Test erfährst du, ob das Prestigio Grace neben seiner schlanken Linie noch weitere Vorzüge hat und ob sich ein Kauf lohnt.

Prestigio Grace

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Prestigio Grace

Schon mal von Prestigio gehört? Mir war das zyprische Unternehmen bisher kein Begriff. Dabei ist das Unternehmen laut eigenen Angaben vor allem in Osteuropa eine richtig große Nummer mit einem breiten Spektrum an Geräten und großer eigener Infrastruktur. Nun hat sich Prestigo vorgenommen, auch im deutschen Markt mitzumischen und veröffentlicht dafür einige erste Geräte.

Eines davon ist das Prestigio Grace. Wer sich nun denkt „Das kenn‘ ich doch!“, mag Recht haben. Denn das Prestigio Grace kam bereits als Gionee Elife S5.5, BLU Vivo IV und Allview X2 Soul auf den Markt. Alle ein klein wenig anders gebrandet und trotzdem baugleich.

Hier unser ausführliches Testvideo:

Oberklassenverarbeitung

Prestigio behauptet selbstbewusst, dass es sich bei dem Prestigio Grace um ein Oberklasse-Smartphone handelt. Das wäre bei einem Preispunkt von gerade einmal 349 Euro eine echte Ansage!

Betrachten wir zuerst die Verarbeitung. Hier lässt sich das Prestigio Grace nicht lumpen. Die vordere und hintere Gorillaglasscheibe wird von einem schicken Metallrahmen gefasst. Sowohl Lautstärkewippe, als auch der On- / Off-Button scheinen aus Metall zu bestehen.

Das Gerät ist laut Prestigio mit 5,55 Millimeter extrem dünn. Bis vor wenigen Monaten hielt das Grace (beziehungsweise seine baugleichen Brüder) den Rekord für das dünnste Smartphone der Welt. Beim Nachmessen mit einem Taschenmessschieber kamen wir hier übrigens auf 5,8 Millimeter – immer noch sehr dünn.  Aber es ist nicht nur extrem dünn, sondern mit gerade einmal 133 Gramm auch extrem leicht.

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Trotzdem fühlt es sich kein bisschen billig an. Ganz im Gegenteil: Die Verarbeitung ist sehr hochwertig. Es sind kaum Spaltmaße auszumachen in denen sich Staub festsetzen könnte. Jedoch könnten sich einige an der Kamera stören ähnlich wie bei iPhone 6 und iPhone 6 Plus steht diese nämlich leicht aus dem Gehäuse raus. Wir maßen dort eine Dicke von 6,8 Millimeter.

Was vielleicht auch den ein oder anderen stören könnte: Die Ränder des Prestigio Grace sind verhältnismäßig scharfkantig. Sogar noch etwas schärfer als zum Beispiel beim Sony Xperia Z2 (hier gehts zum Test).

Trotzdem ist das Prestigio Grace ganz hervorragend verarbeitet und sticht durch sein schlichtes und elegantes Design aus dem Masse der Android-Plastikklopper wohltuend hervor. Die Verarbeitung ist ohne Frage Oberklasse!

Bedienung

Die Android-Softkeys befinden sich beim Prestigio Grace auf dem Rahmen unterhalb des Bildschirms. Dadurch gibt das Prestigio Grace mehr von seinem schicken Bildschirm frei um Inhalte statt Buttons anzuzeigen.

Ungewöhnlich: Der USB-Port befindet sich auf der Oberseite, der Audio-Klinkenstecker auf der Unterseite. Diese Designentscheidung könnte dem dünnen Gehäuse geschuldet sein. Der microSIM-Slot kann mit dem mitgelieferten Eject-Tool ausgefahren werden.

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Display

Das 5 Zoll Super AMOLED Display löst mit Full-HD 1.920 mal 1.080 Pixel (441 ppi) auf und soll von Samsung kommen. Es ist hell genug um es problemlos um Tageslicht ablesen zu können. Die Farben sind AMOLED-typisch etwas zu übersteuert. Das Weiß zeigt einen leichten Grünstich. Dafür ist es gleichmäßig ausgeleuchtet und besitzt eine hervorragende Blickwinkelstabilität. Insgesamt wurde im Prestigio Grace ein richtig gutes Display verbaut!

Sound

Dem Mono-Lautsprecher auf der Rückseite wurde mit zwei in das Gorillaglas gefrästen Schlitzen Luft gemacht. Man hätte es sich bei einer derart flache Bauweise denken können: Der Lautsprecher ist ziemlich mau. Weder Klangvolumen noch Lautstärke können auch nur annähernd mit den Sound-Strebern der HTC One Reihe mithalten.

Kommt noch hinzu, dass der Lautsprecher nicht nur leicht von der Hand verdeckt werden kann. Auch wenn mal das Prestigio Grace auf seine Rücken legt, wird die ohnehin schon magere Lautstärke nochmal leiser. Das könnte vor allem für diejenigen ein böses weil zu spätes Erwachen bedeuten, die ihr Smartphone als Wecker nutzen.

Das mitgelieferte Headset sieht nett aus. Die unserem Muster beiliegenden schwarzen In-Ears scheinen aus Metall zu sein und kommen mit einem schicken Chrome-Ring. Das Kabel ist abgeflacht, um Verheddern entgegen zu wirken. Der Sound ist sehr basslastig, was auf Kosten der Höhen und Tiefen geht. Für den Anfang sind sie jedoch in Ordnung.

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Akku

Prestigio quetschte einen 2.300 mAh Akku in das volumenarme Grace. Das klingt nach nicht besonders viel und scheint es auch in unseren Test nicht zu sein. So verlor das Prestigio Grace beim Fullscreen-Abspielen eines Youtube-Videos im WLAN auf halber Bildschirmhelligkeit bei 60 Minuten stolze 30 Prozent. Damit kommt das Smartphone mit einer mittleren bis leicht unterdurchschnittlichen Akkulaufzeit.

Konnektivität

Von den Netzstandards unterstützt das Prestigio Grace GSM 850/900/1800/1900 MHz und WCDMA 900/2100MHz. LTE ist hier leider nicht an Bord. Auch der Rest ist mit Bluetooth 4.0, WLAN bis n-Standard und micro-USB 2.0 recht durchschnittlich. NFC oder induktives Laden unterstützt das Prestigio Grace nicht.

Mittelklassenchipsatz

Im Prestigio Grace taktet der Mittelklasse Octacore-Prozessor MediaTek MT6592 mit 1,7 GHz, unterstütz von der Grafikeinheit Mali-450MP4 GPU und 2 GByte RAM. Beim Antutu Benchmark kommt es auf 31.000 Punkte, ein recht durchschnittlicher Wert. Das zeigt sich auch beim täglichen Gebrauch. In den Tiefen der Android Untermenüs kommt es zu leichten Verzögerungen und auch beim Surfen auf komplexen Seiten ruckelt es leicht, wie ihr im Video ab Minute 10:00 seht. 

Intern kommen 16 GByte Speicher zum Einsatz, die jedoch nicht erweitert werden können. Dafür bietet Prestigio allen Käufern 200 GByte kostenlosen Cloud-Speicher.

Kamera

Die 13 MP Kamera macht bei guten Lichtverhältnisse anständige Bilder. Sobald es jedoch dunkel wird, ist sie praktisch nicht mehr zu gebrauchen. Dafür ist jedoch der LED-Blitz recht hell. Die vorinstallierte Kamera-App wirkt recht minimalistisch und bietet eine überschaubare Anzahl an Foto-Optionen.

Die 5 Megapixel Frontkamera gefällt mir dagegen richtig gut. Sie bietet zum einen ein wirklich praktisches Weitwinkelobjektiv und nimmt dazu noch in 1080p auf.

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#bendgate

Klar fragen sich viele angesichts der aktuellen Diskussion um die angeblich mangelhafte Stabilität des iPhone 6 Plus, wie sich andere extrem dünne Smartphones schlagen. Ohne das Prestigio Grace dabei kaputt machen zu wollen übten wir deswegen nur leichten Druck aus und stellten fest, dass sich das Grace deutlich leichter aus der Form bringen lässt als andere, etwas dickere Smartphones. Wir würden auf jeden Fall dringend davon abraten, das Prestigio Grace dauerhaft in der hinteren Hosentasche zu tragen und sich darauf zu setzen.

gizrank 35 Sterne

Fazit

Prestigio behauptet, dass wir es bei dem Prestigio Grace mit einem Oberklasse Smartphone zu tun haben. Und tatsächlich ist die Verarbeitung absolut oberklassig. Es ist extrem dünn, leicht, und verwendet tolle Materialien. Auch das Display ist in der Preiskategorie von UVP 349 Euro großartig.

Aber leider gibt es einige Nachteile am Prestigio Grace. So gibt es für die 16 GByte internen Speicher keinen SD-Kartenslot und auch LTE ist leider nicht an Bord. Der Prozessor kann trotz seiner acht Kerne nur als Mittelklasse bezeichnet werden. Die Kamera ist in Ordnung, mehr aber auch. Die Akkukapazität ist mit 2.300 mAh durchschnittlich.

Trotzdem können wir das Prestigio Grace durchaus empfehlen. Vor allem der attraktive Preis hier in Verbindung mit der tollen Verarbeitung spricht für das Grace! Allerdings gehört das Prestigio Grace nicht in die Oberklasse sondern in die gehobene Mittelklasse.

plusTolle Verarbeitung

plusSpitzendisplay

plusVergleichsweise günstig

minusMittelmäßige Performance

minusEtwas schwächlicher Akku

minusKein SD-Kartenslot, LTE, NFC, induktives Laden

 

Spezifikationen

– 5.0 Zoll Super AMOLED, 1080p, 441ppi, Gorilla Glass 3,
– mehrfarbige Benachrichtigungsleuchte
– angepasstes OS basierend auf Android 4.4.2
– MediaTek MT6592 1.7GHz Cortex-A7 Octa-Core-Prozessor, Mali-450MP4 GPU, 2GByte RAM
– 13MP Kamera,  LED Blitz, 1080p Videoaufnahme
– 5MP Frontkamera, Weitwinkellinse, 1080p Videoaufnahme
– 16GByte interner Speicher, 200 GByte Cloud Speicher
– 2.300mAh Akku
– 145 x 70.2 x 5.5 Millimeter bei 133 Gramm
– GSM 850/900/1800/1900 MHz | WCDMA 900/2100MHz
– Bluetooth 4.0, WLAN 802.11b|g|n, micro-USB 2.0

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