Zu langsam – Telekom stampft das “Merkel-Handy” ein [Update: Dementi]

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Die Nachfrage nach dem "Merkel-Handy" war einfach  zu gering. Das abhörsichere Smartphone der Deutschen Telekom mit der Sicherheitslösung Simko 3 (sichere mobile Kommunikation) wird offenbar nicht mehr länger produziert. Wie ein Telekom-Sprecher ohne Angabe von Gründen gegenüber dem NDR bestätigte, soll die zuständige Tochter Trust2Core aufgelöst werden.

Fast 10.000 Hochsicherheitshandys sollten T-Systems und Secusmart liefern, nachdem sie im März 2013 den Zuschlag des Beschaffungsamtes erhielten. 5.000 davon sollten zum Stückpreis von 2.500 Euro bereitgestellt werden. Doch wie NDR Info erfahren haben will, kaufte die Bundesregierung der Telekom bislang nur rund 600 der Krypto-Handys ab. Der Grund: Die modifizierten Samsung-Galaxy-Modelle S2 und S3 seien schlichtweg zu langsam und böten zu wenig Speicherplatz.

Deutlich beliebter seien hingegen die sicheren Smartphones des Düsseldorfer Konkurrenten Secusmart auf Basis des Blackberry Z10, von dem angeblich schon 2.500 in deutschen Ministerien und Behörden im Einsatz sind (siehe Bild). Die darauf installierte Secusuite for Blackberry 10 kombiniert die Secusmart Security Card, die Plattform Blackberry 10 sowie weitere Komponenten von Secunet und Sirrix. Durch die Security Card sind selbst Versand und Empfang von Dokumenten der Geheimhaltungsstufe “VS-NfD” zulässig (Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch).

Ende Juli hatte Blackberry bekannt gegeben, seinen langjährigen deutschen Verschlüsselungspartner Secusmart übernehmen zu wollen. Aktuell prüft das Wirtschaftsministerium noch, ob die Übernahme eventuell die Sicherheitsinteressen der Bundesrepublik gefährdet. Denn mit dem Zukauf bekäme der kanadische Hersteller Zugriff auf die Technik, die deutsche Politiker vor Abhörangriffen schützen soll. Und Kanada gehört neben den USA, Großbritannien, Australien und Neuseeland zu den sogenannten “Five Eyes“-Nationen, die untereinander Geheimdienstinformationen austauschen.

Vor diesem Hintergrund ist die Bundesregierung offensichtlich an einer weiteren Zusammenarbeit mit der Telekom in Sachen verschlüsselter Telefonie interessiert. Das bestätigte ein Ministeriumssprecher gegenüber dem NDR. Wie diese Kooperation im Detail aussehen soll, sei aber noch unklar. Die Telekom selbst sucht offenbar nach Alternativen zur bisher eingesetzten Microkernel-Technik von Simko 3. Ein Sprecher des Bonner Konzerns erklärte, man prüfe derzeit mit Partnern “die Weiterentwicklung zukünftiger Lösungen für die sichere mobile Kommunikation”. Man werde aber definitiv weiter in Krypto-Telefonie investieren.

UPDATE: Laut Golem hat die Deutsche Telekom das Ende seiner abhörsicheren Smartphones dementiert, die Informationen des NDR nur zum Teil bestätigt. Trust2Core werde zwar aufgelöst, die Lieferfähigkeit der Geräte soll aber auch in Zukunft sichergestellt sein.

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Tags :Quellen:Bild: Deutsche Messe AGVia:Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de
  1. “Durch die Security Card sind selbst Versand und Empfang von Dokumenten der Geheimhaltungsstufe “VS-NfD” zulässig (Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch)”

    Man merkt, der Autor hat nicht gedient. VS-NfD ist bei der Bundeswehr (und in Bundesbehörden allgemein) die geringstmögliche Geheimhaltungsstufe. Die nächsthöhere Stufe heißt “VS Vertraulich”, dann kommt noch “Geheim” und “Streng geheim”. Wie un-geheim VS-NFD ist, mag ein Beispiel beleuchten: Als ich bei der Bundeswehr war, gab es für Kraftfahrer einen Bundeswehr-Straßenatlas zur Orientierung. Das war ein ganz normaler Shell-Straßenatlas, er hatte allerdings einen olivgrünen Einband, eine NATO-Versorgungsnummer und den Bundesadler drauf. Und er war als VS-NfD eingestuft.

    1. Na aber das weiss her doch vielleicht keiner, hättest du es mal nicht gesagt, dann hätte jeder gedacht der Autor hätte gut recherchiert!

    1. Na aber das weiss her doch vielleicht keiner, hättest du es mal nicht gesagt, dann hätte jeder gedacht der Autor hätte gut recherchiert!

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