Outernet: Eine freie Online-Bibliothek für alle

Earth-Atmosphere-and-Moon

Als Internetjunkies vergessen wir leicht, dass das World Wide Web ein Privileg ist. Fehlende Infrastruktur oder staatliche Zensur verwehrt vielen Menschen auf der Welt Zugang zu lebenswichtigen Informationen. Mit Outernet soll sich das ändern.

Die Idee hinter dem Outernet-Service: Statt über gängige Internet-Infrastrukturen werden Inhalte über eigene Nanosatelliten gesendet. Nutzer stimmen über die Verfügbarkeit von Internet-Inhalten ab, diese werden dann per SMS Code bestellt und an den Empfänger geschickt. Einige Inhalte wie Wikipedia, Open Source Ecology oder Project Gutenberg sind in jedem Fall Teil des Kernarchivs. So sollen Nachrichten, Wetterberichte, Open Source Projekte, Lehrmaterialien und Katastrophenwarnungen überall auf der Welt zensurfrei abrufbar sein.

In der aktuellen Phase sendet das Outernet-Signal mit 200 MB pro Tag. Empfänger müssen ihre Satellitenschüssel noch weitgehend selbst einrichten. Die Betreiber versprechen für die Zukunft 1 GB Inhalt pro Tag, sowie mehr Nutzerfreundlichkeit beim Aufbau. Als endgültiges Ziel werden 100 GB/Tag für das High Speed Signal angepeilt. In 2015 ist außerdem ein weiteres Signal geplant, das eine kleinere Antenne zum Empfang benötigt und die Inhalte des Outernet auch auf mobile Geräte bringen soll. Die Pläne zum Eigenbau des „Pillar of Knowledge“ Empfängers wurden von den Betreibern bereits veröffentlicht. Die Out-of-the-Box Version des „Pillar“ sucht derzeit noch Sponsoren, der Empfänger für Mobilgeräte befindet sich aktuell in der Entwicklung und wird voraussichtlich 2015 verfügbar sein.


[Youtube: The Last Book Burning]

Die Inhalte der laufenden Testphase werden unter anderem auch vom Nachrichtendienst Deutsche Welle bereitgestellt. „Outernet tritt für viele Werte und Ziele ein, für die auch die Deutsche Welle maßgeblich steht. Das Satellitennetz ist ein deutliches Signal an alle, die das Internet zensieren oder den Zugang einschränken wollen“, so DW-Intendant Peter Limbourg. „Mittelfristig verbinden wir damit die Hoffnung, unsere Zielgruppen gerade in Krisengebieten und Ländern mit stark eingeschränkter Pressefreiheit noch besser zu erreichen.“

Die Crowdfunding-Kampagne für die weitere Finanzierung von Outernet läuft noch für 23 Tage.


[Youtube: Pillar of Knowledge]

(Bild: Earth Atmosphere by AstroStar @ shutterstock.com)

Tags :Quellen:Outernet, Outernet Resources, Deutsche WelleVia:Technology Review

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