So groß ist die Malware-Gefahr für Android-User

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Jeder fünfte Android-Anwender wird laut einer gemeinsamen Studie von Kaspersky Lab und Interpol innerhalb eines Jahres von Malware attackiert. Vor allem SMS-Trojaner seien die Ursache für den jüngsten drastischen Anstieg der Angriffszahlen. Die Untersuchung bezieht sich auf den Zeitraum von August 2013 bis Juli 2014.

Dass mobile, internetfähige Geräte der zunehmenden Gefahr von Malware ausgesetzt sind und die Zahl solcher Schadsoftware derzeit rapide ansteigt, wird von IT-Sicherheitsunternehmen seit einiger Zeit prophezeit und immer wieder prognostiziert. Eine aktuelle Studie von Kaspersky Lab und der internationalen Polizeibehörde Interpol erfasste nun über den Zeitraum eines Jahres die tatsächliche Gefahrenlage für Nutzer des anfälligsten Mobilbetriebssystems auf Basis der Daten fünf Million teilnehmender Kaspersky-Kunden mit Android-Gerät.

Die häufigste Form von Schadprogrammen waren demnach SMS-Trojaner, die eigenständig Nachrichten an kostenpflichtige Rufnummern versenden. Cyberkriminelle können somit “schnell anonyme Geldtransfers auf Drittkonten veranlassen”, so Kaspersky Lab. Die Anzahl solcher Angriffe auf Geräte mit Android-Betriebssystem stieg zuletzt rapide an und konzentrierte sich neben Deutschland auch auf Russland, Indien, Kasachstan, Vietnam und die Ukraine – Länder, in denen häufig kostenpflichtige SMS-Mehrwertdienste verwendet werden.

Insgesamt verursachten SMS-Trojaner rund 57 Prozent aller von Kaspersky Lab identifizierten Angriffe auf Android-Geräte. 21,5 Prozent der Attacken durch Schadsoftware entfallen auf das häufig genutzte Bezahlmodul “Risk Tool”, das in verschiedene Spiele integriert sein soll und innerhalb der Spiele-Apps über SMS-Nachrichten Einkäufe tätigt. Mit etwa sieben Prozent stehen aggressive Werbeformen, die sich der Meldungen in den Statuszeilen oder Pop-Ups bedienen, auf Rang drei. Auf rund fünf Millionen anonym an der Studie teilnehmende Android-Geräte entfielen somit letztlich eine Million Angriffe durch Malware innerhalb eines Jahres.

Die meisten Angriffe auf Android-Geräte verzeichnete Kaspersky Lab übrigens im Februar und März 2014. Eine deutliche Schwächung erfuhren die Cyberkriminellen dagegen im darauffolgenden April, was wohl den neuen Regelungen für SMS-Dienste in Russland zu verdanken war. Russische Anbieter benötigen seitdem eine explizite Bestätigung seitens des Nutzers für die Inanspruchnahme kostenpflichtiger Angebote. Dieser positiven Entwicklung zum Trotz stiegen die Angriffszahlen im Juli allerdings erneut an.

„Interpol und Kaspersky Lab zeichnen mit ihrem gemeinsamen Bericht ein aktuelles Bild der Gefahrenlage im Zeitraum 2013/14“, sagt Dr. Madan Oberoi, Director of Cyber Innovation & Outreach bei Interpol. „Dabei wird erneut betont, dass Cyberkriminalität nicht immer eine wirklich neue kriminelle Ausprägung sein muss. Vielmehr werden hier bekannte Modelle und Strukturen des traditionellen organisierten Verbrechens an die neuen Technologien angepasst.“

So auch das Erpressertum, das uns McAfee auf deren Labs Day im Juli bereits näher brachte. Auch bei der sogenannten Ransomware ist das Android-Betriebssystem für die Cyberkriminellen die erste Angriffsstation.

Tags :Quellen:Kaspersky Lab

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