LG G3 S im Test: Das Fast-Oberklasse Smartphone

lg g3 s

Anlässlich der IFA 2014 hatte uns LG sein neues G3 S für Testzwecke zugeschickt. Ich habe mir das kleine Messe-Highlight genauer angesehen und kann größtenteils von einem spitzen Oberklasse Smartphone berichten.

Überblick in der Galerie zum LG G3 S

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LG G3 S

Bereits im Juli hatte LG den kleinen Bruder des G3 vorgestellt. Nun haben wir das G3 S ausgiebig getestet und sind mit der Performance des günstigen Smartphones in weiten Teilen zufrieden. Im Testbericht erfahrt ihr warum das LG G3 S schon fast zur Oberklasse gezählt werden darf.

Design

Das LG G3 S besitzt wirklich ein wunderschönes Design – also mir gefällt es, Geschmackssache. Unser Testgerät kam in der Shine Gold Version. Dabei fiel mir im Test auf, dass es wirklich vom “Schein” beziehungsweise von den Lichtverhältnissen abhängt, welchen Goldton das G3 S hat. So variiert die Farbe zwischen Gold, Rosé, Champagner und etwas Silber. Sehr schöne Spielerei mit den Farben wie ich finde.

Auf der Vorderseite findet sich ein fünf Zoll IPS-Display. Die komplette Vorderseite wurde mit einem Glas überzogen, sodass das Gerät übergangslos sehr edel aussieht. Leider hat LG beim G3 S allerdings auf Gorilla Glass verzichtet, weshalb wir auf jeden Fall zu Schutzfolien raten. Erste feiner Kratzer sind schon sichtbar.

Dem kompletten Smartphone wurde ein Plastikgehäuse spendiert. Allerdings merkt man davon wenig, denn die Oberflächen sehen eher nach gebürstetem Aluminium aus. Und tatsächlich wurde der Akkudeckel auch mit einer feinen Aluminiumlegierung überzogen.

Dank der einheitlichen Vorderseite aus Glas und dem Rundum-Alu-Look dürfte das LG G3 S damit wirklich zu den Schönheiten am Smartphone-Markt zählen. Zudem hat LG beim preisgünstigen G3 S den fünf Zoll Display wirklich toll verbaut, denn der maximale Platz zu den Rändern links und rechts wurde fast perfekt ausgenutzt.

Hardware des LG G3 S

Nachdem das mobile Endgerät nun schon einige Monate auf dem Markt ist, dürfte die Hardware eigentlich kein Geheimnis mehr sein. Trotzdem kurz zusammengefasst: LG hat dem G3 S einen Qualcomm Snapdragon 400 Prozessor spendiert, der mit einer Taktrate von 1,2 Gigahertz pro Kern arbeitet. Daneben wurde ein Gigabyte Arbeitsspeicher und acht Gigabyte interner Speicher verbaut. Natürlich lässt sich der Speicher per microSD-Karte erweitern. Als Betriebssystem kommt das aktuelle Android 4.4.2 KitKat zum Einsatz.

Beachtlich: Ein Akku der mehr als einen Tag hält

Beachtlich: Ein Akku der mehr als einen Tag hält

Beim Akku kann ich vor Freude nur in die Luft springen. Hier hat LG ein austauschbares Modell mit 2.540 mAh verbaut, welches bei intensiver Nutzung rund 1,5 Tage durchhält. Sehr beachtlich, denn dank dem Zusammenspiel aus großem 2.540 mAh Akku und der Mittelklasse-Hardware wie Prozessor und Display kann das G3 S seine Besitzer durch den ganzen Tag bringen.

In puncto Konnektivität finden sich keine Unterschiede zum G3. Hier wurden beim G3 S Bluetooth 4.0, WiFi b/g/n, NFC und A-GPS integriert.

Display

Das Display des G3 S kann nicht als Besonderheit bezeichnet werden. LG hat dem kleinem G3-Bruder ein HD Display mit einer Auflösung von 1.280 mal 720 Pixeln spendiert. Dabei liegt die Pixeldichte bei 294 ppi.

Viel klarer geht nicht. Mit dem bloßen Auge sind keine Pixel zu erkennen.

Viel klarer geht nicht. Mit dem bloßen Auge sind keine Pixel zu erkennen.

Doch zum Glück merkt man dem LG G3 S die etwas schwächere Auflösung nicht wirklich an. Mit dem bloßen Auge lässt sich beispielsweise überhaupt keine Unfeinheiten oder grobkörnige Auflösung ausmachen. Und auch die Blickwinkelstabilität überzeugt zumeist. Lediglich eine minimale Veränderung des sonst gestochen scharfen Bildschirms ist bei sehr schräger Betrachtung auszumachen.

Ansonsten hat man es hier natürlich nicht mit einem farbverspieltem AMOLED zu tun, sondern eher mit einem klaren Display, welches die Farben natürlich rüberbringt.

Performance

Der Qualcomm Snapdragon 400 mit vier Cortex-A7-Kernen kommt auf 1,2 Gigahertz pro Kern. Im Zusammenspiel mit nur einem Gigabyte RAM kommt es daher auch zu leichten Verzögerungen in der Performance. Gerade das Öffnen von Apps und Programmen benötigt oftmals zwischen einer und zwei Sekunden. Das kann einen nerven, muss es aber nicht, wenn man weiß, was auf einen zukommt. Ich persönlich empfand die etwas magere Performance in den letzten Wochen weniger störend.

Und auch AnTuTu sieht das in seinem Benchmark ganz ähnlich. Hier kommt das LG G3 S auf 16613 Punkte und liegt damit weit hinter den High-End Modellen. Dennoch schneidet das Smartphone in fast jedem Bereich “gut” bis “hervorragend” ab.

Gute Performance für den Alltag

Gute Performance für den Alltag

Maße, Buttons und Anschlüsse

Das LG G3 S wiegt 134 Gramm und liegt mit den Maßen von 137,7 mal 69,6 mal 10,3 Millimetern weit ab von iPhone 6, Phicomm Passion oder ähnlichen Slim-Smartphones. Ich muss sogar sagen, dass mir keine Erklärung schlüssig erscheint, warum man dieses Smartphone so dick produziert hat. Auf der einen Seite liegt das G3 S zwar wunderschön in der Hand, dank der runden Rückseite. Auf der anderen Seite sind 10,3 Millimeter Dicke aber einfach nicht zeitgemäß und stören ein wenig. Zum einen stört es, dass das Smartphone in der Tasche etwas mehr als seine Konkurrenz auffällt. Vielmehr stört mich aber fast schon der Vergleich mit Freunden und Kollegen, denn egal welches (neuere) Smartphone neben dem LG G3 S liegt, es ist immer dünner – immer. Im Vergleichsbild kann lediglich das HTC Desire 510 an Dicke übertreffen.

Von links: iPhone 6, LG G3 S, HTC Desire 510 und iPhone 5c

Von links: iPhone 6, LG G3 S, HTC Desire 510 und iPhone 5c

Doch rundum muss ich sagen, dass mir das moppelige LG G3 S dann doch gefällt. Denn zwar ist das Teil schon ordentlich dick, dafür besitzt es aber auch superschmale Kanten und diese handumschmeichelnde runde Rückseite. Letztendlich erscheint es einem dann doch klar, dass bei fünf Millimetern Kantendicke die Hardware irgendwo anders hin muss.

In puncto Buttons entspricht das LG G3 S sowohl seinen Vorgängern als auch seinem großen Bruder, dem G3. Die einzigen Knöpfe finden sich wie gewohnt auf der Rückseite und setzten sich aus dem Homebutton zusammen und der Lautstärkewippe, die das Ganze umschließt. Doch leider hat LG auch hier am Material gespart, denn beim Drücken der Knöpfe bemerkt man ein wesentlich lauteres “Plastik-Klicken” als etwa beim G3. Zudem lassen sich die Buttons auch nicht so weich drücken und wirken leicht wackelig. Hier hätte ich mir mehr Präzision gewünscht, zumal es wirklich die einzigen Knöpfe am ganzen Gerät sind. Dennoch: Im Vergleich zum G2 findet man beim G3 S (sowie G3) nun immer die Knöpfe auf Anhieb und verdrückt sich nicht aus Versehen.

Die Buttons auf der Rückseite sehen beim reinen Betrachten wirklich schick aus.

Die Buttons auf der Rückseite sehen beim reinen Betrachten wirklich schick aus.

Nun kommen wir also noch schnell zu den Anschlüssen, ganz schnell. Denn es gibt lediglich den Micro-USB Port und einen Eingang für Kopfhörer/Headsets auf der Unterseite. Das war’s. Mehr gibt es nicht, mehr braucht man nicht. Ich bin lediglich glücklich dass LG (wie Samsung) seinen Eingang für das Netzteil auf der Unterseite lässt, um so Dockingstations und Co. vernünftig nutzen zu können.

Unter dem Akkudeckel findet man dann noch einen Slot für die Sim-Karte und für die microSD.

Hier gehört der Micro-USB Anschluss hin: Auf die Unterseite.

Hier gehört der Micro-USB Anschluss hin: Auf die Unterseite.

Kamera

Die Kamera des LG G3 S löst mit maximal acht Megapixel auf und liefert gestochen scharfe Bilder. Der mittlerweile berühmte Laser Autofokus macht seinem Namen dabei alle Ehre und liefert ein fokussiertes Bild in Millisekunden. Lediglich das Schießen der Fotos benötigt oft etwas mehr als eine Sekunde. Das kann etwas nerven wenn man wackelige Hände hat oder einen Schnappschuss machen will. Auch die Kamera-App selbst braucht meist einige Zeit um sich zu öffnen, sodass ich das ganze Debakel auf die verbaute Hardware zurückführen würde.

LG G3 S

Ansonsten macht es aber wirklich Spaß mit dem G3 S Fotos aufzunehmen. So kann man beispielsweise einstellen, dass Fotos automatisch geschossen werden, sobald der Laser AF sein Werk getan hat. Dadurch umgeht man auch den sonst langsamen Auslöser. Zudem kann man die Buttons auf der Rückseite mit der Kamera belegen, sodass Schnappschüsse mit einem Knopfdruck gelingen, ohne das Gerät aus dem Standby holen zu müssen.

In Bezug auf die Features kann die Kamera zwar nicht viel, besitzt aber dennoch einige interessante Funktionen. So kann der Besitzer die tatsächlichen Megapixel zwischen drei, fünf, sechs und acht manuell einstellen. Das gleiche gilt für Videoaufnahmen, denn hier kann man rasch zwischen HD und Full HD wechseln. Ansonsten findet sich noch ein Panorama-Modus, ein Timer, eine HDR Einstellung und ein Sprach- und Handzeichen-Auslöser.

Fazit

Ich hatte das LG G3 S für knapp vier Wochen im Test. In der ganzen Zeit war das Smartphone mein Haupt-Handy und hielt in jeder Sekunde zu mir. Dabei war ich vor allem vom ausdauerfähigen Akku und der tollen Kamera mit Laser Autofokus begeistert. Aber auch die sehr hübsche Alu-Optik und die Form des Gerätes habe ich in der Zeit lieb gewonnen.

Lediglich Kleinigkeiten haben mich beim LG G S gestört, wodurch ich auf vier Sterne im Gizrank komme. So ist die Performance etwas schwach gewählt und auch die Einsparung beim Gorilla Glass erschließt sich mir nicht vollkommen. Zudem man bei den Buttons auf der Rückseite etwas mehr Feinarbeit leisten können. Beim alltäglichen Gebrauch merkt man allerdings wenig von den Nachteilen.

Rundum würde ich für das LG G3 S aber eine volle Kaufempfehlung aussprechen. Für einen Preis von aktuell 260 Euro bekommt man ein Smartphone, welches in fast allen Bereichen mit der Oberklasse mithalten kann. Ein paar Abstriche muss man zum High-End natürlich machen, aber das sollte bei solch einem Preis klar sein. Das LG G3 S gehört aber zu meinen absoluten Favoriten am Smartphone-Himmel.

gizrank-big-4011

plus Für 260 Euro in die Oberklasse

plus Lange anhaltender Akku

plus Tolles Design, wie beim “großen Bruder”

plus Nettes Farbspiel des Gehäuses bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen

plus Top Kamera

plus Scharfes Display und blickwinkelstabil

minus etwas billig verarbeitete Buttons

minus kein hochwertiges Display-Glas

minusEtwas minderwertige Hardware

Einen direkten Einblick erhaltet ihr in unserem Hands On

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  1. Erwähnenswert ist noch das keine automatische Helligkeitsreglung an dem Gerät ist. Das finde ich persönlich genau so schlecht wie das kein Gorilla Glass verbaut wurde! Die Punkte im Benchmark sind wirklich wenig ich habe ein S2 mit CM11 da schaffe ich 17300 Punkte ohne es zu übertakten! ;-)

    Ich würde dem LG G3 S vermutlich keine Chance gegen ein Motorola G2 geben!

  2. Nur mal so am Rande – auf der Produktspec-Seite von LG steht unter Display ganz klar: “Gorilla Glass III”.

    Wie kommt Ihr darauf, dass dem nicht so ist?!

  3. @Matze: Ich informier mich grad über des G3S. Offensichtlich sind die Specs auf der Homepage falsch. Es gibt eine Reihe Beiträge und Tests im Netz, die das thematisieren. Unter anderem wurden bei android-hilfe Emails und Chats mit dem LG-Support veröffentlich, die besagen, dass es kein Gorilla 3 hat.
    Sehr schade …

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